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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Förstergasse 7, 1020 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich anhand der Gedenktafel in der Förstergasse im 2. Bezirk mit einem Endphasenverbrechen der SS auseinander. Durch Quellenarbeit sollen diese Morde wenige Stunden vor der Befreiung Wiens vom NS-Terror in ihrer Unbegreiflichkeit dargestellt werden. Des Weiteren soll der unterschiedlichen Gestaltung von Gedenktafeln, die an diese Morde erinnern, nachgegangen werden.
Ort: 1020 Wien
Zeitbedarf: 50–100 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. öffentlicher Raum


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Ein Endphasenverbrechen – Das Massaker in der Förstergasse



Didaktischer Kommentar

Durch die Beschäftigung mit einem Endphasenverbrechen setzen sich die SchülerInnen mit dem heute unbegreiflichen Rassenwahn der Nationalsozialisten auseinander, der das Morden bis zuletzt ungehemmt anhalten ließ. Durch verschiedene schriftliche Quellen werden historische Kompetenzen sowie die Methoden- und Orientierungskompetenz gefördert. Wünschenswert wäre, wenn die SchülerInnen bereits Kenntnisse zur NS-Ideologie, zum NS-Rassenwahn und über die NS-Terrorzeit mitbringen. Empfehlenswert ist dazu neben dem Unterricht der Rundgang „Leben und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Wien“ im 2. Wiener Gemeindebezirk. Nach der Beschäftigung mit der Gedenktafel in der Förstergasse kann auch die Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte im Ostarrichipark, 1090 Wien, besucht werden. Darauf können SchülerInnen die Namen der in der Förstergasse ermordeten Menschen finden und – falls sie wollen – einen Stein zum Gedenken hinlegen. Zusätzlich gibt es Unterrichtsmaterial zur Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte, das zum Download zur Verfügung steht. Ebenso kann nach der Beschäftigung mit der Gedenktafel das Jüdische Museum Wien besucht werden und das Vermittlungsangebot „Kurt und Ilse. 1938–1945. (Über-)Leben in Wien“ gebucht werden. Es beschäftigt sich mit dem Leben von Kurt und Ilse Mezei.



Arbeitsaufträge

  1. Fasse zusammen, was du über die Familie Mezei erfährst! (Siehe Textquellen) Nutze für zusätzliche Informationen das Internet.
  2. Vergleicht eure Ergebnisse! Erstellt in Gruppen eine Power-Point-Präsentation oder fertigt Plakate an.
  3. Beschreibe den Schreibstil Mignon Langnas‘! Welche Emotionen werden spürbar? (Siehe Textquellen)
  4. Vergleiche die Gedenktafel aus dem Jahr 1954 mit der aus dem Jahr 1960! Nenne Unterschiede. (Siehe Textquellen)
  5. Beurteile den links oben auf der Gedenktafel von 1954 angebrachten roten Winkel. Gehe der Frage nach, wofür er steht. In seiner Anbringung liegt auch eine Begründung für die Neugestaltung der Gedenktafel. Überlege, warum dies geschah. (Siehe Textquellen)
  6. Der Text der heutigen Gedenktafel, die 1960 angebracht wurde, erscheint überholt. Überlege einen neuen Text. Vergleicht in Gruppen und in der Klasse.
  7. Beurteile das Vorgehen der SS wenige Stunden vor der Befreiung Wiens. Welche Erklärung könnte es dafür geben? (Siehe Mehr erfahren)



Vermittlungshinweise

Die Beschäftigung kann auch unabhängig von der Gedenktafel in der Förstergasse im Klassenraum erfolgen. Wenn die SchülerInnen bei einer Durchführung des Vermittlungsangebotes direkt vor Ort sind, muss und wird es allen bewusst sein, dass man direkt an der Stelle dieses Massakers steht. Das erfordert von der Lehrperson Sensibilität und Einfühlungsvermögen, am besten bereits in der Vorbereitung im Unterricht an der Schule. Vor Ort sind bis auf Arbeitsaufgabe 2 alle Arbeitsaufgaben möglich.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen stehen bei diesem Vermittlungsangebot direkt am Ort eines Endphasenverbrechens. Insofern kann die Authentizität des Ortes zum Verständnis des NS-Terrors, der bis zum Ende des NS-Terrorregimes aufrecht blieb, beigetragen werden.
  • Die SchülerInnen erproben den selbständigen Umgang mit einer Gedenktafel und den dazugehörenden schriftlichen Quellen und erwerben dabei historische Methodenkompetenz.


  • Literatur

  • Dieter A. Binder u.a. (Hg.), 41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt/41 Days. End of the War 1945 – Culmination of Violance. Eine Ausstellung zu den letzten Wochen des NS-Terrors in Österreich. Wien 2016.
  • Elisabeth Fraller/George Langnas (Hg.), Mignon. Tagebücher und Briefe einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938 – 1949. Innsbruck/Wien/Rom 2010.
  • Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 351 – 362.