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      <titleStmt>
        <title xml:lang="de">Ein Endphasenverbrechen – Das Massaker in der
                    Förstergasse</title>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
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            <forename>Lukas</forename>
            <surname>Nievoll</surname>
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          <persName>
            <forename>Victoria</forename>
            <surname>Kumar</surname>
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          </persName>
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          <resp>Daten- und Informationsmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Didaktische Aufarbeitung</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Marschnig</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Grit</forename>
            <surname>Oelschlegel</surname>
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        </respStmt>
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          <orgName ref="https://www.zukunftsfonds.steiermark.at/">Land Steiermark:
                        Zukunftsfonds Steiermark</orgName>
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            <addName>Friedrichgasse 9 8010 Graz</addName>
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          <orgName ref="https://www.nationalfonds.org/startseite">Nationalfonds der
                        Repuplik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus</orgName>
          <idno type="wikidata">Q27949109</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="http://www.zukunftsfonds-austria.at/">Zukunftsfonds der Republik
                        Österreich</orgName>
          <idno type="wikidata">Q228721</idno>
        </funder>
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          <orgName ref="https://www.graz.at/">Stadt Graz</orgName>
          <idno type="wikidata">Q13298</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://vorarlberg.at/">Land Vorarlberg</orgName>
          <idno type="wikidata">Q38981</idno>
        </funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
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          <orgName ref="https://d-nb.info/gnd/10034042-8">Centrum für Jüdische Studien,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <link target="https://informationsmodellierung.uni-graz.at"/>
          <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <link target="https://gams.uni-graz.at"/>
          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative
                        Commons BY-NC 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="PID">o:derla.fixvie234</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale
                    Erinnerungslandschaften</title>
        <respStmt ana="marcrelator:pdr">
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:rth">
          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:res">
          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <settingDesc>
        <place>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie234</idno>
        </place>
        <listPlace>
          <place type="additional">
            <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie580</idno>
          </place>
        </listPlace>
      </settingDesc>
    </profileDesc>
    <encodingDesc>
      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw.
                    Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit
                    sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und
                    Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und
                    sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie
                    können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung
                    und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch
                    spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert.
                    Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen,
                    weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen
                    werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und
                    Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die
                    Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt
                    sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und
                    der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann,
                    wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die
                    Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind
                    Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der
                    Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten
                    sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des
                    NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der
                    Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen
                    Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum
                    anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen
                    dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
        <ref target="context:derla" type="context">DERLA</ref>
        <ref target="context:derladidactics" type="context">DERLA didactics</ref>
      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Die SchülerInnen setzen sich anhand der Gedenktafel in der
                    Förstergasse im 2. Bezirk mit einem Endphasenverbrechen der SS auseinander.
                    Durch Quellenarbeit sollen diese Morde wenige Stunden vor der Befreiung Wiens
                    vom NS-Terror in ihrer Unbegreiflichkeit dargestellt werden. Des Weiteren soll
                    der unterschiedlichen Gestaltung von Gedenktafeln, die an diese Morde erinnern,
                    nachgegangen werden.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">1020 Wien</p>
        <p rend="Zeitbedarf">50–100 Minuten</p>
        <p rend="Alter">13–19 Jahre</p>
        <p rend="Vermittlungsort">Klassenzimmer bzw. öffentlicher Raum</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">

        <p> Selbst in der Phase des Zusammenbruchs der NS-Herrschaft gegen Kriegsende
                    begehen Angehörige der <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss145">SS</ref> noch
                    Morde an Jüdinnen und Juden. So auch im April 1945 während der Befreiung Wiens
                    von der NS-Terrorherrschaft. Man nennt diese furchtbaren Gewaltexzesse
                    „Endphasenverbrechen“. Sie zeigen, wie fanatische Nationalsozialisten von der
                    „Minderwertigkeit“ der jüdischen Menschen überzeugt sind und sie eines ihrer
                    Hauptziele – „die Vernichtung der jüdischen Rasse“ – bis zuletzt verfolgen.
                    <lb/> Dr. Nelly Blum und ihre Schwester Marie Margolin, Arthur Holzer, Arthur
                    Klein, Erna und Grete Klüger-Langer, Kurt Mezei, Emil Pfeiffer und Genia Jenny
                    Schaler sind am 11. April 1945 in den Keller der Förstergasse 7 im 2. Bezirk vor
                    den Kampfhandlungen bei der Befreiung Wiens von der NS-Terrorherrschaft
                    geflüchtet. Um ca. 15.30 Uhr führt eine in der Förstergasse 10 untergebrachte
                    SS-Einheit eine Hausdurchsuchung auf Nr. 7 durch. Die SS befiehlt allen Personen
                    im Keller, sich auszuweisen, sondert die oben erwähnten Jüdinnen und Juden aus
                    und bringt sie in die Hauseinfahrt. In den späten Abendstunden werden sie in
                    einen Bombentrichter auf der Straße vor dem Haus geführt und durch Genickschüsse
                    ermordet. Kurze Zeit später, am 12. April um 3.30 Uhr morgens, treffen die
                    Soldaten der <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss295">Roten Armee</ref> in der Förstergasse ein. <lb/> Wenige Wochen davor ist
                    Kurt Mezeis Zwillingsschwester, Ilse Mezei, am 12. März 1945 im Keller der <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss363">Israelitischen
                        Kultusgemeinde</ref> durch einen Bombentreffer getötet worden. Ihre Mutter
                    wird dabei schwer verletzt. Ihr Vater, Moritz Mezei, wird 1944 in <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss25">Auschwitz</ref>
                    ermordet. Margarete Mezei, die einzige Überlebende der Familie, stirbt 1993 in
                    Wien. </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Dieter A. Binder u.a. (Hg.), 41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der
                        Gewalt/41 Days. End of the War 1945 – Culmination of Violance. Eine
                        Ausstellung zu den letzten Wochen des NS-Terrors in Österreich. Wien
                        2016.</item>
          <item>Elisabeth Fraller/George Langnas (Hg.), Mignon. Tagebücher und Briefe
                        einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938 – 1949. Innsbruck/Wien/Rom
                        2010.</item>
          <item>Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter
                        – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 351 – 362.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Ein Endphasenverbrechen – Das Massaker in der Förstergasse</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>

        <p> Durch die Beschäftigung mit einem Endphasenverbrechen setzen sich die
                    SchülerInnen mit dem heute unbegreiflichen Rassenwahn der Nationalsozialisten
                    auseinander, der das Morden bis zuletzt ungehemmt anhalten ließ. <lb/> Durch
                    verschiedene schriftliche Quellen werden historische Kompetenzen sowie die
                    Methoden- und Orientierungskompetenz gefördert. <lb/> Wünschenswert wäre, wenn
                    die SchülerInnen bereits Kenntnisse zur NS-Ideologie, zum NS-Rassenwahn und über
                    die NS-Terrorzeit mitbringen. Empfehlenswert ist dazu neben dem Unterricht der
                    Rundgang <ref
            target="https://www.erinnern.at/bundeslaender/wien/artikel/rundgang-wien-leben-und-vertreibung-der-juedischen-bevoelkerung-in-wien">„Leben und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Wien“</ref> im 2.
                    Wiener Gemeindebezirk. <lb/> Nach der Beschäftigung mit der Gedenktafel in der
                    Förstergasse kann auch die Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte im Ostarrichipark,
                    1090 Wien, besucht werden. Darauf können SchülerInnen die Namen der in der
                    Förstergasse ermordeten Menschen finden und – falls sie wollen – einen Stein zum
                    Gedenken hinlegen. Zusätzlich gibt es Unterrichtsmaterial zur
                    Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte, das zum <ref
            target="https://www.erinnern.at/bundeslaender/wien/artikel/unterrichtsmaterialien-zu-den-shoah-namensmauern">Download</ref> zur Verfügung steht. <lb/> Ebenso kann nach der
                    Beschäftigung mit der Gedenktafel das Jüdische Museum Wien besucht werden und
                    das <ref target="https://www.jmw.at/fuehrungen/schule__mehr">Vermittlungsangebot</ref> „Kurt und Ilse. 1938–1945. (Über-)Leben in Wien“
                    gebucht werden. Es beschäftigt sich mit dem Leben von Kurt und Ilse Mezei. </p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
          <list style="ordered">
            <item>Fasse zusammen, was du über die Familie Mezei erfährst! (Siehe
                            Textquellen) Nutze für zusätzliche Informationen das Internet.</item>
            <item>Vergleicht eure Ergebnisse! Erstellt in Gruppen eine
                            Power-Point-Präsentation oder fertigt Plakate an.</item>
            <item>Beschreibe den Schreibstil Mignon Langnas‘! Welche Emotionen werden
                            spürbar? (Siehe Textquellen)</item>
            <item>Vergleiche die Gedenktafel aus dem Jahr 1954 mit der aus dem Jahr
                            1960! Nenne Unterschiede. (Siehe Textquellen)</item>
            <item>Beurteile den links oben auf der Gedenktafel von 1954 angebrachten
                            roten Winkel. Gehe der Frage nach, wofür er steht. In seiner Anbringung
                            liegt auch eine Begründung für die Neugestaltung der Gedenktafel.
                            Überlege, warum dies geschah. (Siehe Textquellen)</item>
            <item>Der Text der heutigen Gedenktafel, die 1960 angebracht wurde,
                            erscheint überholt. Überlege einen neuen Text. Vergleicht in Gruppen und
                            in der Klasse.</item>
            <item>Beurteile das Vorgehen der SS wenige Stunden vor der Befreiung Wiens.
                            Welche Erklärung könnte es dafür geben? (Siehe Mehr erfahren)</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>Die Beschäftigung kann auch unabhängig von der Gedenktafel in der Förstergasse im
                    Klassenraum erfolgen. Wenn die SchülerInnen bei einer Durchführung des
                    Vermittlungsangebotes direkt vor Ort sind, muss und wird es allen bewusst sein,
                    dass man direkt an der Stelle dieses Massakers steht. Das erfordert von der
                    Lehrperson Sensibilität und Einfühlungsvermögen, am besten bereits in der
                    Vorbereitung im Unterricht an der Schule. Vor Ort sind bis auf Arbeitsaufgabe 2
                    alle Arbeitsaufgaben möglich.</p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list>
          <item>Die SchülerInnen stehen bei diesem Vermittlungsangebot direkt am Ort eines
                        Endphasenverbrechens. Insofern kann die Authentizität des Ortes zum
                        Verständnis des NS-Terrors, der bis zum Ende des NS-Terrorregimes aufrecht
                        blieb, beigetragen werden.</item>
          <item>Die SchülerInnen erproben den selbständigen Umgang mit einer Gedenktafel
                        und den dazugehörenden schriftlichen Quellen und erwerben dabei historische
                        Methodenkompetenz.</item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Dieter A. Binder u.a. (Hg.), 41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der
                        Gewalt/41 Days. End of the War 1945 – Culmination of Violance. Eine
                        Ausstellung zu den letzten Wochen des NS-Terrors in Österreich. Wien
                        2016.</item>
          <item>Elisabeth Fraller/George Langnas (Hg.), Mignon. Tagebücher und Briefe
                        einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938 – 1949. Innsbruck/Wien/Rom
                        2010.</item>
          <item>Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter
                        – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 351 – 362.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="quellenText">
        <p>
          <emph style="bold">Aus dem Tagebuch von Mignon Langnas</emph>
          <lb/> Mignon Langnas, die als Kinderkrankenschwester im letzten jüdischen
                    Spital, in der Malzgasse, beschäftigt ist, schreibt nach der Befreiung Wiens
                    über diese Morde am 16. April 1945 in ihr Tagebuch: <lb/>
          <emph
              style="cursive"> „Und Russen sind ringsherum + schenken mir Zigaretten +
                        lachen (…) + daneben steht Frau Mesia [Margarte Mezei, die Mutter von Kurt
                        Mezei]: Sr. [Schwester] Mignon, warum ist Kurterl noch nicht da? – Ich gehe
                        ihn holen – ich springe in die Malzgasse 16 (…) – ich werde sehr unruhig +
                        verstörte Gesichter –: in der Försterg. sind 8 Juden von der <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss145">SS</ref>
                        erschossen worden. Was denn? Wer?! Frau Prim. [Primaria] Blum mit ihrer
                        Schwester, - Kurterl Mesia [Mezei] – Kurterl? Ach ich glaube es nicht (…) +
                        laufe in die Försterg. + komme noch, wie man aus einem Bombentrichter einen
                        jungen Burschen herausholt + schon werde ich in ein Haustor geführt + dort
                        liegen sie – + ich agnosziere [identifiziere] Kurterl, der die Hände zur
                        Abwehr erhoben hält (…) + die Frau Holzer heult auf den Ruinen um ihren
                        Mann, der auch dabei ist + die zwei Buben stehen verstört da – SS hat den
                        Vati erschossen! (…) + gehe durch verwüstete Straßen, an Leichen vorbei (…)
                        ich gehe an der armen so schwer geprüften Mutter Mesia wortlos vorbei, die
                        bange auf mich gewartet hat.“ </emph>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Eine alte und eine neue Gedenktafel in der
                        Förstergasse</emph>

          <space/> Die heutige Gedenktafel in der Förstergasse stammt aus dem Jahr 1960.
                    Doch gab es eine frühere, die 1954 vom <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss216">KZ-Verband</ref>
                    am Gebäude in der Försterstraße 7 angebracht und 1960 entfernt wurde. <space/>
                    Diese alte Tafel aus Stein zeigte links oben den roten Winkel des KZ-Verbands
                    und hatte folgenden Text: <lb/>
          <emph style="cursive"> "Gedenket <space/> der am 12. April 1945 <space/> in
                        dieser Gasse von den SS ermordeten <space/> Opfer nazistischen Rassenhasses.
                        <space/> Dr. Nelly Grete Blum / Grete Klüger-Langer <space/> Arthur Holzer /
                        Kurt Mezei <space/> Arthur Klein / Marie Margolin <space/> Erna
                        Klüger-Langer / Emil Pfeiffer <space/> Gena Jenny Schaier <space/> Niemals
                        vergessen! <space/> Verband der KZ.ler <space/> und sonst politisch
                        Verfolgten." </emph>
          <lb/>
          <lb/> Hier zum Vergleich der heute zu lesende Text: <lb/>
          <emph style="cursive"> "Am 12.April 1945, wenige Stunden vor der Befreiung
                        <space/> Wiens von der Nazi-Zwangsherrschaft, wurden <space/> Dr. Blum
                        Nelly, 54 Jahre / Klüger-Langer Grete, 44 Jahre <space/> Holzer Arthur, 59
                        Jahre / Margolin Marie, 44 Jahre <space/> Klein Arthur, 56 Jahre / Mezei
                        Kurt, 21 Jahre <space/> Klüger-Langer Erna, 82 Jahre / Pfeiffer Emil, 66
                        Jahre <space/> Schaier Genia, 48 Jahre <space/> vor diesem Hause von
                        entmenschten SS-Barbaren <space/> ermordet. <space/> Niemals vergessen!
                        <space/> Israelitische Kultusgemeinde Wien." </emph>
        </p>
        <caption>Titel / Beschreibung</caption>
        <p>Textquellen aus dem Tagebuch von Mignon Langnas und zu den Gedenktafeln in der
                    Förstergasse</p>
        <caption>Quellenzitat</caption>
        <p>
          <list>
            <item>Elisabeth Fraller/George Langnas (Hg.), Mignon. Tagebücher und Briefe
                            einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938 – 1949. Innsbruck/Wien/Rom
                            2010, 310.</item>
            <item>Wien Geschichte Wiki, <ref target="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Gedenktafel_f%C3%BCr_im_April_1945_ermordete_J%C3%BCdinnen_und_Juden">Gedenktafel für im April 1945 ermordete Jüdinnen und
                            Juden</ref>.</item>
          </list>
        </p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
