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  <teiHeader xml:lang="de">
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      <titleStmt>
        <title xml:lang="de">Gedenksymbol Schlüssel gegen das Vergessen</title>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
          <persName>
            <forename>Lukas</forename>
            <surname>Nievoll</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Victoria</forename>
            <surname>Kumar</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Heimo</forename>
            <surname>Halbrainer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Daten- und Informationsmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Didaktische Aufarbeitung</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Marschnig</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Grit</forename>
            <surname>Oelschlegel</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.zukunftsfonds.steiermark.at/">Land Steiermark:
                        Zukunftsfonds Steiermark</orgName>
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            <addName>Friedrichgasse 9 8010 Graz</addName>
          </address>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.nationalfonds.org/startseite">Nationalfonds der
                        Repuplik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus</orgName>
          <idno type="wikidata">Q27949109</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="http://www.zukunftsfonds-austria.at/">Zukunftsfonds der Republik
                        Österreich</orgName>
          <idno type="wikidata">Q228721</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.graz.at/">Stadt Graz</orgName>
          <idno type="wikidata">Q13298</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://vorarlberg.at/">Land Vorarlberg</orgName>
          <idno type="wikidata">Q38981</idno>
        </funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <link target="https://juedischestudien.uni-graz.at/"/>
          <orgName ref="https://d-nb.info/gnd/10034042-8">Centrum für Jüdische Studien,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <link target="https://informationsmodellierung.uni-graz.at"/>
          <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <link target="https://gams.uni-graz.at"/>
          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative
                        Commons BY-NC 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="PID">o:derla.fixvie183</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale
                    Erinnerungslandschaften</title>
        <respStmt ana="marcrelator:pdr">
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:rth">
          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:res">
          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <settingDesc>
        <place>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie183</idno>
        </place>
      </settingDesc>
    </profileDesc>
    <encodingDesc>
      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw.
                    Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit
                    sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und
                    Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und
                    sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie
                    können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung
                    und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch
                    spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert.
                    Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen,
                    weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen
                    werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und
                    Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die
                    Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt
                    sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und
                    der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann,
                    wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die
                    Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind
                    Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der
                    Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten
                    sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des
                    NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der
                    Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen
                    Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum
                    anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen
                    dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
        <ref target="context:derla" type="context">DERLA</ref>
        <ref target="context:derladidactics" type="context">DERLA didactics</ref>
      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Ausgehend von der künstlerischen Intervention „Schlüssel
                    gegen das Vergessen“ begeben sich die SchülerInnen auf Spurensuche in die
                    Servitengasse und kartografieren ihre Wahrnehmungen, Erfahrungen und
                    Erkenntnisse (mental mapping). Anhand ihrer persönlichen Eindrücke beschäftigen
                    sie sich anschließend mit Fragen der Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit des
                    Gedenkens an die NS-Terrorzeit im öffentlichen Raum sowie des gesellschaftlichen
                    Umgangs damit.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">1090 Wien, Servitengasse 9</p>
        <p rend="Zeitbedarf">ca. eine Doppelstunde vor Ort (90 min.) + eine Doppelstunde zur
                    Nachbereitung und Weiterarbeit in der Klasse, eignet sich auch gut für
                    fächerübergreifenden Unterricht </p>
        <p rend="Alter">14–19 Jahre</p>
        <p rend="Vermittlungsort">Außerschulischer Lernort und Klassenraum</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">

        <p>Unter einer in den Boden eingelassenen Glasplatte, befinden sich in Form einer
                    Spirale ausgelegt 462 Schlüssel. Jeder davon ist mit einem Namensschild
                    versehen. Die Schlüssel erinnern an 462 Menschen, die während der <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss191">NS-Zeit</ref>
          <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#juedischeopfer">als
                        jüdisch verfolgt</ref>, vertrieben und ermordet worden sind und in der
                    Servitengasse ihre letzte verzeichnete Wohnung hatten. <lb/> Es handelt sich um
                    eine <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss186">künstlerische Intervention</ref> der Künstlerin <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss379">Julia
                        Schulz</ref>, die den Titel „Schlüssel gegen das Vergessen“ trägt. Das <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#placeOfRemembrance">Erinnerungszeichen</ref> wurde am 8. April 2008 in der Servitengasse im 9.
                    Wiener Gemeindebezirk enthüllt. <lb/> Das Erinnerungszeichen trägt die
                    Beschriftung „Im Gedenken an die als Juden und Jüdinnen Vertriebenen und
                    Ermordeten, die in der Servitengasse wohnten, Geschäfte führten oder Häuser
                    besaßen“. Die Schlüssel stehen als Zeichen für die Menschen, die hier einst ihr
                    Zuhause und ihre Arbeit hatten, bevor sie gewaltsam vertrieben und aus dem
                    Gedächtnis verdrängt wurden. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass ihre
                    Geschichten und Namen wiederentdeckt und bewahrt werden. <lb/> Der
                    Erinnerungsort befindet sich auf dem Servitenplatz, einem viel begangenen und
                    sehr belebten Ort im 9. Bezirk. Die künstlerische Intervention ist in den Boden
                    eingelassen, sie wird somit Teil des Platzes, Teil der Architektur, des
                    öffentlichen Raums und des alltäglichen Lebens. Sie bietet dadurch auch die
                    Möglichkeit, Steine zum Zeichen des Erinnerns abzulegen, wie es im Judentum beim
                    Besuch von Gräbern üblich ist. <lb/> Im 9. Bezirk, insbesondere im
                    Servitenviertel, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine große jüdische Gemeinde
                    ansässig, die das kulturelle und soziale Leben des Bezirks stark prägte. Während
                    der NS-Zeit wurde die die jüdische Bevölkerung auf Basis der „<ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss225">Nürnberger
                        Rassengesetze</ref>“ systematisch ausgegrenzt, verfolgt, vertrieben, <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss192">deportiert</ref>
                    und ermordet. Ab 1939 zwangen die <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss191">NationalsozialistInnen</ref> die jüdische Bevölkerung durch massenhafte
                    Umsiedlungen innerhalb Wiens, vorrangig entlang des Donaukanals, in sogenannte
                    „Sammelwohnungen“ zu übersiedeln. In diesen „<ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss380">Sammelwohnungen</ref>“ mussten mehrere Familien auf engstem Raum
                    zusammengedrängt leben, häufig wurden sie innerhalb weniger Monate auch mehrfach
                    umgesiedelt. Diese Wohnungen waren sehr oft die letzten Wohnorte der als jüdisch
                    verfolgten Personen, bevor sie in <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss91">Konzentrationslager</ref> deportiert wurden. Auch in der Servitengasse gibt
                    es mehrere Adressen, die als letzte bekannte Wohnorte dokumentiert sind.
                    Vielfach stellen diese Adressangaben die letzte verfügbare Informationsquelle
                    zum Schicksal der Betroffenen dar. <lb/> Eine Option, die letzten Wohnorte als
                    jüdisch verfolgter Personen in Wien zu recherchieren, bietet das Onlinetool
                        <emph style="italic">
            <ref target="https://www.memento.wien">Memento Wien</ref>
          </emph>, das
                    speziell für Handys und Tablets entwickelt wurde. Es bietet die Möglichkeit über
                    einen digitalen Stadtplan Informationen zu den letzten Wohnadressen der Opfer in
                    Wien einzuholen, indem es die Entrechtung, Vertreibung und Ermordung
                    österreichischer Jüdinnen und Juden virtuell sichtbar macht und Archivdokumente,
                    Fotos zu Personen und Gebäuden zur Verfügung stellt. Ziel dieser Plattform ist
                    es, die Geschichten einzelner Menschen in unmittelbarer Umgebung lebendig zu
                    machen und ein Bewusstsein für die Vergangenheit zu schaffen. Sie soll ein
                    lebendiges Archiv sein, auf welches interaktiv zugegriffen werden kann, um die
                    Schicksale der Verfolgten nicht zu vergessen. Memento Wien wurde vom
                    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Braintrust
                    GmbH entwickelt und von verschiedenen staatlichen Stellen gefördert. </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Birgit Johler/Maria Fritsche (Hg.), 1938. Adresse: Servitengasse. Eine
                        Nachbarschaft auf Spurensuche, Wien 2007.</item>
          <item>Dieter J. Hecht/Michaela Raggam-Blesch/Heidemarie Uhl (Hg.), Letzte Orte.
                        Die Wiener Sammellager und die Deportationen 1941/42, Wien 2023.</item>
          <item>Verein Servitengasse 1938, URL:
                        https://www.servitengasse1938.at/index.php?id=2 (abgerufen 25.1.2025). </item>
          <item>Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Memento
                        Wien, URL: https://www.memento.wien/map/ (abgerufen 25.1.2025). </item>
          <item>Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8)/Wienbibliothek im Rathaus (MA 9),
                        Geschichte Wiki Wien, Gedenksymbol Schlüssel gegen das Vergessen, URL:
                        https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Gedenksymbol_Schl%C3%BCssel_gegen_das_Vergessen
                        (abgerufen 25.1.2025).</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Schlüssel zur Vergangenheit - Erinnerungen einer Straße</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>
        <p>Das folgende Vermittlungsangebot soll den SchülerInnen ermöglichen, einen
                    persönlichen Bezug zur Geschichte herzustellen, indem sie sich ihre unmittelbare
                    Umgebung sowohl räumlich als auch historisch erschließen. Sie sollen sich auf
                    Spurensuche in die Servitengasse begeben und dadurch nicht nur die Sichtbarkeit
                    bzw. Unsichtbarkeit von Erinnerungskultur reflektieren, sondern auch den
                    gesellschaftlichen Umgang damit. Das Vermittlungsangebot richtet sich an
                    SchülerInnen zwischen 14-19 Jahren. Vorwissen über den Nationalsozialismus und
                    den Holocaust sollte bereits vorhanden sein, um das Angebot bewältigen zu
                    können. Das Angebot gliedert sich in zwei Teile, ein Teil findet vor Ort in der
                    Servitengasse statt, der andere kann im Anschluss räumlich und zeitlich getrennt
                    weiterbearbeitet werden. Für den Einstieg in das Thema kann eine historische
                    Kontextualisierung der Servitengasse hilfreich sein. </p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Teil 1: Beobachten und erkunden - Den Dingen nachgehen
                        (Lehrausgang Servitengasse)</emph>
          <list type="ordered">

            <item>Im Vorfeld oder auf dem Weg dorthin: Nehmt eure Handys zur Hand. Sucht
                            in der Onlinekarte <ref target="https://www.memento.wien">MementoWien</ref> den Ort, zu dem ihr unterwegs seid. Seht euch die
                            Servitengasse genauer an. Überlegt euch, was ihr euch von dem Ort
                            erwartet?</item>
            <item>Vor Ort: Besucht gemeinsam das Erinnerungszeichen „Schlüssel gegen das
                            Vergessen“. Besprecht die folgenden Fragen: Welche Gedanken kommen euch
                            in den Sinn? Glaubt ihr, diese Gedenkstätte/künstlerische Intervention
                            wird von den Leuten wahrgenommen? Wie wird diese wahrgenommen? Ist sie
                            eurer Meinung nach verständlich erklärt? </item>
            <item>Lest den Text unter „Mehr Erfahren“.</item>
            <item>Begebt euch einzeln oder in Kleingruppen in der Servitengasse auf
                            Spurensuche. Dokumentiert dabei individuell eure Wahrnehmungen,
                            Beobachtungen und Überlegungen beispielsweise in Form von Skizzen,
                            Notizen, Fotos, Videos. Sammelt so, was euch wichtig erscheint. Die
                            folgenden Fragen sollen euch dabei unterstützen: Gibt es noch weitere
                            Zeichen, die der Personen gedenken, deren Namen ihr auf den Schlüsseln
                            vorgefunden habt? <lb/> Welche Dinge könnten hier heute immer noch
                            genauso vorzufinden sein wie vor 85 Jahren? <lb/> Gibt es weitere
                            Zeichen in dieser Straße, die an ihre ehemaligen BewohnerInnen erinnern?
                            <lb/> Welche Assoziationen habt ihr? </item>
            <item>Verwendet MementoWien, um mehr Informationen zu einzelnen Personen zu
                            erhalten. Klickt beispielsweise auf einen Namen, um mehr über die Person
                            zu erfahren, die in einem bestimmten Haus gelebt hat. Überlegt, welche
                            Informationen die Website bietet und welche Informationen euch
                            fehlen.</item>
          </list>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2: Mental mapping – Gedanken verorten (Nachbereitung und
                        Weiterarbeit in der Klasse)</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Zeichnet in Einzelarbeit eine Karte aus dem Gedächtnis (mental map),
                            die den besuchten Ort darstellt, ähnlich einem Stadtplan: Zeichne, woran
                            du dich erinnerst. <lb/> Markiere beispielsweise farbig, was dir
                            besonders wichtig erscheint. <lb/> Welche Beobachtungen konntest du
                            machen? Halte sie fest. </item>
            <item>Fügt in einem zweiten Schritt die Dokumentationen vom Besuch in der
                            Servitengasse hinzu und bette sie in die entstandene Karte ein. Sind dir
                            manche Dinge wichtiger erschienen als andere? Überlege, wie sich das in
                            der Darstellung äußern könnte. </item>
            <item>Schaut euch gemeinsam die entstandenen Karten an und überlegt, wie
                            sich eure unterschiedlichen Perspektiven darin wiederfinden. Sind euch
                            ähnliche Dinge aufgefallen oder ganz unterschiedliche?</item>
            <item>Diskutiert, was eure gemachten Wahrnehmungen, Beobachtungen und
                            Überlegungen für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
                            bedeuten können?</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Teil 1 des Angebotes: Lehrausgang Servitengasse</emph>
          <list>
            <item>örtlich gebunden an das Erinnerungszeichen und dessen unmittelbare
                            Umgebung</item>
            <item>Besichtigung des Erinnerungszeichens „Schlüssel gegen das Vergessen“
                            (Servitengasse 9) </item>
            <item>Vor Ort: Besprechung und Kontextualisierung der Installation und ihrer
                            Umgebung beispielsweise mittels Informationstext, der von SchülerInnen
                            vorbereitet und vorgelesen wird </item>
            <item>anschließend ausgehend vom Servitenplatz individuelle Erkundung der
                            Servitengasse (Spurensuche), einzeln oder in Kleingruppen </item>
            <item>optionale Dokumentationsmethoden besprechen (Zeichnungen, Skizzen,
                            Notizen, Fotos, Audio- und Videoaufnahmen usw.), entsprechendes Material
                            vorbereiten und mitbringen</item>
            <item>Memento Wien kann im Vorfeld oder vor Ort erprobt werden</item>
            <item>Abschluss: erneuter Treffpunkt beim Erinnerungszeichen, Zeit für
                            dringende Kommentare/Rückmeldungen einplanen</item>
          </list>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2 des Angebotes: mental mapping und Auswertung</emph>
          <list>
            <item>mit zeitlichem Abstand zum ersten Teil des Vermittlungsangebotes
                            möglich</item>
            <item>ortsungebunden (beispielsweise in der folgenden
                            Unterrichtsstunde)</item>
            <item>Erstellung einer Karte (mental mapping) anhand der Erinnerungen und
                            Dokumentationen der Exkursion zur Servitengasse</item>
            <item>benötigte Material: verschiedene Papiere in ausreichender Größe,
                            Scheren, Kleber, farbige Stifte usw.</item>
            <item>erweisen sich die gewählten Papierformate im Gestaltungsprozess als
                            nicht ausreichend, weitere Papierstreifen ankleben</item>
            <item>Notizen, Skizzen und Fotografien werden miteingebaut</item>
            <item>dokumentarische Aufzeichnungen (Zeichnungen, Skizzen, Notizen, Fotos,
                            Audio- und Videoaufnahmen usw.) in geeigneter Weise einbeziehen, dazu im
                            Vorhinein mit den SchülerInnen Möglichkeiten besprechen und gemeinsam
                            Ideen entwickeln</item>
            <item>für die Zusammenschau der entstandenen mental maps und die
                            Abschlussdiskussion ausreichend Zeit einplanen, hier sind verschiedene
                            Diskussionsformate denkbar</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list>
          <item>Die SchülerInnen erarbeiten sich neben dem historischen auch einen
                        räumlichen Bezug zur Geschichte, indem sie sich vor Ort mit einem Teil
                        lokaler Geschichte auseinandersetzen.</item>
          <item>Die SchülerInnen erkennen, wie Erinnerungskultur im öffentlichen Raum
                        sichtbar bzw. unsichtbar ist. Sie schärfen dadurch ihren Blick für die
                        eigene Umwelt und Gesellschaft und setzen sich mit kollektiver
                        Gedächtnisbildung auseinander. </item>
          <item>Die SchülerInnen reflektieren die Rolle der Kunst bzw. von künstlerischen
                        Projekten im öffentlichen Raum sowie bei der Vermittlung von
                        Erinnerung.</item>
          <item>Die Schülerinnen entwickeln ein Verständnis für die Rolle und den
                        erinnerungskulturellen Beitrag von lokalen Initiativen und dafür, dass und
                        wie Erinnerung aktiv gestaltet werden kann.</item>
          <item>Die SchülerInnen werden dazu angeregt, selbst Fragen zu stellen,
                        beispielsweise zur Geschichte des eigenen Wohnorts, zu ihrer Wohnadresse
                        oder zur eigenen Familiengeschichte.</item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Klaus-Peter Busse, Kunstpädagogische Situationen kartieren, hg. von
                        Karl-Josef Pazzini/Andrea Sabisch/Wolfgang Legler/Torsten Meyer,
                        Kunstpädagogische Positionen 15/2007, Hamburg 2007.</item>
          <item>Dieter J. Hecht/Michaela Raggam-Blesch/Heidemarie Uhl (Hg.), Letzte Orte.
                        Die Wiener Sammellager und die Deportationen 1941/42. Neuauflage. Wien:
                        Mandelbaum Verlag, 2023.</item>
          <item>Max Hoppe/ Barbara Feulner/Ulrike Ohl (Hg.), Mental Maps im
                        Geographieunterricht. Eine Unterrichtskonzeption zur Förderung des
                        Bewusstseins für die Subjektivität und Selektivität von Raumwahrnehmungen.
                        Augsburger Geographiedidaktische Impulse Band 3, 2022.</item>
          <item>Mikki Muhr, SICH VERZEICHNEN – mit Karten sich im Zwischenraum
                        orientieren. Eine künstlerische Methode für reflexive Bildungsprozesse, in:
                        Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und
                        Diskurs, 15/2012, URL:
                        http://www.erwachsenenbildung.at/magazin/12-15/meb12-15.pdf. (abgerufen
                        14.2.2025).</item>
          <item>Andrea Sabisch, Aufzeichnung und ästhetische Erfahrung, hg. von Karl-Josef
                        Pazzini/Andrea Sabisch/Wolfgang Legler/Torsten Meyer, Kunstpädagogische
                        Positionen 20/2009, Hamburg 2009.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="quellenText">
        <!-- <p> </p> -->
      </div>
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    </body>
  </text>
  <!-- <facsimile>
        <graphic><desc>x</desc></graphic> 
    </facsimile> -->
</TEI>
