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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Resselpark, 1040 Wien
Beschreibung: Die Beschäftigung mit dem Denkmal „ARCUS (‚Schatten eines Regenbogens‘)“ verbindet verschiedene Zugänge zum Thema „Als homosexuell verfolgte Menschen im Nationalsozialismus“: Rechercheauftrag im öffentlichen Raum, Meinungsbildung und persönliche Stellungnahme, Miteinbeziehen unterschiedlicher subjektiver Perspektiven und deren Reflexion. Die Arbeitsaufträge zielen darauf ab, durch die Erarbeitung des historischen Kontexts und durch die Beschäftigung mit Kontinuitäten und Brüchen innerhalb des kollektiven Gedächtnisses eine reflektierte Position zu entwickeln. Eine optionale inhaltliche Vertiefung ist vorhanden.
Ort: 1040 Wien
Zeitbedarf: 50–100 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Resselpark (1040 Wien), auch Klassenzimmer (in eingeschränkter Form)


Verbundene Orte:




Textquellen

Textquellen zur Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus

Biografie von Josef Kohout Josef Kohout wird am 25. Jänner 1915 in Wien geboren. Schon als Jugendlicher merkt Kohout, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Er ist ausgebildeter Friseur, arbeitet aber bei der Post. Im April 1939 wird er 24-jährig verhaftet. Er bestreitet zwar, homosexuell zu sein, die Gestapo hat jedoch „Beweise”: die Aussage eines Bekannten. Kohout wird vom Gericht zu einer siebenmonatigen Haftstrafe verurteilt. Nach der Haft kommt er nicht frei, sondern wird von der Gestapo in das KZ Sachsenhausen und später, ab Mai 1940, in das KZ Flossenbürg verschleppt. Dort gelingt es ihm, sechs Jahre lang zu überleben. Im KZ hat Kohout erst sexuelle Beziehungen zu einzelnen Kapos ( Funktionshäftlingen ), die ihn schützen, und er wird dann später selbst zu einem. Dies steigert seine Chance, das KZ zu überleben. Auch seine Familie hält die ganze Zeit zu ihm und versucht, ihn so gut wie möglich zu unterstützen. Am 22. April 1945 gelingt ihm nach einem Todesmarsch von Flossenbürg ins KZ Dachau die Flucht. Auf Basis von Interviews mit Kohout erscheint 1972 seine Geschichte als Buch mit dem Titel „Die Männer mit dem rosa Winkel”. Dieses Buch ist der erste Bericht über die KZ- Gefangenschaft aus der Sicht eines homosexuellen Mannes. Es wird zu einem wichtigen Beitrag in der sich gerade organisierenden Schwulenbewegung. Doch selbst der Autor Hans Neumann traut sich nicht, das Buch unter seinem echten Namen zu veröffentlichen, und wählt das Pseudonym „Heinz Heger”. Kohouts lebenslange Versuche, als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt zu werden, bleiben erfolglos. Er stirbt am 15. März 1994.


Quellenzitat

QWien/oeAD ERINNERN:AT (Hg.), „Es ist leider so, dass ich dich von Herzen lieb gewonnen habe.“ Als homosexuell verfolgt im Nationalsozialismus. Unterrichtsmaterial für die Oberstufe, Biografien und Arbeitsblätter, 19.