DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Thurnfeldgasse 14, am LKH Gelände zwischen den Gebäuden 5 und 3, 6060 Hall in Tirol
Beschreibung: Du setzt dich mithilfe eines Kurzfilms und eines Grundlagentextes mit Maria Schild, einem NS-Euthanasieopfer, auseinander. Du lernst ihre Lebensgeschichte kennen, erfährst, wie an sie erinnert wird und überlegst dir, wie die Erinnerung an sie wachgehalten werden kann.
Ort: Hall in Tirol (PLZ 6060), Bezirk Innsbruck-Land
Zeitbedarf: je nach Einsatz 100 bis 250 Minuten
Alter: 13–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Bezirk Innsbruck-Land – Maria Schild – NS-Euthanasieopfer



Didaktischer Kommentar

Der Begegnung mit Menschengeschichten im Unterricht kommt eine bedeutende Rolle zu. Die Beschäftigung mit ihrem Handeln und ihren Lebenssituationen eröffnen Lernerfahrungen zur Orientierung der SchülerInnen in der Gegenwart und zur Beantwortung geschichtlicher Fragen. Über die zusätzliche Darstellung der Erinnerungsgeschichte zu einzelnen Menschen wird Erinnerungskultur als ein historisch gewachsener Prozess greifbar. Der Umgang mit der NS-Zeit nach 1945 wird in den Blick genommen. Ein handlungsorientierter Ansatz vermittelt den SchülerInnen, dass sie mit ihrem eigenen Tun Teil der Geschichte sind. Neben der historischen Frage- und Sachkompetenz zielt das Vermittlungsangebot auf die Schulung der historischen Orientierungskompetenz ab.



Arbeitsaufträge

Einstimmen Sieh dir den Gedenkort Hall auf der DERLA-Webseite an. Bearbeite die Aufgaben und tausche dich über deine Interessen danach mit jemandem aus:

  1. Was sehe ich? Beschreibe das Gedenkzeichen so genau wie möglich.
  2. Was weiß ich? Lies die Informationen zum Gedenkzeichen genau durch.
  3. Was interessiert mich? Überlege dir mindestens drei Fragestellungen, über die du mehr erfahren möchtest.
Lernen Bearbeitet die folgenden Aufgabestellungen zu zweit und tauscht euch über eure Ergebnisse in Gruppen bzw. im Plenum aus:
  1. Lest den Text im Menüpunkt ‚Mehr Erfahren‘ und seht euch den Film im Menüpunkt ‚Videos und Audios‘ an. Ihr findet dort Informationen zu Maria Schild. Was findet ihr wichtig? Schreibt einen kurzen Text im Umfang von etwa zehn Sätzen.
  2. Erstellt einen Zeitstrahl, der mit dem Geburtsjahr von Maria Schild startet und bis in die Gegenwart reicht. Markiert zentrale Ereignisse, die im Film bzw. Text vorkommen. Wählt ein Ereignis bzw. einen Aspekt aus, der euch am meisten beschäftigt, interessiert oder nachdenklich macht. Veranschaulicht ihn mit einem Bildschirmfoto der entsprechenden Sequenz und begründet eure Auswahl. Findet einen passenden Titel für den Film. Seht euch dazu die Zitate im Menüpunkt ‚Textquellen‘ an und wählt eine kurze Passage als Titel aus.
Forschen Bearbeitet die folgenden Aufgabestellungen zu zweit und tauscht euch über eure Ergebnisse in Gruppen bzw. im Plenum aus:
  1. Die Erinnerung an Einzelschicksale von NS-Euthanasieopfern setzt erst spät ein. Überprüft diese Feststellung mithilfe der DERLA-Website im (horizontalen) Menüpunkt ‚Karte der Erinnerung‘. Die Filterfunktionen ‚Inhaltlich‘ und ‚Zeitlich‘ erleichtern die Suche. Dokumentiert eure Ergebnisse.
  2. Sucht das nächstgelegene Erinnerungszeichen an ein NS-Euthanasieopfer in der Umgebung eurer Wohnadresse und beschreibt die jeweilige Opfergeschichte bzw. den historischen Hintergrund des Zeichens.
Erinnern Schreibt eure Ideen, Gedanken und Meinungen zu den folgenden Punkten in einer Vierergruppe nieder und tauscht euch über eure Ergebnisse im Plenum aus:
  1. Überlegt, welche Bedeutung die Lebensgeschichte von Maria Schild für die Gegenwart hat. Warum ist es auch heute noch wichtig, an ihre Geschichte zu erinnern? Diskutiert darüber, welche Formen des Gedenkens die nachhaltigste Wirkung entfalten: Denkmäler, Gedenktafeln, Bücher, Filme, Kunstprojekte, Benennungen, …?
  2. Lest im Menüpunkt ‚Bildquellen‘ die Antwort der Heimatgemeinde Maria Schilds auf die Aufforderung, eine Straße oder einen Platz nach ihr zu benennen. Nennt mögliche Gründe, warum die Gemeinde Wörgl ablehnend reagierte. Die Ausführungen des Historikers Oliver Seifert im Kurzfilm helfen euch dabei.
  3. Wählt ein konkretes Projekt aus, um die Erinnerung an Maria Schild wachzuhalten. Plant die Umsetzung so genau wie möglich. Vorschläge: Gestaltung eines Schulhomepagebeitrags, Schulveranstaltung, Verfassen eines Artikels für die Lokalzeitung, Erzählungen in der Familie oder im Freundeskreis, …
Reflektieren
  1. Du hast zu Beginn drei Fragestellungen formuliert. Konntest du befriedigende Antworten finden? Diskutiert darüber im Plenum.
  2. Nehmt euch 5 Minuten Zeit, um die folgenden Satzanfänge schriftlich weiterzuführen: „Mir ist heute klar geworden, …“ und „Mich beschäftigen die Fragen, …“. Lest einige Reflexionen zum Abschluss in der Klasse vor.



Vermittlungshinweise

Das Vermittlungsangebot eignet sich für SchülerInnen ab 13 Jahren und gliedert sich in mehrere Teile, die je nach Zeitbedarf unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt steht Maria Schild, die die Nationalsozialisten im Rahmen der „ Aktion T4 “, ermordeten. Sowohl ihr Leben als auch das Andenken an sie werden in den Blick genommen. Einstimmen: Der Arbeitsauftrag startet mit einer Einzelarbeit. Durch die Betrachtung des Gedenkzeichens soll das Interesse der SchülerInnen für den Menschen hinter dem Zeichen geweckt werden. Lernen: Die SchülerInnen arbeiten paarweise mit einem Kurzfilm und einem Grundlagentext, lernen die Lebensgeschichte kennen und erfahren mehr über die Erinnerung an Maria Schild. Am Ende erfolgt ein Austausch zwischen den Gruppen. Forschen: Die SchülerInnen überprüfen die Tatsache, dass die Erinnerung an NS-Euthanasieopfer erst spät einsetzte, mithilfe der Karte der Erinnerung und lernen weitere Opfergeschichten in Zusammenhang mit der NS-Euthanasie kennen. Erinnern: Die SchülerInnen diskutieren darüber, welche Bedeutung die Lebensgeschichte in der Gegenwart hat und wie die Erinnerung an sie wachgehalten werden kann. Sie planen dazu ein konkretes Projekt, das als Klasse umgesetzt werden soll. Die SchülerInnen überlegen, warum die Erinnerung an NS-Euthanasieopfer erst so spät einsetzte. Reflektieren: Zum Abschluss versuchen die SchülerInnen darüber nachzudenken, welche Erkenntnisse ihnen diese Unterrichtseinheit vermittelt hat, was sie gelernt haben und was sie beschäftigt.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen lernen die Lebens- und Erinnerungsgeschichte eines NS-Euthanasieopfers kennen.
  • Die SchülerInnen machen sich Gedanken über die Bedeutung dieser Geschichte für die Gegenwart.
  • Die SchülerInnen diskutieren unterschiedliche Formen des Gedenkens.
  • Die SchülerInnen erkennen die Notwendigkeit von offiziellem Gedenken an die NS-Gewaltherrschaft.


  • Literatur

  • Peter Gautschi, Vom Nutzen des Biografischen für das historische Lernen, in: Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern (Hg.), Menschen mit Zivilcourage. Mut, Widerstand und verantwortliches Handeln in Geschichte und Gegenwart, Luzern 2015, 171-191.