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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Fallmerayerstraße 7, 6020 Innsbruck
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich anhand des lokalen Kriegerdenkmals mit dem Thema Krieg und Frieden auseinander. Eingebettet in die Thematik der Erinnerungskultur, erfahren sie mehr über den historischen Hintergrund des Denkmals und gestalten das Krieger- in ein Friedensdenkmal um.
Ort: Innsbruck (PLZ 6020), Bezirk Innsbruck-Stadt
Zeitbedarf: je nach Einsatz 250 bis 350 Minuten
Alter: 10 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Schultyp Volksschule – Kriegerdenkmal



Didaktischer Kommentar

Historisches Lernen ist mittlerweile fixer Bestandteil im Sachunterricht der Volksschulen, um die Kinder bei der Erschließung ihrer Lebenswirklichkeit zu unterstützen. Die vorliegende Einheit orientiert sich an den folgenden Kriterien: Aktuelle Anlässe, wie kriegerische Auseinandersetzungen, die über die Medien transportiert werden, sind bedeutend für die Inhaltsauswahl, um Fragen der Kinder in einem geschützten Rahmen zu behandeln und vorhandene Ängste abzubauen. Zusätzlich unterstützen lokalgeschichtliche Ansätze den Lernprozess, da sie an die räumlichen Erfahrungen der Kinder anknüpfen und die Geschichte in ihrer Lebenswelt thematisieren. Neben der historischen Sachkompetenz steht die Unterrichtsmethode des entdeckenden Lernens im Mittelpunkt der Einheit. Zudem zielt das Vermittlungsangebot auf die Schulung der historischen Orientierungskompetenz ab.



Arbeitsaufträge

Einstimmen

  1. Wir alle haben Vorstellungen zu Krieg und Frieden. Fordern Sie die SchülerInnen auf, in Gedanken vom Frieden zu träumen. Wie sehen diese Träume aus? Die Kinder malen entweder ein Bild dazu oder beschreiben ihre Vorstellungen in Worten.
  2. Fordern Sie die SchülerInnen auf, ihre Ergebnisse in der Klasse vorzustellen. Geben Sie den Kindern genügend Raum für ihre Gefühle und Ängste.
Lernen
  1. Tirol ist seit über 75 Jahren an keinen kriegerischen Auseinandersetzungen mehr beteiligt. Informieren Sie die SchülerInnen in einfacher Form über den Ersten und Zweiten Weltkrieg (vgl. die Informationen im Menüpunkt ‚Mehr Erfahren‘). Klären Sie Verständnisfragen zu Ihren Ausführungen am besten sofort.
  2. Die sogenannten Kriegerdenkmäler erinnern an die Gefallenen des Krieges. Fast in jedem Ort gibt es so ein Denkmal. Besuchen Sie mit Ihrer Klasse das lokale Denkmal. Fordern Sie die SchülerInnen auf, es in Kleingruppen zu erkunden. Im Menüpunkt ‚Textquellen‘ finden Sie einen möglichen Fragenkatalog. Zur Erklärung der Symbole gibt es nützliche Hinweise im Menüpunkt ‚Bildquellen‘. Machen Sie ein Foto, das Sie den Kindern später zur Verfügung stellen können.
  3. Tauschen Sie sich in der Klasse oder noch vor Ort über die Ergebnisse aus. Diskutieren Sie mit den SchülerInnen die Frage, ob es wichtig ist, sich an vergangene Ereignisse zu erinnern und Denkmäler aufzustellen. Fragen Sie, ob die Kinder andere Denkmäler kennen. Informieren Sie die SchülerInnen, wann das Denkmal entstanden ist.
  4. Auf Kriegerdenkmälern kommen häufig Symbole für Tapferkeit, Ruhm, Macht und Stärke vor. Wie sehen Symbole des Friedens aus? Fordern Sie die SchülerInnen auf, ein entsprechendes Symbol zu erfinden und zu zeichnen. Zeigen Sie den Kindern bekannte Friedenssymbole, falls einige Kinder Ideen benötigen.
Forschen
  1. In Kleingruppen sollen die Kinder mindestens fünf Personen zum Kriegerdenkmal befragen. Besprechen Sie vorab einen möglichen Fragenkatalog, der die Interessen der Kinder in den Vordergrund stellt. Vervielfältigen Sie das Foto des Denkmals für die Kleingruppen und ihre Interviews. Mögliche Leitfragen sind:
    • Kennst du das Kriegerdenkmal und weißt du, woran es erinnert?
    • Hast du es schon einmal genau angesehen?
    • Welche Gedanken/Gefühle hast du, wenn du das Denkmal siehst?
    • Ist das Denkmal wichtig, warum (nicht)?
    • Hättest du das Denkmal genau so gestaltet oder hättest du etwas anders gemacht?
    • Stört dich etwas an dem Denkmal?
  2. Sammeln Sie die Ergebnisse der Befragung in der Klasse und sprechen Sie mit ihren SchülerInnen darüber.
Erinnern
  1. Kriegerdenkmäler sind aufgrund ihres Entstehungshintergrunds (vgl. die Informationen im Menüpunkt ‚Mehr Erfahren‘) und der verwendeten Symbolik nicht unproblematisch. Ein Krieg löst keine Probleme. Er bringt viel Leid mit sich, Menschen werden ermordet oder müssen fliehen. Abgesehen davon ist es nicht richtig, die gefallenen Wehrmachtssoldaten als „Helden“ darzustellen, die fernab ihrer Heimat angeblich das „Vaterland“ verteidigten. Das Kriegerdenkmal soll daher nicht nur an den Krieg, sondern auch an den Frieden erinnern. Sammeln Sie mit den SchülerInnen in Kleingruppen Ideen, wie das Denkmal verändert werden könnte. Mögliche Hinweise sind:
    • Tauscht bestimmte Begriffe aus oder formuliert neue Inschriften, die auch Fragen sein können.
    • Ergänzt das Denkmal durch Friedenssymbole oder tauscht andere Symbole aus.
  2. Fordern Sie die Kinder auf, ihre Ideen mithilfe des Fotos zu veranschaulichen. Mittels Museumsrundgang werden die Ergebnisse der Kleingruppen vorgestellt. Entscheiden Sie sich in einer Diskussion, welche Vorschläge der Öffentlichkeit (Gemeindezeitung, Elternabend, Gemeindevertretung,…) präsentiert werden.
Reflektieren
  • Fordern Sie die Kinder auf, sich 10 Minuten Zeit zu nehmen, um die folgenden Satzanfänge schriftlich weiterzuführen: „Mir ist klar geworden, …“ und „Mich beschäftigen die Fragen, …“. Geben Sie den Kindern die Möglichkeit, ihre Ausführungen zum Abschluss in der Klasse vorzulesen.



Vermittlungshinweise

Das Vermittlungsangebot eignet sich für SchülerInnen ab 10 Jahren und gliedert sich in mehrere Teile, die je nach Zeitbedarf unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Die Arbeitsaufträge sollten von der Lehrperson weitergegeben werden und sich an den Fragen der Kinder orientieren. Die vorgeschlagenen Aufträge sind als Vorschlag zu verstehen, der im Bedarfsfall abgeändert werden muss. Kinder mit Kriegs- bzw. Fluchterfahrungen müssen mit besonderer Sensibilität durch die Unterrichtseinheit begleitet werden. Im Mittelpunkt steht die Erkundung des lokalen Kriegerdenkmals. Die SchülerInnen erfahren mehr über den historischen Hintergrund und machen sich Gedanken über die öffentliche Erinnerungskultur. Einstimmen: Die SchülerInnen stimmen sich mit ihren Vorstellungen zu Krieg und Frieden auf die Thematik ein. Lernen: Paarweise analysieren die SchülerInnen das lokale Kriegerdenkmal anhand eines vorbereiteten Fragenkatalogs. Besonderes Augenmerk wird auf die vorhandenen Symbole gelegt. Abschließend zeichnen die SchülerInnen Symbole des Friedens. Forschen: Die SchülerInnen befragen weitere Personen über das Denkmal. Sie arbeiten im einem vorbereiteten Fragenkatalog, sollen aber auch eigene Fragen formulieren. Erinnern: Die SchülerInnen sammeln Ideen, um das Kriegerdenkmal in ein Friedensdenkmal umzugestalten. Ausgewählte Entwürfe sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Reflektieren: Zum Abschluss versuchen die SchülerInnen darüber nachzudenken, welche Erkenntnisse ihnen diese Unterrichtseinheit vermittelt hat, was sie beschäftigt und was sie gelernt haben.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen lernen Grundlageninformationen zum Ersten und Zweiten Weltkrieg kennen.
  • Die SchülerInnen analysieren ein Kriegerdenkmal und machen sich Gedanken über den Sinn von Denkmälern.
  • Die SchülerInnen gestalten das Kriegerdenkmal in ein Friedensdenkmal um und hinterfragen Erinnerungsprozesse im öffentlichen Raum.


  • Literatur

  • Gemeinsam für Afrika e. V. (Hg.), Frieden – Gemeinsam für Afrika, Unterrichtsmaterialien zum Thema Frieden für die Grundschule, Berlin 2016, 11f.
  • Imke Häusler, Kinder im Krieg, Unterrichtsmaterialien für den fächerübergreifenden Unterricht in der Grundschule (hrsg. von der Kindernothilfe), Duisburg 2009, 19.
  • Sebastian Kühn, Geschichte auf dem Friedhof. Kriegerdenkmäler als historisch-politisches Dokument, in: Geschichte lernen 19 (2005), Heft 106, 60-66, hier 60ff.
  • Dietmar von Reeken, Historisches Lernen im Sachunterricht. Eine Einführung mit Tipps für den Unterricht (Dimensionen des Sachunterrichts 2), 6. erw. u. akt. Aufl., Baltmannsweiler 2020.
  • Dirk Witt, Lernen vor Ort. Ideen und Materialien für Unterrichtsgänge in Geschichte und Politik, Mühlheim an der Ruhr 2013, 67f.