DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Eduard-Wallnöfer-Platz, 6020 Innsbruck
Beschreibung: Du setzt dich mithilfe von Biografien einzelner Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen sowie aus verschiedenen Tiroler Bezirken mit dem Thema Widerstand auseinander. Gleichzeitig lernst du die Geschichte des Befreiungsdenkmals am Platz vor dem Tiroler Landhaus kennen und erfährst, wie man sich in der Nachkriegszeit an WiderstandskämpferInnen erinnert hat.
Ort: Innsbruck (PLZ 6020), Bezirk Innsbruck-Stadt
Zeitbedarf: je nach Einsatz 100 bis 250 Minuten
Alter: 15–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Schultyp Berufsschule – Erinnern an den Widerstand gegen das NS-Regime



Didaktischer Kommentar

Der Begegnung mit Biografien im Unterricht kommt eine bedeutende Rolle zu. Die Beschäftigung mit den Lebenssituationen von Menschen und ihrem Handeln eröffnet Lernerfahrungen zur Orientierung der SchülerInnen in der Gegenwart und zur Beantwortung geschichtlicher Fragen. Die Darstellung der Erinnerungsgeschichte zu einzelnen Menschen macht Erinnerungskultur als einen historisch gewachsenen Prozess greifbar und nimmt den Umgang mit der NS-Zeit nach 1945 in den Blick. Ein handlungsorientierter Ansatz vermittelt den SchülerInnen, dass sie mit ihrem eigenen Tun Teil der Geschichte sind. Die Beschäftigung mit den Biografien der WiderstandskämpferInnen trägt zur Entwicklung von kritischen Haltungen gegenüber gesellschaftlichen Weltanschauungen, zum Aufbau eigener Wertehaltungen sowie zur Förderung der Fähigkeit zur selbstständigen Beurteilung von politischen Sachverhalten bei. Ein zentrales Ziel historischer Lernprozesse ist es, den Konstruktionscharakter von Geschichte nachvollziehen zu können. Diesem Konstruktionscharakter unterliegt auch die im öffentlichen Raum praktizierte Erinnerungskultur. Das vorliegende Angebot macht dies am Beispiel des Widerstandsgedenkens deutlich. Außerdem begegnen die SchülerInnen Menschengeschichten, die sich durch ausgesprochene Zivilcourage auszeichnen. Die Beschäftigung mit ihrem Handeln und ihren Lebenssituationen eröffnen Lernerfahrungen zur Orientierung der SchülerInnen in der Gegenwart und zur Beantwortung geschichtlicher Fragen. Ein handlungsorientierter Ansatz vermittelt den SchülerInnen, dass sie mit ihrem eigenen Tun Teil der Geschichte sind. Neben der historischen Frage- und Sachkompetenz zielt das Vermittlungsangebot auf die Schulung der historischen Orientierungskompetenz ab.



Arbeitsaufträge

Einstimmen Sieh dir das Befreiungsdenkmals am Landhausplatz auf der DERLA-Webseite genau an. Bearbeite die Aufgaben und tausche dich über deine Gedanken danach mit jemandem aus:

  1. Was sehe ich? Beschreibe die Gedenkzeichen so genau wie möglich.
  2. Was weiß ich? Lies die Informationen zum Gedenkzeichen genau durch.
  3. Was interessiert mich? Überlege dir mindestens drei Fragestellungen, zu denen du mehr erfahren möchtest.
Lernen Bearbeitet die folgenden Aufgabestellungen zu zweit und tauscht euch über eure Ergebnisse in Gruppen bzw. im Plenum aus:
  1. Lest den Text im Menüpunkt ‚Mehr Erfahren‘. Ihr findet dort Informationen zum Thema Widerstand und seine Erinnerung. Wählt dann auf der Homepage www.eduard-wallnoefer-platz.at die Biografie eines Widerstandskämpfers/einer Widerstandskämpferin aus, die aus eurem Bezirk stammt oder einen ähnlichen Beruf hatte wie ihr. Was möchtet ihr euch von der Lebensgeschichte merken, was findet ihr wichtig? Schreibt einen kurzen Text im Umfang von etwa sechs bis acht Sätzen.
  2. Erstellt einen Zeitstrahl, der mit dem Geburtsjahr der Person, deren Biografie ihr gewählt habt, startet und bis in die Gegenwart reicht. Markiert zentrale Ereignisse, die im Text vorkommen. Wählt ein Ereignis bzw. einen Aspekt aus, der euch am meisten beschäftigt, interessiert oder nachdenklich macht. Begründet eure Auswahl.
Forschen Bearbeitet die folgenden Aufgabestellungen zu zweit und tauscht euch über eure Ergebnisse in Gruppen bzw. im Plenum aus:
  1. Seht euch den Weg der Erinnerung zum Erinnern an den Widerstand gegen das NS-Regime auf der DERLA-Webseite an und bearbeitet dann folgende Aufgaben: Welche unterschiedlichen Formen von Gedenkzeichen habt ihr gefunden? Überlegt euch, welches Gedenkzeichen ihr am wirkungsvollsten findet und begründet euren Standpunkt.
  2. Frauen kommen in der Erinnerungslandschaft viel seltener vor als Männer. Überprüft diese Feststellung mithilfe der DERLA-Website im (horizontalen) Menüpunkt ‚Karte der Erinnerung‘. Die Filterfunktion ‚Analytisch‘ erleichtert die Suche. Sucht das nächstgelegene Erinnerungszeichen an eine Frau in der Umgebung eurer Wohnadresse und beschreibt die jeweilige Opfergeschichte bzw. den historischen Hintergrund des Zeichens.
Erinnern Schreibt eure Ideen, Gedanken und Meinungen zu den folgenden Punkten in einer Vierergruppe nieder und tauscht euch über eure Ergebnisse im Plenum aus:
  1. Überlegt, welche Bedeutung die Lebensgeschichte von WiderstandskämpferInnen für die Gegenwart hat. Warum ist es auch heute noch wichtig, an diese Geschichten zu erinnern?
  2. Wählt ein konkretes Projekt aus, um an den Menschen zu erinnern, für dessen Biografie ihr euch anfangs entschieden habt. Plant die Umsetzung so genau wie möglich. Vorschläge: Gestaltung eines Schulhomepagebeitrags, Schulveranstaltung, Verfassen eines Artikels für die Lokalzeitung, Erzählungen in der Familie oder im Freundeskreis, …
Reflektieren
  1. Du hast zu Beginn drei Fragestellungen formuliert. Konntest du befriedigende Antworten finden? Diskutiert darüber im Plenum.
  2. Nimm dir 5 Minuten Zeit, um die folgenden Satzanfänge schriftlich weiterzuführen: „Mir ist heute klar geworden, …“ und „Mich beschäftigen die Fragen, …“. Lest einige Reflexionen zum Abschluss in der Klasse vor.



Vermittlungshinweise

Das Vermittlungsangebot eignet sich für SchülerInnen ab 15 Jahren und gliedert sich in mehrere Teile, die je nach Zeitbedarf unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Widerstand gegen das NS-Regime geleistet haben. Sowohl ihr Leben als auch das Andenken an sie werden in den Blick genommen. Bei der Beschäftigung mit den Biografien stellt sich immer wieder die Frage nach Handlungsspielräumen in Zeiten einer Diktatur. Einstimmen: Der Arbeitsauftrag startet mit einer Einzelarbeit. Durch die Betrachtung des Gedenkzeichens soll das Interesse der SchülerInnen für die Menschen hinter dem Zeichen geweckt werden. Lernen: Die SchülerInnen arbeiten mit den Biografien von WiderstandskämpferInnen, deren Namen auf dem Befreiungsdenkmal zu lesen sind. Sie suchen nach einem Menschen, der aus ihrem Bezirk ist und/oder denselben Beruf hat, für den sie in Ausbildung sind. Sie erfahren mehr über sein Leben und seine Form des Widerstandes. Am Ende erfolgt ein Austausch zwischen den Gruppen. Forschen: Die SchülerInnen suchen anhand des Weges der Erinnerung zu Widerstand nach weiteren Gedenkzeichen für WiderstandskämpferInnen. Sie überlegen, welche Form des Erinnerns die nachhaltigste Wirkung hat. Erinnern: Die SchülerInnen diskutieren darüber, welche Bedeutung die Lebensgeschichten der WiderstandskämpferInnen in der Gegenwart haben und wie die Erinnerung an sie wachgehalten werden kann. Sie planen dazu ein konkretes Projekt, das in der Lerngruppe umgesetzt werden soll. Reflektieren: Zum Abschluss denken die SchülerInnen darüber nach, was ihnen durch diese Unterrichtseinheit im Besonderen klar geworden ist, was sie gelernt haben und was sie noch beschäftigt.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen lernen die Lebensgeschichten von Menschen kennen, die sich mit Worten und Taten gegen die NS-Herrschaft gestellt haben.
  • Die SchülerInnen machen sich Gedanken über die Bedeutung dieser Geschichten für die Gegenwart.
  • Die SchülerInnen diskutieren unterschiedliche Formen des Gedenkens.
  • Die SchülerInnen erkennen die Notwendigkeit von offiziellem Gedenken an die NS-Gewaltherrschaft.


  • Literatur

  • Peter Gautschi, Vom Nutzen des Biografischen für das historische Lernen, in: Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern (Hg.), Menschen mit Zivilcourage. Mut, Widerstand und verantwortliches Handeln in Geschichte und Gegenwart, Luzern 2015, 171-191.
  • Gisela Hormayr, Der Widerstand gegen das NS-Regime, in: Wilfried Beimrohr (Hg.), Zeitgeschichtliche Streiflichter: Tirol in der Ersten Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Ein Unterrichtsbehelf für Lehrerinnen und Lehrer, Innsbruck 2010, 217-251.