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        <title xml:lang="de">Vergessene Geschichten der Rosegger Opfer in Erinnerung rufen</title>
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          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
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            <forename>Sebastian</forename>
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            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
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          <orgName ref="https://www.graz.at/">Stadt Graz</orgName>
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          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
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        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale Erinnerungslandschaften</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
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          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
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            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
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          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
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            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
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      </seriesStmt>
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        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw. Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert. Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen, weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann, wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
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    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
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      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Die SchülerInnen setzen sich vertieft mit der lokalen Geschichte des Nationalsozialismus in der Gemeinde Rosegg auseinander und lernen die Opfer des NS-Systems kennen. Darüber hinaus befassen sie sich mit der Entwicklung der österreichischen Erinnerungskulturen und deren Konfliktlinien.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">Gemeinde Rosegg – am Platz vor der Kirche</p>
        <p rend="Zeitbedarf">flexibel gestaltbar, von 2 Unterrichtseinheiten bis zu 4 Unterrichtseinheiten (1UE pro Teil)</p>
        <p rend="Alter">ab 13 Jahren </p>
        <p rend="Vermittlungsort">außerschulischer Lernort Rosegg (Teil 2) und ortsungebunden im Klassenzimmer (Teil 1, Teil 3-5)</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">

        <p>
               Das Denkmal in Rosegg wurde im Gedenken an die NS-Opfer aus der Gemeinde errichtet und soll die Erinnerung an die acht Menschen, die im Zuge des NS-Terrors ihr Leben verloren haben, hochhalten. Die meisten der Rosegger Opfer wurden inhaftiert, weil sie wie etwa
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar44">Rozalia Sovdat</ref>
               und
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar43">Hermann Pischelsberger</ref>
               den Widerstand unterstützten oder eine andere politische Meinung vertraten so wie
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar42">Valentin Kargel</ref>
               . Zwei von den acht Ermordeten –
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar47">Alois Morokutti</ref>
               und
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar48">Paul Resetschnig</ref>
               – fielen der
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss217">Aktion T4</ref>
               zum Opfer.
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          <emph style="bold">Über das Denkmal</emph>
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               Das Denkmal wurde 2011 vom Verein Erinnern Rosegg/Rožek se spominja errichtet. Zunächst wirkt das eiserne würfelförmige Denkmal auf die Betrachtenden hart, kalt und unnahbar. Diese Wirkung ist jedoch Absicht: „Das Maß, die Symmetrie, das Material und die Fertigung sollen die brutale und unüberwindbare Härte des nationalsozialistischen Systems, die kategorische Ausschließung der Vielfalt, also von allem und allen Andersartigen darstellen.“ (Verein Rosegg 2011). Die sechs Seitenflächen des Würfels sind in der Mitte ausgeschnitten, damit man ins Innere des Würfels hineinsehen kann. Das stellt einerseits die Überwindung des Systems der Nationalsozialisten dar, andererseits bekommt man dadurch Einblicke in den Kern des Systems – so das Konzept der zwei Künstler Peter Meisterl und Rudi Melcher. Die Abmessungen des Denkmals ermöglichen eine allseitige Betrachtung der Durchbrüche. Schaut man durch die Durchbrüche ins Zentrum des Würfels, verneigt man sich unweigerlich vor den Opfern (vgl. ebd.). In der Mitte des Würfels befindet sich ein Buchstabenhaufen, der die Auflösung und Auslöschung der Namen und somit der Menschen und Identitäten symbolisiert und auf die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten hinweist. Am äußersten Rand der Seiten sind die Namen der acht Ermordeten angebracht. Damit wird symbolisch dargestellt, dass die Opfer durch das NS-System an den äußersten Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Mit dem performativen Akt der Nennung wird aber auch die Würde der Opfer wiederhergestellt, ihr Leid und das Unrecht, das ihnen angetan wurde, wird ins kollektive Bewusstsein zurückgeholt.
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          <emph style="bold">Rosegg im Zweiten Weltkrieg. Historische Kontextualisierung (vgl. Koroschitz 2010, 9-27)</emph>

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               Die Gemeinde Rosegg galt bereits seit Anfang der 1920er Jahre als Hochburg der Kärntner Nationalsozialisten. Deutschnational ausgerichtete Vereine waren hier bereits vor dem so genannten
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss4">Anschluss</ref>
               (1938) aktiv und übten Propagandatätigkeiten aus, die sich auch gegen Kärntner SlowenInnen richteten. Selbst das Betätigungsverbot für die NSDAP durch die
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss5">Dollfuß-Regierung</ref>
               1933 konnte die seither illegal agierenden NationalsozialistInnen nicht aufhalten. Die Kärntner NSDAP entwickelte sich zu einer starken Untergrundbewegung mit zahlreichen
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss245">Sabotage-</ref>
               und Gewaltaktionen. Die Lage verschlechtere sich für
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss244">politisch Andersdenkende</ref>
               , rassistisch Verfolgte und
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss238">Kärntner SlowenInnen</ref>
               mit Hitlers Machtergreifung in Österreich schlagartig. Bereits unmittelbar nach dem so genannten Anschluss im März 1938 wurden die ersten Kärntner Slowenen verhaftet und Zweisprachigkeit wurde bekämpft. Mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Jugoslawiens 1941 verschärfte sich der Terror gegenüber der slowenischen Bevölkerung in Kärnten: Kärntnerslowenische Geistliche wurden von der
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss62">Gestapo</ref>
               festgenommen, in
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss91">Konzentrationslager</ref>
               gebracht, wo sie den Tod fanden.
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               Gleichzeitig begannen auch die
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss235">zwangsweisen Aussiedlungen</ref>
               und
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss192">Deportationen</ref>
               der slowenischen Bevölkerung. Aus den besetzten Gebieten in Slowenien wurden von 1941 bis 1945 63 000 Slowenen deportiert. Da die Nationalsozialisten deutschsprachige Volksgruppen, die außerhalb des Reichsgebietes lebten, „heim ins Reich“ holen wollten, wurden die slowenischsprachige Bevölkerung enteignet und ausgesiedelt, auch im Gemeindegebiet von Rosegg. Der NS-Terror, der sich somit auch gegen die zivile Bevölkerung richtete, führte in Kärnten zur bewaffneten
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss118">Partisanenbewegung</ref>
               , zu der sich nicht nur
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss218">Deserteure</ref>
               , sondern zunehmend auch Frauen anschlossen (vgl. Koroschitz 2010, 22-23). Der Widerstand der
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss243">Kärntner PartisanInnen</ref>
               zählte zu den wirksamsten Aktionen gegen Nazideutschland. Ihm kam letztendlich auch beim Zustandekommen des Staatsvertrages eine wichtige Rolle zu, zumal in der
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss106">Moskauer Erklärung</ref>
               von 1943 die Alliierten Österreich aufforderten, einen eigenen Beitrag zu seiner Befreiung zu leisten. Diese Eigenleistung wäre ohne die Partisanenbewegung undenkbar gewesen.
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          <emph style="bold">Konkurrierende Erinnerungen. Der erinnerungspolitische Kontext</emph>

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               Obwohl die Kärntner Partisanenbewegung essentiell für die Befreiung des Landes (1945) und die Wiedererlangung der Unabhängigkeit mit dem
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss246">Staatsvertrag</ref>
               (1955) war, hatte die österreichische Mehrheitsgesellschaft wie auch die Politik wenig Interesse an der Lage der zurückgekehrten, ausgesiedelten Kärntner SlowenInnen und noch weniger Dank für die PartisanInnen. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste zwar der Widerstand zur Inszenierung eines neuen Österreich-Bildes im Sinne des
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss234">Antifaschismus</ref>
               herhalten. Das Hochhalten der Erinnerung an den Widerstand stimmte aber keineswegs mit dem Selbstverständnis des Großteils der Bevölkerung überein, der nach wie vor Sympathien für das nationalsozialistische Regime hegte und den Widerstand ablehnte. Mit der Etablierung der
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss242">Opferthese (Opfermythos)</ref>
               und mit der Rehabilitierung der Wehrmachtssoldaten als „Heimatverteidiger“ wurde schließlich der Widerstand gegen das NS-Regime als „Verrat“ und „Aufruhr“ interpretiert (Uhl 2006, 308). Als Opfer galten nunmehr alle Wehrmachtssoldaten, die für die Heimat starben, Kriegsheimkehrer, die die Gefangenschaft bei den Alliierten überlebten, sowie jene aus der Zivilbevölkerung, die bei den Bombenangriffen ums Leben kamen. Die von dem NS-System Verfolgten und Ermordeten – Juden und Jüdinnen, Roma/Romni und Sinti/Sintizas, Menschen, die der Euthanasie zum Opfer fielen, sowie Kärntner SlowenInnen und Kärntner PartisanInnen – wurden lange Zeit aus dem kollektiven Gedächtnis und aus der offiziellen Erinnerungspolitik Österreichs ausgeblendet, die an ihnen verübten Gewaltgeschichten wurden verharmlost oder verschwiegen. Das Denkmal für die NS-Opfer in Rosegg hat in diesem Sinne das Ziel, auch diese Opfer und ihre vergessene Geschichte sichtbar zu machen und zum integrativen Bestandteil österreichischer Erinnerung zu machen.
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               Julia Hammer und Hajnalka Nagy
            </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Werner Koroschitz, Zum Schweigen verurteilt, in: Verein Erinnern Rosegg - Rožek se spominja (Hg.), Zeichen setzen. NS-Opfer der Marktgemeinde Rosegg. / Obudimo sponim. Na žrtve nacionalnega socializma tržne občine Rožek, Klagenfurt 2010, 9-27.</item>
          <item>Heidemarie Uhl, Der „österreichische Freiheitskampf“. Zu den Transformationen und zum Verblassen eines Gedächtnisortes, in: Helmut Kramer/Karin Liebhart/Friedrich Stadler (Hg.), Österreichische Nation – Kultur – Exil und Widerstand. In memoriam Felix Kreissler, Münster 2006, 303–311.
Verein Erinnern Rosegg - Rožek se spominja (Hg.), Zeichen setzen. NS-Opfer der Marktgemeinde Rosegg, Klagenfurt 2010.</item>
          <item>Verein Erinnern Rosegg - Rožek se spominja (Hg.), Erinnern. Denkmal für die Rosegger Opfer des Nationalsozialismus, Klagenfurt 2011.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Vergessene Geschichten der Rosegger Opfer in Erinnerung rufen</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>
        <p>Das Denkmal ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte des Nationalsozialismus in der Gemeinde Rosegg, insbesondere mit der Geschichte der Kärntner SlowenInnen während dem und nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand von Biografien wird SchülerInnen ersichtlich, aus welchen Gründen Menschen verhaftet, verfolgt und ermordet wurden. Durch die Biografien erhalten die in Vergessenheit geratenen Opfer ein Gesicht. Ein Teil des Moduls konzentriert sich auf die Ästhetik und Symbolik des Denkmals – dieser Teil soll unbedingt vor Ort durchgeführt werden, damit SchülerInnen sinnliche Erfahrungen machen können. Das Vermittlungsangebot kann mit dem dynamischen Vermittlungsangebot „Auseinandersetzung mit Namensdenkmälern“ kombiniert werden, u.a. zu Themen wie Relevanz der Namen, Tilgung von Namen, Intention von Namendenkmälern.</p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
          <emph style="bold">
            <emph style="color">Teil 1: Einstieg. Wozu erinnern?</emph>
          </emph>
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            <item>Warum erinnern sich ganze Gemeinschaften? Sammele einige Ideen zu dieser Frage!</item>
            <item>Wie äußert sich im öffentlichen Raum die Erinnerungsarbeit einer Gemeinschaft?</item>
            <item>
                     Lest die folgenden Gedanken von Hubertus Adam und diskutiert über die Funktion vom ‚Erinnern‘. Findet ihr Gemeinsamkeiten zu euren Gedanken? Gibt es noch Aspekte in diesem Text, die ihr noch nicht beachtet habt?
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              <emph style="cursive">„Sich mit Denkmälern auseinander zu setzen, bedeutet, die Frage nach der Erinnerung zu stellen und sich bewusst zu werden, welchen Stellenwert vergangene Ereignisse und Personen in der Gegenwart haben -und welchen sie haben sollten. Es bedeutet auch, danach zu fragen, auf welche Weise und mit welchen Mitteln ein Denkmal an das Vergangene erinnert.“ (Adam 1993, 9)</emph>
            </item>
            <item>Formuliert schließlich in Stichworten, welche Funktionen Denkmäler erfüllen können und welche Fragen man bei der Untersuchung eines Denkmals stellen kann.</item>
          </list>
          <emph style="bold">
            <emph style="color">Teil 2: Zum Erinnerungszeichen</emph>
          </emph>
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            <item>Schaut euch das Denkmal aufmerksam an, ohne die Informationstext („Mehr erfahren“) zu lesen. Welche sind eure ersten Assoziationen und Eindrücke?</item>
            <item>Diskutiert folgende Punkte: Wie findet ihr die Gestaltung? Womit verbindet ihr Form und Material? Was könnten die Buchstaben in der Mitte symbolisieren? Untersucht das Denkmal anhand der Fragen, die ihr bereits ausgehend des Adam-Zitates notiert habt. Welche dieser Fragen blieben noch offen?</item>
            <item>Lest den zweiten Unterpunkt des Informationstextes („Über das Denkmal“) zum Erinnerungszeichen („Mehr erfahren“), um mehr über die Überlegungen der Künstler zu erfahren. Was erfährt ihr über die Symbolik des Denkmals und einzelner Teile des Erinnerungszeichens?</item>
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            <emph style="color">Teil 3: Den historischen Kontext kennenlernen</emph>
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            <item>Lest den dritten Unterpunkt des Informationstextes („Rosegg im Zweiten Weltkrieg“). Was erfährt ihr über die NSDAP? Welche Gruppen von Menschen fielen dem Nationalsozialismus zum Opfer?</item>
            <item>Lest den ZeitzeugInnen-Bericht über die Aussiedlung von Kärntner SlowenInnen in den Textquellen. Welche Details erfährt ihr über die Aussiedlung? Warum und unter welchen Umständen mussten Kärntner SlowenInnen ihr Heim verlassen?</item>
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            <emph style="color">Teil 4: Die Opfer</emph>
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            <item>
                     Beschäftigt euch mit der Biografie von
                     <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar44">Rozalia Sovdat,</ref>
              <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar43">Hermann Pischelsberger,</ref>
              <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar42">Valentin Kargel,</ref>
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                target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar47">Alois Morokutti</ref>
                     und
                     <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar46">Franz Uršic</ref>
                     . Ihr findet sie im Archiv der Namen. Findet heraus, warum diese Menschen verfolgt oder verhaftet wurden und wo sie ums Leben kamen. Diskutiert, was ihr über deren Einstellung zum Nationalsozialismus erfährt.
                  </item>
            <item>Recherchiert zu den Todesorten dieser Opfer. Wo befinden sich diese Orte und wofür sind sie bekannt?</item>
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            <emph style="color">Teil 5: Zur Entwicklung der Erinnerungskultur</emph>
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            <item>Lest den letzten Teil des Informationstextes „Konkurrierende Erinnerungen“. Was war charakteristisch für den Umgang mit der NS-Zeit und mit dem Widerstand nach dem Krieg?</item>
            <item>Besprecht Gründe, warum es so lange (bis in die 2010er Jahre) gedauert hat, bis ein Erinnerungszeichen für die Opfer des Nationalsozialismus in Rosegg errichtet werden konnte.</item>
            <item>In Österreich stehen viele Erinnerungen im Konflikt miteinander: einer davon ist der Konflikt zwischen dem Opfernarrativ („alle sind Opfer“) und dem Widerstandsnarrativ (eigene Leistung zur Befreiung). Ein weiterer Konfliktlinie in Kärnten zieht sich zwischen der Erinnerung an den so genannten Abwehrkampf (nach dem Ersten Weltkrieg) und der Erinnerung an die Kärntner Partisanenbewegung (Zweiter Weltkrieg). Diese Konflikte versuchen die verschiedenen Erinnerungsgemeinschaften auch im öffentlichen Raum – zum Beispiel in Form von Denkmalerrichtungen - auszutragen. Recherchiert in eurer Umgebung Ausprägungen dieser Konflikte. Wie wird in eurer Stadt/Gemeinde der Zweite Weltkrieg erinnert? Welche und wessen Erinnerungen dominieren in der Denkmallandschaft?</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>Die einzelnen Arbeitsaufträge dieses Moduls können flexibel kombiniert werden, das Modul muss nicht zwingend vom Teil 1 bis 5 durchgearbeitet werden. Teil 1 und 5 sind optional und dienen als thematische Klammer rund um das Thema „Kollektive Erinnerung in Österreich“. Der Einstieg (Teil 1) soll SchülerInnen für die gesellschaftliche Bedeutsamkeit des Erinnerns sensibilisieren, während Teil 5 die Konfliktlinien und Transformationen der österreichischen Erinnerungskulturen sichtbar macht. Hier soll SchülerInnen durch entdeckendes Lernen ermöglicht werden, selbständig nach Erinnerungszeichen in ihrer Umgebung zu suchen. Eine Exkursion zum Denkmal in Rosegg ist im Teil 2 vorgesehen und ist unumgänglich, damit SchülerInnen dieses besondere Erinnerungszeichen auch sinnlich erfahren und über dessen Ästhetik diskutieren können. Teil 3 (historische Kontextualisierung) und Teil 4 (Auseinandersetzung mit den Biografien von Opfern) kann auch als Referat erfolgen, die vor Ort präsentiert werden können.</p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list>
          <item>Die SchülerInnen beschäftigen sich mit Regionalgeschichte</item>
          <item>Die SchülerInnen reflektieren gesellschaftliche Erinnerungsprozesse</item>
          <item>Die SchülerInnen befassen sich mit Formensprache und der damit verbundenen Wirkungsweise von Denkmälern</item>
          <item>Die SchülerInnen erhalten Einblicke in verschiedene Opfergruppen und Opferschicksale</item>
          <item>Die SchülerInnen erhalten Einblicke in österreichische Erinnerungskulturen und finden eigene Zugänge zur Erinnerungskultur</item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Hubertus Adam, Denkmäler und ihre Funktionsweise, in: Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Abteilung für Politische Bildung (Hg.), Denkmal und Erinnerung. Spurensuche im 20. Jahrhundert. Anregungen für Schülerinnen- und Schülerprojekte, Wien 1993.</item>
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      <div type="quellenText">
        <p>
               „Eine schwere Hand trommelt auf die Fensterscheiben und rüttelt uns aus süßen Träumen.
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               ‚Aufmachen, Geheime Staatspolizei ist da!‘ befiehlt eine raue Stimme. Ein scharfes Schwert durchzuckt meine Seele. Jene todbringende Gesellschaft, vor der jeder Ehrenmann zittert. Nur mit letzter Mühe kann ich die Worte ‚Jozej, hörst du?‘ hervorbringen.
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               ‚Ja, ich habe gehört, was wollen sie bloß?‘. In Todesangst stehen wir auf und ziehen uns notdürftig an. […]
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               Er bekreuzigt sich und öffnet die Haustür. Ängstlich folge ich ihm. Zwei Herren der berüchtigten Hitlerorganisation SS treten ein. Er muß ihnen die Stube zeigen. Die Ankömmlinge setzen sich zum Tisch, nehmen aus der Tasche ein Schriftstück und lesen laut die Namen aller Familienmitglieder vor. Auch unser Großvater, der am 20. Februar 1942 verstarb, war darauf.
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               Als er fertig gelesen hatte, sagte er militärisch hart:
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               ‚Ich habe ihnen mitzuteilen, daß sie binnen einer halben Stunde mit ihrer ganzen Familie das Haus zu verlassen haben. Sie werden ausgesiedelt. Geld, wichtige Dokumente, Kleider und Wäsche dürft ihr mitnehmen, alles übrige bleibt beim Haus.‘
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               Unbeschreiblich sind die damaligen Gefühle. […]
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               ‚Was haben wir verbrochen, daß ihr uns so grausam aus der Heimat davonjagt?‘
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               ‚Ihr müsst aus diesem Gebiet, weil ihr der Ausbreitung des Deutschtums im Wege steht!‘
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               ‚Wohin sollen wir?‘ Wohin wollt ihr uns mit all den keinen Kindern zerren?‘
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               ‚Heute geht’s zum Sammelplatz nach Klagenfurt und dann nach Deutschland. Wohin, weiß ich auch nicht. Macht euch schnell fertig!‘
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               Rauh und unerbittlich wie die ganze eiserne Hitlerdiktatur war seine Stimme. Mittlerweile wurde auch die Großmutter, die im selben Raum schlief, munter. Verständnislos starrte sie vor sich hin. Fassungslos waren wir alle, und ich wußte nicht, wie und wo ich mit dem Packen beginnen sollte. […] Wir waren sicher, daß auch meine Eltern aus Rosegg vertrieben würden.
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               […] Schnell verbreitete sich die Nachricht im ganzen Dorf, und das Haus füllte sich mit Nachbarn. Manche halfen uns beim Packen, andere trugen verschiedene Sachen in einen sicheren Raum. Viele weinten nur, vor allem beim Anblick der kleinen Kinder. […] Nun erfuhren wir noch von anderen Familien, die dasselbe Schicksal ereilte.“
            </p>
        <caption>Titel / Beschreibung</caption>
        <p>Zeitzeugenbericht von Ljudmila Sticker aus St. Peter im Rosental aus ihren 1971 verfassten Tagebuchaufzeichnungen über die Ereignisse des 14. April 1942</p>
        <caption>Quellenzitat</caption>
        <p>Werner Koroschitz, Helge Stromberger (Hg.): Zeichen setzen: NS-Opfer der Marktgemeinde Rosegg, Klagenfurt 2010, 20-21</p>
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