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      <titleStmt>
        <title xml:lang="de">Erinnerungskultur im Wandel: Der Widerstand der ZeugInnen Jehovas</title>
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          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
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          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
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        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale Erinnerungslandschaften</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
          </persName>
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        <respStmt ana="marcrelator:rth">
          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
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            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
          </persName>
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        <respStmt ana="marcrelator:res">
          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
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            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
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      <sourceDesc>
        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
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          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.car19</idno>
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      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw. Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert. Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen, weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann, wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
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        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
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    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
        <ref target="context:derla" type="context">DERLA</ref>
        <ref target="context:derladidactics" type="context">DERLA didactics</ref>
      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Das Modul ermöglicht die Auseinandersetzung mit einer Opfergruppe des Nationalsozialismus über die es wenig Alltagswissen gibt. Die SchülerInnen erfahren dabei etwas über konkrete Biografien welche ihnen zusätzliche Perspektiven auf das historische Geschehen ermöglichen. Parallel werden unterschiedliche Phasen im Umgang mit der NS-Vergangenheit seit 1945 einer kritischen Reflexion unterzogen.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">Töschling 21, 9210 Techelsberg am Wörthersee</p>
        <p rend="Zeitbedarf">flexibel gestaltbar, von 1 Unterrichtsstunde bis zu einem Projekttag</p>
        <p rend="Alter">ab 13 Jahren</p>
        <p rend="Vermittlungsort">Im Klassenzimmer zu bearbeiten</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">
        <p>
               Das im Jahr 2017 enthüllte
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#concept3">Erinnerungszeichen</ref>
               enthält fünf Namen von Zeugen Jehovas aus der Gemeinde Techelsberg, die aufgrund von Widerstandstätigkeit gegen die NS-Herrschaft zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Bis 2017 befanden sich die Namen der fünf Hingerichteten auf dem Kriegerdenkmal der Gemeinde, wo sie als „vermisst“ in der Namenliste von gefallenen Wehrmachtssoldaten geführt wurden.
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          <emph style="bold">Die ZeugInnen Jehovas im Nationalsozialismus</emph>

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               Bis zum Jahr 1931 hieß die Glaubensgemeinschaft der ZeugInnen Jehovas „Bibelforscher“, benannt nach ihrem zentralen Anliegen, dem Beforschen und Studieren der Bibel. Auch nach der Namensänderung blieb die Bezeichnung „Bibelforscher“ umgangssprachlich genutzt. Den Nationalsozialisten war die Gruppe unliebsam, stellte sie sich doch gegen das zentrale Prinzip des Führergehorsams. Sie verweigerte jede Form von Ehrerweisung für
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss78">Adolf Hitler</ref>
               , zum Beispiel in Form des verpflichtenden Hitlergrußes oder Beitritt der Kinder zur
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss79">Hitler-Jugend</ref>
               . Als überzeugte Pazifisten, also Menschen die kriegerische Auseinandersetzungen ablehnen, verweigerten ZeugInnen Jehovas ebenso jede Form von Kriegsdienst oder Arbeit in kriegswichtigen Betrieben.
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               Die Repressalien der Nationalsozialisten gegen ZeugInnen Jehovas waren vielfältig: Haftstrafen,
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            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss192">Deportation</ref>
               in
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            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss91">Konzentrationslager</ref>
               , Verlust des Sorgerechts für die eigenen Kinder und vieles mehr. Trotz der massiven Einschüchterungen und Zwangsmaßnahmen blieben fast alle ZeugInnen Jehovas ihrer Überzeugung treu und wichen nicht von ihrer Haltung ab. Viele bezahlten diese Stärke während des Nationalsozialismus mit dem Tod. Die große Mehrheit aller 550 in Österreich aktiven ZeugInnen Jehovas wurde verhaftet, zirka 150 davon überlebten den Nationalsozialismus nicht. (Garbe, 1999, 17.)
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               Besonders massiv war die Gemeinde Techelsberg betroffen. Die örtliche Gruppe der ZeugInnen Jehovas verlor fünf Mitglieder durch die Nazis, viele weitere hatten mit viel Glück Konzentrationslagerhaft und andere Zwangsmaßnahmen überlebt. Dass ihre ermordeten Familienangehörigen auf Denkmälern unter die gefallenen Wehrmachtssoldaten gereiht wurden, schmerzte sie, denn dies wird der Erinnerung an ihre standhafte antinazistische Überzeugung nicht gerecht. Am
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            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#concept15">Kriegerdenkmal</ref>
               in Techelsberg findet sich wie vielerorts die gängige Erzählung des Heldentodes: Soldaten, die in der treuen Pflichterfüllung im Krieg für ihre Heimat gefallen sind. Doch ebendiese treue Pflichterfüllung stand den ZeugInnen Jehovas fern, sie fühlten sich nicht
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss78">Adolf Hitler</ref>
               , sondern einzig Gott verpflichtet und waren bereit dafür den Tod in Kauf zu nehmen.
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          <emph style="bold">Sind alle Opfer gleich? Sind wir alle Opfer?</emph>
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               Die Auflistung aller „Gefallenen“ auf
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#concept15">Kriegerdenkmälern</ref>
               ohne Details zu ihrer Funktion und ihrem Rang während des Krieges macht alle zu den gleichen Opfern. Jede Form von Mitverantwortung wird damit weggewischt, alle starben für die Heimat und sind als Helden zu erinnern. Dem (sicherlich nicht einheitlichen) Soldatentod der Wehrmachtssoldaten wurde auf dem
               <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#concept15">Kriegerdenkmal</ref>
               in Techelsberg bis 2017 auch der Hinrichtungstod der fünf Zeugen Jehovas gleichgesetzt. Doch sie hatten sich dem Regime,  dem die Soldaten gedient hatten, widersetzt. „Diese Gleichmacherei in der Erinnerungspolitik hatte das Vergessen der eigentlichen Opfer der Kriegsgräuel zur Folge,“ schreibt Peter Gstettner. (Gstettner, in: Gsell/Stocker/Wohlfahrt, 2017, 17.) In der Zeit, als allerorts in Österreich
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.thesaurus#concept15">Kriegerdenkmäler</ref>
               entstanden, war in Österreich der Opfermythos weit verbreitet. So bezeichnet man die Sichtweise, Österreich sei 1938 von Nazi-Deutschland überfallen und zum Krieg gezwungen worden war – sei also das erste Opfer Hitlers. Fragen der Mitverantwortung wurden erst Jahrzehntes später gestellt. Und noch länger dauerte es, bis die Opfer der Nationalsozialisten andere, eigene Erinnerungsräume fanden und aus der unüberschaubaren Gruppe derer, die den „Heldentod“ starben, herausgelöst werden konnten. In Techelsberg gelang dies mit der Entfernung der fünf Namen vom Kriegerdenkmal und der Denkmalsetzung für die ermordeten Zeugen Jehovas 2017, an vielen anderen Orten ist dieser Schritt noch ausständig.
            </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Wilhelm Baum, Zum Tode verurteilt. NS-Justiz und Widerstand in Kärnten, Klagenfurt 2012.</item>
          <item>Nadja Danglmaier/Werner Koroschitz, Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer, Täter, Gegner, Innsbruck 2015.</item>
          <item>Heide Gsell/Bernd Gsell/Peter Stocker/Greg Wohlfahrt (Hg.), Jehovas Zeugen in Techelsberg am Wörthersee während des Nationalsozialismus, Klagenfurt 2017.</item>
          <item>Vinzenz Jobst, Anton Uran. Verfolgt, vergessen, hingerichtet, Klagenfurt 1997.</item>
          <item>Gerti Malle, "Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht". Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus in Kärnten, Klagenfurt 2011.</item>
          <item>Lieselotte Wölbitsch, In tiefer Nacht beginnt der Morgen: Franz Wohlfahrt überlebt den NS-Terror, Klagenfurt 2000.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Erinnerungskultur im Wandel: Der Widerstand der ZeugInnen Jehovas</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>
        <p>Das Modul ermöglicht die Auseinandersetzung mit einer Opfergruppe des Nationalsozialismus über die es wenig Alltagswissen gibt. Die SchülerInnen erfahren dabei etwas über konkrete Biografien welche ihnen zusätzliche Perspektiven auf das historische Geschehen ermöglichen. Parallel werden unterschiedliche Phasen im Umgang mit der NS-Vergangenheit seit 1945 einer kritischen Reflexion unterzogen.</p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
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          <emph style="bold">
            <emph style="color">Teil 1: Die Opfergruppe der ZeugInnen Jehovas</emph>
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               Was wisst ihr über die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus? Sucht Informationen im Internet und seht auch nach, ob diese Gruppe und ihre Erfahrungen in der NS-Zeit in eurem Geschichtsbuch thematisiert werden. Findet heraus, aus welchen Gründen Zeugen Jehovas im NS-Regime verfolgt wurden.
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            <emph style="color">Teil 2: Wer waren die Hingerichteten?</emph>
          </emph>
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               In den Textquellen findet ihr ein Gedicht von
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            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar394">Franz Wohlfahrt</ref>
               , welches er in einem Strafgefangenenlager schrieb. Lest in den Textquellen, was ihr über Franz Wohlfahrt erfährt und lest das Gedicht. Versucht es zu interpretieren. Was möchte Franz Wohlfahrt in seiner schwierigen Lage damit ausdrücken? Welche Teile des Gedichts sind unverständlich, was erscheint euch klar? Gibt es heute Situationen, in denen es wichtig ist „fest zu bleiben“, in denen persönlich Du Dir vornehmen möchtest, „ich bleibe fest“?
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               Einer der fünf ermordeten Zeugen Jehovas aus Techelsberg war
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar423">Anton Uran</ref>
               , geboren 1920 (sein Foto findet ihr unter den Bildquellen). Als junger Mann hatte sich der Bauernsohn der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas angeschlossen. 1943 wurde er von den Nationalsozialisten zum Tode verurteilt und hingerichtet. Recherchiert über die Lebensgeschichte von Anton Uran: Was könnt ihr über die Gründe seiner Hinrichtung und seine letzten Lebensjahre herausfinden? (Archiv der Namen DERLA, Wikipedia, Buch von Vinzenz Jobst: Anton Uran. Verfolgt, vergessen, hingerichtet, Klagenfurt 1997.)
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            <emph style="color">Teil 3: Opfergedenken – sind alle Opfer gleich?</emph>
          </emph>

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               Lest den Informationstext (mehr erfahren) zum Denkmal in Techelsberg. Besprecht anschließend seine Entstehungsgeschichte und überlegt, warum es problematisch ist, wenn Menschen, die von der nationalsozialistischen Justiz wegen Widerstands zum Tode verurteilt wurden, auf demselben Denkmal erinnert werden wie Wehrmachtssoldaten, die im Zweiten Weltkrieg starben? Sammelt Argumente. Könnt ihr verstehen, dass es den Familien der fünf Männer ein großes Anliegen war ein eigenes Denkmal für sie zu schaffen? Warum war ihnen dies so wichtig?
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               Lest in den Textquellen was Vinzenz Jobst über das Kriegerdenkmal in Techelsberg schreibt. Was ist mit der „Erzählung des Heldentodes“ gemeint? Warum wurde diese Erzählung nach 1945 jahrzehntelang hochgehalten und Erzählungen von Widerstand unterdrückt? Warum ist dies problematisch? Wie würdet ihr die aktuelle Lage der Erinnerungskultur beurteilen? Habt ihr das Gefühl, der Widerstand gegen den Nationalsozialismus wird mittlerweile stärker gewürdigt? Wenn ja, woran zeigt sich das? Nützt DERLA um zu recherchieren, wie und wo heute in Kärnten an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnert wird. Was meint Vinzenz Jobst mit der Aussage, für die Überlebenden sei es kein Unterschied, auf welcher Seite der verstorbene Angehörige gekämpft hatte?
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               2009 wurde das sogenannte Aufhebung- und Rehabilitationsgesetz beschlossen mit dem Unrechtsurteile der nationalsozialistischen Justiz aufgehoben werden können. Recherchiert im Internet, was dieses Gesetz ermöglicht und besprecht in der Gruppe, warum es für Familien im Nationalsozialismus Ermordeten von großer Bedeutung sein kann. Im Wikipedia-Eintrag von
               <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.perscar#perscar423">Anton Uran</ref>
               ist auch seine Rehabilitation ein Thema. Was erfährt ihr darin? Wer hat die Rehabilitation veranlasst und was wurde damit erreicht?
            </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>Während sich Teil 1 und Teil 2 des Moduls für SchülerInnen ab 13 Jahren eignen, ist die Bearbeitung von Teil 3 für SchülerInnen ab 16 Jahren vorgesehen und/oder bedarf Unterstützung durch die Lehrperson. Diese ist gefordert nicht geläufige Begriffe zu klären (zB. in der Textquelle Jobst), um so die Quintessenz auszuarbeiten. Einige Arbeitsaufträge eignen sich für Hausarbeiten, Gruppenarbeiten oder Referate, die anschließend im Plenum besprochen werden. Die Arbeitsaufträge können im Klassenzimmer oder anderswo ortsungebunden durchgeführt werden.</p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list>
          <item>Das Angebot möchte das Vergessen spezieller Schicksale, das Nicht-Wahrgenommen werden einzelner Opfergruppen thematisieren</item>
          <item>Die SchülerInnen sollen ein Verständnis für das NS-Unrechtssystem und seine Justiz erhalten</item>
          <item>Die SchülerInnen setzen sich mit der Transformation österreichischer Erinnerungskulturen auseinander</item>
          <item>Die SchülerInnen befassen sich mit konkreten Lebensgeschichten von Opfern und der Frage, wie nach 1945 an diese erinnert wurde</item>
          <item>Die SchülerInnen befassen sich mit dem Opferbegriff in Hinblick auf „Heldengedenken“ und NS-Opfer</item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Nadja Danglmaier/Werner Koroschitz, Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer, Täter, Gegner, Innsbruck 2015, S. 96-98. (NS-Justiz).</item>
          <item>Nadja Danglmaier/Werner Koroschitz, Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer, Täter, Gegner, Innsbruck 2015, S. 283-286. (ZeugInnen Jehovas).</item>
          <item>Heide Gsell/Bernd Gsell/Peter Stocker/Greg Wohlfahrt (Hg.), Jehovas Zeugen in Techelsberg am Wörthersee während des Nationalsozialismus, Klagenfurt 2017.</item>
          <item>Vinzenz Jobst, Anton Uran. Verfolgt, vergessen, hingerichtet, Klagenfurt 1997.</item>
          <item>Lieselotte Wölbitsch, In tiefer Nacht beginnt der Morgen: Franz Wohlfahrt überlebt den NS-Terror, Klagenfurt 2000.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="quellenText">
        <p>
          <emph style="bold">Gedicht von Franz Wohlfahrt</emph>
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               Der Techelsberger Zeuge Jehova Franz Wohlfahrt, geboren 1920, verweigerte aus Gewissensgründen jeden Dienst an der Waffe. Aus diesem Grund wurde er 1940 als Wehrdienstverweigerer verurteilt und überlebte in verschiedenen Gefängnissen die Zeit des Nationalsozialismus bis zur Befreiung im Mai 1945. Sein Vater Gregor und sein Bruder Gregor junior wurden von den Nationalsozialisten getötet, weitere Geschwister kamen in Umerziehungslager der Nazis. 1944 schrieb Franz Wohlfahrt in einem Strafgefangenenlager ein Gedicht, in der Meinung, er würde wie sein Vater und Bruder hingerichtet werden. 2017 wurde ein Teil dieses Gedichts auf das neu errichtete Denkmal für die fünf ermordeten Zeugen Jehovas aus Techelsberg graviert, unter den fünf Namen befinden sich jener seines Vaters und seines Bruders.
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          <emph style="cursive">Ich bleibe fest in meinem Glauben, Wenn die Welt auch höhnt und schreit, Ich bleibe fest in meinem Hoffen, Auf eine schöne bess’re Zeit. Ich bleibe fest in meinem Lieben, Wenn auch die Welt mit Haß mir’s lohnt, Ich bleibe fest in meiner Treue, Wenn auch die Welt der Untreu’ front. Von Gottes Wort fließt die Kraft der Starken, Die auch aus Schwachen Kämpfer macht, Ich bleibe fest durch Gottes Gnade, Ich bleib’ es nicht aus eigner Kraft. Ich bleibe fest, gilt’s auch mein Leben, Und geb’ ich meines Odems Rest, Ihr sollt vom letzten Hauch noch hören: Ich bleibe fest, ich bleibe fest, ich bleibe fest.</emph>
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          <emph style="bold">Vinzenz Jobst schreibt über das Kriegerdenkmal in Techelsberg:</emph>
          <emph style="cursive">„Die Bevölkerung der Gemeinde Techelsberg hat nach der Befreiung Österreichs ohne Zögern sämtliche Opfer dieses schrecklichen Krieges am Kriegerdenkmal in Stein gemeißelt. Den gemeinsamen Ausdruck des Verlustes fand man in der Erzählung des Heldentodes, im Fallen für die Heimat; unter diesem Narrativ reihen sich Soldaten neben Wehrdienstverweigerer. (…) Ohne Unterschied des Ranges, der Funktion oder der Todesart reihen sich Namen an Namen. Viel zu viele. Für jene, die überlebten, machte es keinen Unterschied, auf welcher Seite und an welcher Front Brüder, Freunde und Bekannte gekämpft hatten oder ob sie im Widerstand gegen den Unrechtsstaat ermordet worden waren. Über alle, die nicht nach Hause kamen, trauerten Familien, man spürte ihren Verlust.“</emph>
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        <caption>Titel / Beschreibung</caption>
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        <caption>Quellenzitat</caption>
        <p>Vinzenz Jobst, In Memoriam Anton Uran (1920 – 1943), in: Heide Gsell/Bernd Gsell/Peter Stocker/Greg Wohlfahrt (Hg.), Jehovas Zeugen in Techelsberg am Wörthersee während des Nationalsozialismus. Klagenfurt 2017, S. 25 f.</p>
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      <desc>Anton Uran</desc>
      <desc type="title">Archiv der Kärntner Arbeiterbewegung, Klagenfurt</desc>
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