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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Winzerstraße, 7474 Deutsch Schützen
Beschreibung: Die Lernenden setzen sich anhand eines Informationstextes, eines Auszuges aus dem Dienstbuch von Egon Arthur Schmidt und einer Anklageschrift mit Widerstand, Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern auseinander. Weiters werden sie angehalten, eine Diskussion über den Nutzen und den Erfolg von Widerstandshandlungen zu führen.
Ort: Deutsch Schützen (7474)
Zeitbedarf: ca. 60–90 Minuten
Alter: 16–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum bzw. öffentlicher Ort


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Gedenkstein für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter im Urbarialwald Deutsch Schützen



Didaktischer Kommentar

Die Arbeitsaufgaben fördern sowohl das Textverständnis und die Fähigkeit, Informationen zu extrahieren und zu interpretieren, als auch das kritische Denken. In der ersten Aufgabe werden die Lernenden gebeten, Vermutungen über die Verzögerung bei der Erklärung des Massengrabes zur Grabstätte anzustellen. Dadurch werden die Fähigkeiten zur Hypothesenbildung und die kritische Analyse von historischen Ereignissen trainiert. Die Aufgaben eins bis vier zielen darauf ab, die Lernenden dazu zu bringen, das Vernehmungsprotokoll sorgfältig zu lesen, zu analysieren und verschiedene Aspekte des Falls zu untersuchen. Die Lernenden sind aufgefordert, den Text kritisch zu hinterfragen und die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten zu beurteilen. Sie werden ermutigt, die Aussagen des Beschuldigten auf Widerspruchsfreiheit, detaillierte Schilderungen und Präzision zu prüfen. Dies schult die Fähigkeit, Informationen zu analysieren und kritisch zu bewerten. Ebenso sind sie angehalten, ethische Fragen sowie die moralische Verantwortung zu diskutieren. Der fünfte Arbeitsauftrag unterstützt einerseits die Zusammenarbeit in Kleingruppen, andererseits zielen die Aufträge darauf ab, eine tiefere Analyse des Vernehmungsprotokolls durchzuführen. Die Lernenden sollen ethische Fragen und Dilemmata im Zusammenhang mit den Aussagen des Beschuldigten identifizieren und moralische Fragen erkennen und reflektieren. Ebenso wichtig ist es, die verschiedenen Perspektiven und Meinungen zu diskutieren. Insgesamt bieten die Arbeitsaufträge vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben, die die analytischen Fähigkeiten und das kritische Denken der Lernenden fördern. Weiters werden aufgrund der Zusammenarbeit in Kleingruppen die soziale und die kommunikative Kompetenz geschult. Die Aufgaben unterstützen die historische Methodenkompetenz und die historische Orientierungskompetenz.



Arbeitsaufträge

  1. Lies den Informationstext durch und stelle Vermutungen an, warum es von 1945 bis 1996 gedauert hat, bis das Areal des Massengrabes zu einer Grabstätte erklärt wurde.
  2. Arbeite aus dem Vernehmungsprotokoll des Beschuldigten sowie aus dem Protokoll „Bedingte Entlassung“ (siehe Bildquellen) folgende Informationen heraus:
    • Datum der Vernehmung
    • Ort der Vernehmung
    • Geschäftszahl für die Vernehmung
    • Richter bei der Vernehmung
    • Beschuldigter bei der Vernehmung
    • Urteil
    • Entlassung.
  3. Fasse den Sachverhalt aus dem Vernehmungsprotokoll des Beschuldigten (siehe Textquelle) kurz zusammen.
  4. Beurteile die Glaubhaftigkeit des Beschuldigten (siehe Textquelle), indem du seine Aussagen auf Widerspruchsfreiheit und auf detaillierte und präzise Schilderungen der Ereignisse prüfst.
  5. Geht in Kleingruppen zusammen.
    • Identifiziert mögliche ethische Fragen oder Dilemmata, die im Text des Vernehmungsprotokolls aufgeworfen werden, und diskutiert sie.
    • Untersucht die Verantwortung des Beschuldigten und anderer Beteiligter im Zusammenhang mit den begangenen Verbrechen. Berücksichtigt dabei auch die Rolle von Zwang und Gehorsam.
    • Diskutiert die moralische Verantwortung des Beschuldigten und mögliche alternative Handlungsmöglichkeiten.



Vermittlungshinweise

Das Vermittlungsangebot eignet sich für Lernende ab 16 Jahren. Die Beschäftigung mit den Quellen kann sowohl im öffentlichen Raum als auch im Klassenzimmer erfolgen. Für die Bearbeitung der Arbeitsaufgaben sollten ca. 60-90 Minuten eingeplant werden, um den Lernenden ausreichend Zeit zu geben, sich mit den durchwegs anspruchsvollen Aufgaben zu beschäftigen. In der ersten Arbeitsaufgabe stellen die Lernenden Hypothesen auf, warum es von 1945 bis 1996 gedauert hat, bis das Massengrab zu einer offiziellen Grabstätte erklärt wurde. Mögliche Gründe könnten politische oder rechtliche Hindernisse gewesen sein, die eine offizielle Anerkennung des Massengrabes verhinderten. Hypothesen können untereinander (paarweise oder in Kleingruppen) verglichen werden bzw. könnte man versuchen, diese durch eine weitere Recherche zu belegen. Dies fördert die Analysefähigkeit. Die zweite und dritte Aufgabe stellen das Textleseverständnis in den Mittelpunkt. Hier ist es wichtig, dass die Lernenden die Protokolle genau lesen, um die geforderten Informationen herausfiltern zu können. Bei der Darstellung des Sachverhaltes aus dem Vernehmungsprotokoll ist darauf hinzuweisen, dass die Lernenden diesen mit eigenen Worten und sachlich darstellen und keine Wertung abgeben. Bei der Bearbeitung der vierten Aufgabe geht es um die Beurteilung der Glaubhaftigkeit des Beschuldigten anhand zweier Kriterien. In Bezug auf die Widerspruchsfreiheit ist zu prüfen, ob die Aussagen des Beschuldigten widersprüchliche Informationen enthalten. Wenn es Inkonsistenzen oder Unstimmigkeiten gibt, könnte dies seine Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Weiters ist die Darstellung des Beschuldigten auf detaillierte und präzise Schilderungen zu prüfen. Die Glaubhaftigkeit des Beschuldigten hängt davon ab, wie detailliert und präzise er die Ereignisse schildert. Je genauer und detaillierter seine Aussagen sind, desto glaubwürdiger erscheinen sie. Wenn seine Schilderungen jedoch vage und ungenau sind, können Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen. Diese Aufgabe schult die kritische Denkfähigkeit der Lernenden. Die fünfte Aufgabe behandelt die moralische und ethische Verantwortung. Die Lernenden sollen angeleitet werden, ethische Fragen und Dilemmata, die im Vernehmungsprotokoll aufgeworfen werden, zu identifizieren. Weiters sind die Lernenden angehalten, die Verantwortung des Beschuldigten und anderer Beteiligter im Zusammenhang mit dem begangenen Verbrechen zu untersuchen und die moralische Verantwortung des Beschuldigten sowie mögliche alternative Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Hier wurde als Sozialform die Gruppenarbeit gewählt, da in einer Kleingruppe verschiedene Perspektiven und Meinungen eingebracht werden können. Dadurch entstehen verschiedene Blickwinkel, die zu einer vielfältigeren Betrachtung der Ergebnisse führen können. Auch die ethischen Fragen und Dilemmata können intensiver diskutiert werden. Ebenso kann durch den Austausch von Meinungen und das Einbringen verschiedener Perspektiven eine tiefere Reflexion und Analyse stattfinden. Weiters ermöglicht die Zusammenarbeit in einer Kleingruppe ein interaktives und kooperatives Lernen.



Vermittlungsziele

  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, Vermutungen anzustellen.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, relevante Informationen aus dem Vernehmungsprotokoll und dem Protokoll „Bedingte Entlassung“ herauszuarbeiten, wie z. B. das Datum und den Ort der Vernehmung, die Geschäftszahl, den Richter, den Beschuldigten, das Urteil und die Entlassung.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, den Sachverhalt aus dem Vernehmungsprotokoll des Beschuldigten kurz zusammenzufassen.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit des Beschuldigten zu beurteilen, indem sie seine Aussagen auf Widerspruchsfreiheit, detaillierte und präzise Schilderungen der Ereignisse prüfen
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, ethische Fragen und Dilemmata im Zusammenhang mit dem Vernehmungsprotokoll zu identifizieren und zu diskutieren.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, die moralische Verantwortung des Beschuldigten sowie mögliche alternative Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.


  • Literatur

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