DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Dr. Richard Berczeller-Gasse, 7210 Mattersburg
Beschreibung: Die Lernenden setzen sich mithilfe eines Informationstextes, eines Zeitungsartikels und eines Briefes mit dem Leben von Dr. Richard Berczeller auseinander. Sie sollen ein Verständnis für die menschlichen Erfahrungen während des Nationalsozialismus und der Zeit danach entwickeln.
Ort: Mattersburg (7210)
Zeitbedarf: ca. 60–90 Minuten
Alter: 13–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum bzw. öffentlicher Ort


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Mattersburg – Dr. Richard Berczeller



Didaktischer Kommentar

Die Aufgaben zur Briefanalyse zielen darauf ab, dass die Lernenden verschiedene Aspekte des Briefes untersuchen und interpretieren. Zunächst sollen die Lernenden den Verfasser, den Adressaten und das Datum des Briefes herausfinden. Danach sollen sie in der zweiten Aufgabe die Hauptthemen des Briefes konkretisieren und beschreiben, wie der Verfasser darüber spricht. Diese Aufgabe ermöglicht es den Lernenden zu verstehen, wie dieser seine Gedanken und Gefühle in Bezug auf seine Erfahrungen und die politische Situation in Mattersburg ausdrückt. Die dritte Aufgabe konzentriert sich auf die Haltung des Verfassers gegenüber den Nationalsozialisten. Die Lernenden sollen analysieren, wie Dr. Berczeller seine Ablehnung gegenüber den Nationalsozialisten zum Ausdruck bringt und welche Konsequenzen er für sie fordert. Diese Aufgabe bietet den Lernenden die Chance, sowohl über ethische als auch über moralische Fragen im Umgang mit Verbrechen und Täterinnen und Tätern nachzudenken. Die vierte Aufgabe nimmt Bezug auf die persönlichen Erfahrungen des Verfassers und den Verlust seiner Stellung als Arzt in Mattersburg. Die Lernenden sollen erkennen, welche Bedeutung diese Erfahrungen für ihn haben. Den Lernenden wird es somit ermöglicht, Empathie für die persönlichen Konsequenzen politischer Verfolgung und Diskriminierung zu entwickeln. Die fünfte Aufgabe beleuchtet die Rolle ehemaliger Schicksalsgenossinnen und Schicksalsgenossen während der NS-Herrschaft. Diese Aufgabe eröffnet den Lernenden die Chance, über die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten von Menschen in autoritären Systemen zu diskutieren. In der sechsten Aufgabe werden die Lernenden aufgefordert, die Argumentation des Verfassers zur Notwendigkeit einer „Nazisäuberung" in Mattersburg zu bewerten und mögliche Konsequenzen dieser Forderung zu diskutieren. Dies bietet den Lernenden die Möglichkeit, die Herausforderungen bei der Aufarbeitung historischer Verbrechen zu besprechen. In der letzten Aufgabe nehmen die Lernenden selbst Stellung zur Enthüllung der Gedenktafel. Sie sollen sich mit dem Thema Erinnern auseinandersetzen. All diese Aufgaben fördern das historische Bewusstsein und ermöglichen den Lernenden, über die Bedeutung von Gerechtigkeit und Toleranz nachzudenken.



Arbeitsaufträge

  1. Nenne den Verfasser, den Adressaten und das Entstehungsdatum des Briefes (siehe Textquelle).
  2. Arbeite heraus, was der Verfasser über seine Erfahrungen und den Verlust seiner Stellung als Arzt in Mattersburg mitteilt.
  3. Identifiziere die Hauptthemen des Briefes und beschreibe, wie der Verfasser über sie spricht. Stelle deine Ergebnisse grafisch, z. B. in Form einer Mindmap, dar.
  4. Untersuche die Haltung des Verfassers gegenüber den Nationalsozialisten und die Forderungen nach Gerechtigkeit und Rache.
  5. Analysiere die Sicht des Verfassers auf seine ehemaligen Schicksalsgenossinnen und Schicksalsgenossen und ihre Rolle während der nationalsozialistischen Herrschaft.
  6. Bewerte die Argumentation des Verfassers zur Notwendigkeit einer "Nazisäuberung" in Mattersburg. Geht anschließend in Kleingruppen zusammen und vergleicht eure Ergebnisse. Diskutiert mögliche Konsequenzen dieser Forderung.
  7. Lies dir den Artikel in der Zeitung BF (siehe Bildquelle) durch und finde heraus, warum sich die Stadtgemeinde Mattersburg entschlossen hat, eine Gedenktafel für Dr. Richard Berczeller zu enthüllen. Nimm Stellung zu dieser Enthüllung.



Vermittlungshinweise

Das Vermittlungsangebot eignet sich für Lernende ab 13 Jahren. Die Lernenden beschäftigen sich mit dem Brief von Dr. Richard Berczeller und einem Zeitungsartikel in der BF. Die Erarbeitung kann sowohl im öffentlichen Raum als auch im Klassenzimmer erfolgen. Für die Bearbeitung der Arbeitsaufgaben sollten ca. 60-90 Minuten eingeplant werden. Um die Aufgaben zur Briefanalyse beantworten zu können, ist nicht nur wichtig, den Brief zu dekonstruieren, sondern es muss sichergestellt werden, dass die Lernenden mit den Themen Nationalsozialismus und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung vertraut sind. Weiters muss darauf hingewiesen werden, dass der Brief historische Ereignisse und persönliche Erfahrungen während der nationalsozialistischen Herrschaft behandelt. Die Lernenden sollen verstehen, dass Briefe wie dieser subjektive Perspektiven und möglicherweise auch Verzerrungen enthalten können. Die Lernenden sollen eine respektvolle Diskussionskultur entwickeln und ermutigt werden, ihre Meinungen und Gedanken auszudrücken und andere Sichtweisen anzuhören. Die Stellungnahme zum Thema Erinnern soll eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen. Hierbei wäre es auch möglich, dass die Lernenden überlegen, wie die Lehren aus der Vergangenheit auf die heutige Gesellschaft angewendet werden können. Die Arbeitsaufgaben fördern die historische Methodenkompetenz.



Vermittlungsziele

  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, ein grundlegendes Verständnis für den historischen Kontext des Nationalsozialismus und der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung zu entwickeln.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, zu verstehen, wie diese Ereignisse das Leben der Menschen beeinflusst haben.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, historische Quellen zu analysieren und zu bewerten.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, zu erkennen, dass Menschen in schwierigen Zeiten unterschiedliche Entscheidungen treffen und dass es wichtig ist, diese zu respektieren.
  • Die Lernenden sollen in der Lage sein, zu verstehen, wie der Holocaust das Leben der Menschen geprägt hat.


  • Literatur

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