Dynamische Vermittlungsangebote
Orts- und zeichenungebunden | Unterricht planen |
Die folgenden Vermittlungsangebote sind so konzipiert, dass sie sich für die Auseinandersetzung mit allen auf DERLA dokumentierten Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen eignen.
Passen sie die einzelnen Angebote an Erinnerungszeichen und Erinnerungsorte Ihrer Wahl, in Ihrer Nähe und an die Bedürfnisse Ihrer Lerngruppe an.
Titel des Angebotes
Arbeitsaufträge
Didaktischer Kommentar
Vermittlungshinweise
Vermittlungsziele
Literatur
Selbstgestalteter Rundgang: U21 – Kinder und Jugendliche als Verfolgte des Nationalsozialismus
- Beschreibung: Die SchülerInnen gestalten virtuelle oder physische Rundgänge zu selbst gewählten Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen.
- Zeitbedarf: ca. 1 - 3 Doppelstunden
- Zielalter: 13 - 18
- Zielort: Klasse oder außerschulischer Lernort in der Region
Didaktischer Kommentar
Das folgende Vermittlungsangebot ist so konzipiert, dass es sich für die Auseinandersetzung mit möglichst allen, auf DERLA dokumentierten und Kindern und Jugendlichen als Verfolgte des Nationalsozialismus gewidmeten, Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen eignet. Es kann an Erinnerungszeichen und Erinnerungsorte der Wahl, der unmittelbaren Umgebung und an die Bedürfnisse der Lerngruppe angepasst werden, und eignet sich für SchülerInnen der Sekundarstufe. Zu dem komplexen Arbeitsauftrag: Gestalte einen Rundgang zum Thema „U21 – Kinder und Jugendliche als Verfolgte des Nationalsozialismus“. finden sich Vorschläge für operationalisierte Teilarbeitsaufträge sowie Vermittlungshinweise zur konkreten Umsetzung und Unterrichtsgestaltung.
Teilarbeitsaufträge
- Informiere dich mit Hilfe von DERLA über Erinnerungsorte und Erinnerungszeichen in deiner Nähe oder in der Nähe deiner Schule, die der Erinnerung an Kinder und Jugendliche als Verfolgte des Nationalsozialismus gewidmet sind.
- Gestalte mit DERLA und selbst recherchierten Informationen einen Rundgang zum Thema „U21 – Kinder und Jugendliche als Verfolgte des Nationalsozialismus“ für deine KlassenkameradInnen. Dieser kann beispielsweise als Schulausgang während der Unterrichtszeit (physischer Rundgang) oder als digitale Präsentation im Unterricht (virtueller Rundgang) angelegt sein. Ein Beispiel für solch einen Rundgang findest du unter http://www.widerstandsmahnmal-bregenz.at/rundgang/.
- Sehr wahrscheinlich ist es, dass du einen virtuellen Rundgang gestalten wirst, weil sich in deiner Umgebung wenige Erinnerungsorte und Erinnerungszeichen befinden, die an Kinder und Jugendliche erinnern. Bringe in deinen Rundgang auch Überlegungen ein, warum das so sein könnte. Prüfe dazu auch, wie sich die Erinnerung an Kinder und Jugendliche in anderen Regionen darstellt.
- Wähle für deinen Rundgang eine angemessene Anzahl geeigneter Erinnerungsorte und Erinnerungszeichen aus und begründe sowohl die Auswahl als auch die Anzahl.
- Nicht jede Station deines Rundganges benötigt gleich viele Informationen; du kannst hier selbstständig Schwerpunkte setzen und beispielsweise auf eine oder mehrere Person(en) genauer eingehen.
- Erkundige dich im Vorhinein wie viel Zeit dir im Rahmen des Unterrichtes zur Verfügung steht und bedenke bei einem physischen Rundgang auch die Wegzeiten. Virtuelle Rundgänge eignen sich besonders, wenn die Erinnerungsorte und Erinnerungszeichen in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht physisch erreicht werden können.
- Nutze die QR-Codes, die DERLA zur Verfügung stellt. Du findest diese jeweils bei der Detailinformation zu jedem Erinnerungszeichen; sie können Dir helfen vorausgewählte Erinnerungszeichen wiederzufinden oder diese z.B. über ein Handout rasch deinen KlassenkameradInnen zugänglich zu machen.
- Achte bei der Gestaltung und beim Aufbau deines Rundganges darauf, dass die historischen Angaben korrekt sind und deine MitschülerInnen deinen Überlegungen und Ausführungen gut folgen können.
- Setze dein Rundgang-Konzept mit deinen KlassenkameradInnen um.
- Beantworte während und nach dem Rundgang die aufkommenden Fragen. Lade deine KlassenkameradInnen ein, Fragen zu stellen.
- Hole dir nach dem Rundgang Feedback von deinen Klassenkameradinnen und besprich mit ihnen die Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten deiner Präsentation.
Vermittlungshinweise
- Bei den Teilarbeitsaufträgen handelt es sich um Vorschläge, die in Auswahl und Differenzierung an die Bedingungen am Schulstandort und die konkrete LernerInnengruppe angepasst werden können.
- Das Angebot kann in Einzel-, Gruppen- oder PartnerInnenarbeit umgesetzt werden.
- Die Rundgänge können virtuell oder physisch angelegt werden; möglich ist auch eine Hybridvariante.
- Je nach Jahrgangsstufe und Zusammensetzung der LernerInnengruppe benötigen die SchülerInnen differenziert Unterstützung.
- Die einzuplanende Unterrichtszeit (ca. 1 - 3 Doppelstunden) richtet sich u.a. nach den situativen Gegebenheiten am Schulstandort, dem Anteil an enthaltener Hausarbeit, der Art des Rundgangs (virtuell oder physisch) sowie Anzahl und Umfang der Präsentation(en); einzuplanen ist neben der reinen Arbeitszeit Raum für die Vorstellung von DERLA und die Besprechung des Arbeitsauftrages.
- Das Vermittlungsangebot kann auch als Klassenprojekt realisiert werden, d.h. einzelne Stationen werden von verschiedenen SchülerInnen(-gruppen) bearbeitet.
- Die Rahmenbedingungen, Vorgaben und Kriterien bitte mit den SchülerInnen im Vorhinein besprechen (vgl. Teilarbeitsaufträge 2., 3., 4., 6.).
- Die unter den Teilarbeitsaufträgen 3. und 8. gegebenen Hinweise können zur Orientierung für Peer-Feedback dienen und eignen sich als Beurteilungskriterien (Anschaulichkeit, Wissenschaftlichkeit, Nachvollziehbarkeit).
Lehr- und Lernziele
- Die SchülerInnen setzen sich mit ihrer Region als Erinnerungsraum auseinander und stellen eine Beziehung zur überregionalen Geschichte her.
- Die SchülerInnen setzen mit kollektiver (historischer) Gedächtnisbildung auseinander.
- Die SchülerInnen haben bewusst teil am kulturellen Leben und am gesellschaftlichen Erbe.
- Die SchülerInnen gewinnen Orientierung für Gegenwart und Zukunft.
- Die SchülerInnen setzen sich, verstärkt durch die Nähe zu ihrer eigenen Altersgruppe, zum eigenen Tun und Handeln in Beziehung und erleben sich als reflexive und verantwortungsbewusste AkteurInnen der Gesellschaft.
Literatur
- Hannah Ahrend, Zwischen Vergangenheit und Zukunft, München 1964.
- Ernst Berger (Hg.), Verfolgte Kindheit. Kinder und Jugendliche als Opefer der NS-Sozialverwaltung. Wien/Köln/Weimar 2007.
- Karl Cervik, Kindermord in der Ostmark. Kinder Euthanasie im Nationalsozialismus 1938-1945. München 2004.
- Heinz A. Höver, Josef – das vergessene Kind. Ein Bericht, Weilerswist 2004.
- Ruth Klüger, Weiter leben. Eine Jugend. Göttingen 1992.