Kategorisierung / Hörspuren
„Am Schreibtisch“ ist voller Stimmen, Geräusche und Musik. Der Text erzählt nicht nur davon, sondern macht sie hörbar. Um die Dichte und Vielfalt der Hörspuren, der auralen Phänomene nachvollziehbar zu machen, wurden die „klingenden“ Stellen der Reinschrift (Mappe 3) fünf Kategorien zugeordnet:
- Stimme/Sprache
- Töne/Klang/Musik
- Geräusche/Natur/Tiere
- Technische Geräte
- Stille
Da es sich bei „Am Schreibtisch“ um einen Hörtext handelt, der in seinem gesamten Verlauf Stimmen referiert, vor Inquit-Formeln und Hör-Appellen strotzt („hören Sie nur“), wurden nur Passagen annotiert, wenn das Hören oder das Gehörte mit Attributen charakterisiert ist („einmal höre ich ihn wie von ferne, einmal verstärken die Steilwände ringsum die Wirkung seiner Worte“). Ausgezeichnet werden Verb und Charakterisierung, nicht zwingend das Gehörte. Das Gehörte haben wir dann annotiert, wenn es aurale Qualitäten aufweist („da es zu spät ist, zu spät, zu spät!, ruft der Bergführer, dass es mir wie Peitschenhiebe in den Ohren klingt.“)
Da sich auch in Koflers Notizen zahlreiche Hörspuren und auditive Splitter erkennen lassen, wurde die Annotation in fünf Kategorien auf die Mappe 1 (Notizen) erweitert. Hier hat man es überwiegend mit Stichworten, Skizzen, Entwürfen, konzeptionellen Hinweise und poetologisch ausgerichteten Anmerkungen zu tun. Bei der Klassifikation folgten wir den Richtlinien von Mappe 3, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Diese Nachverfolgung der Hörspuren expliziert, wie Kofler die den Hörsinn der Lesenden adressierenden Stellen bereits in den Notizen angelegt hat.


