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Europa in der atlantischen Welt der Neuzeit

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Wirtschaft, Technik (1750-1850)

Diese Epoche wird in der älteren Literatur als das Zeitalter der Industriellen Revolution, in Analogie zur politischen Französischen Revolution bezeichnet. Selbst wenn die neuere Forschung die Kontinuitäten mittlerweile stärker betont als die Neuerungen, so läßt sich ungeachtet massiver Kriegshandlungen für diesen Zeitraum ein markantes wirtschaftliches Wachstum feststellen. Dies reichte vom zunächst in England und Frankreich einsetzenden demographischen Wachstum über eine deutliche Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion bis hin zu einer überproportionalen Ausdehnung der gewerblichen Wirtschaft. Erstmals in der europäischen Geschichte ging der Anteil der Landwirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Leistung zugunsten der beginnenden Industrie und dann auch zugunsten des Handels und der Dienstleistungen zurück.

In der Landwirtschaft führten Verbesserungen bei der Düngung und beim Fruchtwechsel, die Verbreitung des Kartoffel- und Kohlanbaus sowie die Erhöhung der Tierbestände und insbesondere der Schweine zu deutlichen Produktivitätsteigerungen. Diese Verbesserungen betrafen nicht nur das nordwestliche Europa und die Gebiete nördlich der Alpen, sondern auch der Mittelmeerraum erlebte zeitversetzt deutliche Produktivitätsfortschritte. So sei beispielsweise auf die von Frankreich ausgehenden Innovationen in der Weinherstellung verwiesen. (Landwirtschaft)

Der größte Umbruch erfolgte durch die Nutzung der Dampfkraft im Bergbau und im Textilgewerbe. Hinzu kam der Einsatz von Steinkohle, die Erfindung und Verbreitung der Dampfschifffahrt und der Eisenbahn. Dies löste eine stürmische Entwicklung der Eisen- und Stahlindustrie aus. Gleichzeitig führte die Industrialisierung des Gewerbes zur Auflösung der protoindustiellen ländlichen Zentren. Da der Motor des wirtschaftlichen Wachstums wesentlich in technischen Innovationen begründet lag, wurden diese gezielt gefördert. (Bergbau, Gewerbe, Technik)

Bereits in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrte sich die Kritik an den Konzepten des Merkantilismus und an den privilegierten Handelskompanien mit ihren außereuropäischen Handelsmonopolen. Diese erlebten ihre endgültige Auflösung im Zuge der Napoleonischen Kriege. Im 19. Jahrhundert wurden der Freihandel postuliert und Zollunionen geschaffen. Letztere hatten ihre Vorläufer in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Freihandel mit den unabhängigen Staaten Nord- und Südamerikas sowie der Beginn der kolonialen Expansion in Afrika und Asien gingen mit der neuerworbenen technischen Vorrangstellung Europas auf den Weltmärkten einher. Innerhalb Europas vergrößerte sich die Kluft zwischen den Regionen, die an den Innovationen der Landwirtschaft und des Gewerbes teilhatten und denjenigenen, in denen dies erst mit Verzögerung erfolgte. Begleitet wurde dieser Prozess von einem Ausbau des Bankwesens und des zunehmenden Einsatzes von Papiergeld. (Handel, Finanzen)

RP