1450–1550
Betrachtet man das Jahrhundert der „entstehenden Neuzeit“ so trägt es insofern neuzeitliche Züge, als sich die Politik wie die gesellschaftlichen Wissensbestände (Wissen) dramatisch verändern. Stellt die Veränderung der politischen Ordnung einen gemeineuropäischen Vorgang dar, so vollzieht sich die Veränderung gesellschaftlicher Wissensbestände – wie freilich primär dem/der ex-post-BetrachterIn deutlich ist – in besonders zukunftsträchtiger Weise im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Durch das Entstehen der neuen Schlüsseltechnologie „Druck“ (Mainz) und durch die Pluralisierung der Formen christlichen Bekennens, die von Wittenberg und der lose mit dem Reich verbundenen Eidgenossenschaft (Zürich) ihren Ausgangspunkt nimmt, verändert sich das Weltbild und neue Möglichkeiten gesellschaftlicher Kommunikation entstehen, die rasch, in dieser Zeit vor allem im Mittelmeerraum, aufgegriffen werden.
Auch wenn die europäische Gesellschaft, was ihr Selbstverständnis anbelangt, in altüberkommenen Vorstellungswelten verharrt, so verursachen Bevölkerungswachstum und steigende Inanspruchnahme der Untertanen für die – vor allem – finanziellen Lasten der europäischen Gemeinwesen eine zunehmende Diskrepanz zu diesen normativen Vorstellungswelten. Diese äußert sich seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts in sehr verschiedenen Formen von Widerständigkeit, die von allen gesellschaftlichen Schichten getragen wird. Neben wirtschaftlichen Veränderungen ist es nicht zuletzt die sich beschleunigende Veränderung der politischen Ordnung (Politik), die dieses Verhalten hervorrufen. Am Ende des Zeitabschnitts war aus der nur lose formierten lateinischen Christenheit, in einem Prozess, den man als Integration im (kriegerischen) Konflikt beschreiben kann, ein wesentlich kohärenterer Handlungszusammenhang geworden, auch und gerade, weil etliche Dynastien, allen voran die Habsburger, es verstanden, ihre Machtstellung auszubauen. Doch nicht nur in gemeineuropäischer Perspektive, sondern auch auf der Ebene der Europa konstituierenden Gemeinwesen kommen Verdichtungsprozesse in Gang; die Kommunikation zwischen der monarchischen Spitze und den Eliten des Landes intensiviert sich und formt sich institutionell aus.
GHM, MR
Wirtschaft: Nach dem Ende der spätmittelalterlichen Depression begann nun eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Dies wurde durch die flächendeckende Einführung der Dreifelderwirtschaft in Südeuropa und Innovationen in der Tuchproduktion Nordwesteuropas erreicht. Hinzu kam, dass die Entwicklung neuer Bergbautechnologien in Mitteleuropa, der portugiesische Afrikahandel und der kastilische Goldrush in der Karibik den spätmittelalterlichen Edelmetall- und Geldmangel der Alten Welt beendeten und zu einer Erweiterung des Konsums beitrugen.
RP
- Die deutsche Wirtschaft im 16. Jahrhundert, S. 27-35


- Haushalt und Familie in traditionellen Gesellschaften. Konzepte, Probleme und Perspektiven der Forschung


- Zeitleiste: Die Schweizer Eidgenossenschaft


- Weiber, Menscher, Frauenzimmer. Frauen in der ländlichen Gesellschaft 1500-1800, S. 26-59


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 63-66


- Leitmotive politischen Denkens


- Karte: Reformation bis 1547


- Ökologie und Umwelt in der Geschichte, S. 41-54


- Was ist europäische politische Kultur? Versuch zur Begründung einer politischen Historischen Anthropologie


- Die reformatorische Lehre: sola fide, sola gratia, sola scriptura


- Die Reformation in Europa


- Karte: Verbreitung des Buchdrucks 1481-1500


- Europäische und deutsche Bauernrevolte der frühen Neuzeit – Probleme der vergleichenden Betrachtung


- Einblattdruck


- Bürger


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 393-433


- Auszug aus: Einführung in die Neuere Geschichte [Von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft]


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 95-99


- Bauernkrieg


- Bevölkerung


- Adel


- Klima in Wandel. Tatsachen, Irrtümer, Risiken, S. 129-132


- Expansionen


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 268-298


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 356-392


- Klima im Wandel. Tatsachen, Irrtümer, Risiken, S. 57-82


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 588-598


- Transportgeschichte, S. 1-38


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 100-101


- Mapping for Money. Maps, Plans and Topographic Paintings and their Role


- Auszug aus: Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125-1517 [Kirche und Frömmigkeit vor der Reformation]


- Umweltgeschichte, S. 13-114


- Auszug aus: Geschichte der Staatsgewalt [Partnerschaft und Widerstand]


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 47-53


- Adelskrise


- Die deutsche Wirtschaft im 16. Jahrhundert, S. 36-51


- Das Geld und seine Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 17-69


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 99-100


- The Impact of the Atlantic on European Self-Perception. European World-Maps of the 16th Century


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 91-95


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 61-63


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 63-66


- Abbildung: Verfassung der römisch-katholischen Kirche nach dem Tridentinum; Lutherische Kirchenverfassung Kursachsens 1580


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 84-86


- Auszug aus: Großbritannien 1500-2000 [Teil des Kapitels "Monarchie und Aristokratie "]


- Die deutsche Wirtschaft im 19. Jahrhundert, S. 4-9


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 87-91


- Reichstag (ältere Zeit)


- Zeitleiste: Der Kampf zwischen Habsburg und Valois um die Vormachtstellung in Europa zur Zeit der Reformation


- Abbildung: Verfassungsstruktur des Reiches seit 1648


- Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, S. 61-92


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 473-519


- Auszug aus: Die Renaissance [Teil des Kapitels "Geschichte der Deutungen"]


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 218-230


- Flugschrift


- Auszug aus: Armut, Unterschichten, Randgruppen [Armut, Unterschichten, Randgruppen – Begriffe und Sachverhalte]


- Die Friedlosigkeit der Frühen Neuzeit. Grundlegung einer Theorie der Bellizität in Europa


- Zeitleiste: Expansion des Osmanenreiches


- Das Wachstum der Staatsgewalt. Historische Reflexionen


- Seit 1492: Begegnung der Kulturen


- Der Buchdruck in der frühen Neuzeit


- Die deutsche Wirtschaft im 16. Jahrhundert, S. 35-36


- Sozialgeschichte Österreichs, S. 86-93


- Tabelle: Die ständische Gliederung der Bevölkerung Deutschlands und Europas 1500 und 1800


- Kommunikation, Handel, Geld und Banken in der Frühen Neuzeit, S. 2-13


- Martin Luther


- Karte: The Religious Complexion of Europe in the Period c. 1555-8


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 573-588


- Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 47-50


- Ökologie und Umwelt in der Geschichte, S. 54-61


- Klima im Wandel. Tatsachen, Irrtümer, Risiken, S. 16-43


- Frömmigkeit in Deutschland um 1500


- Karte: Europa im 16. Jahrhundert


- Königliche Reformationen


- Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, S. 1-53


- Tabelle: Drei-Stände-Lehre (Funktionsbezeichnungen)


- Metalle und Macht 1000 bis 1600, S. 520-548


- Abbildung: Idealtypische Darstellung des "Ganzen Hauses" (Societas domestica)


- Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1500-1800, S. 1-58


- Bauern


- Geschichte der Familie, S. 1-19


- Sozialgeschichte Österreichs, S. 93-103


