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Europa in der atlantischen Welt der Neuzeit

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Wirtschaft, Technik (1450-1550)

Mit dem Vordringen der Osmanen und der Verlagerung italienischen Handelskapitals vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum und zum Atlantik wurden auch den kontinentaleuropäischen Ökonomien neue Impulse vermittelt. Ungeachtet des diesen Zeitraum prägenden konjunkturellen Aufschwungs zeigten sich in einzelnen Jahren oder Jahrzehnten, wie in den 1520er Jahren, Krisen und Aufstände in Gesamteuropa. Diese beschleunigten den Aufstieg des atlantischen Europa.

In der Landwirtschaft setzte sich überall die Dreifelderwirtschaft durch und die wachsende Bevölkerung bewirtschaftete zunehmend brachliegendes Land und drängte den Wald zurück. Im Mittelmeerraum wurde der Wert der landwirtschaftlichen Produktion dadurch erhöht, dass der Anbau von Weizen zugunsten von Oliven und Wein zurückgedrängt und das fehlende Getreide aus dem Ostseeraum importiert wurde. Im Bergbau erfolgten grundlegende technische Innovationen, sowohl beim Abbau der Erze als auch bei der Verhüttung. Dadurch konnten insbesondere die europäische Silber- und Kupfererzeugung erhöht und die spätmittelalterliche Edelmetallknappheit (bullion famine) beendet werden. (Landwirtschaft und Bergbau)

Im Bereich des Gewerbes erfolgten Verbesserungen in der Textilherstellung. Insbesondere in Nordwesteuropa, allen voran in den südlichen Niederlanden und Südengland, wurden leichtere Wolltuche (nouvelle drapperies) hergestellt, die sich in Südeuropa wachsender Beliebtheit erfreuten. Neben den vor allem auf den breiteren Konsum ausgerichteten leichten Tuche produzierten die flandrischen Werkstätten Tappisserien und Buchmalereien für den europäischen Luxusmarkt. Das gleiche galt zunächst für den Buchdruck, der sich aber bald über Einblattdrucke und Flugschriften ein größeres eher regionales Publikum erschloss. (Gewerbe)

Diese Expansion der Landwirtschaft, des Bergbaus und des Gewerbes wurde durch die Erweiterung des Handels gestützt. Dies betraf sowohl die Erschließung neuer Handelswege, die Europa mit Afrika, Asien und schließlich Amerika verbanden, als auch die Intensivierung der innereuropäischen Handelsströme. Hierzu trugen der Ausbau des Messe-, Post- und Botenwesens ebenso bei wie die Ausweitung des Kredit- und Bankensystems und die Prägung neuer großer Silbermünzen (Taler, Guldiner/Gulden). Damit stiegen in Oberitalien und Oberdeutschland neue Handelsfamilien wie die Medici, Grimaldi, Fugger und Welser auf, die den europäischen Binnenhandel mit dem außereuropäischen Handel verknüpften und die Tuch- oder Bergbauproduktion ihres jeweiligen europäischen Hinterlandes vermarkteten. (Handel)

Die expansive Konjunktur dieser Zeit beruhte nicht zuletzt auf wesentlichen technischen Neuerungen, die von Schiffbau und Nautik, über den Bergbau und das Hüttenwesen, bis zum Buchdruck und zur Textilherstellung reichten. (Technik)

RP