About - Über Becoming Urban

Rekonstruktionen der Stadt Graz im langen 19. Jahrhundert

Graz wächst und verändert sich im Laufe des langen 19. Jahrhunderts (1789–1914) enorm. Die partielle Zerstörung der Festung im Jahreswechsel 1809/1810 ist nur der Anfang rascher Veränderungsprozesse. Die Industrialisierung, explodierende Bevölkerungszahlen und die damit verbundene räumliche Ausdehnung sowie die Notwendigkeit der Umsetzung infrastruktureller bzw. stadtplanerischer Maßnahmen durch die Entscheidungsträger dieser Zeit, führen zu einem sich ändernden „moderneren“ Stadtbild. Das Projekt „Becoming Urban“ beschäftigt sich mit der Entwicklung der Stadt Graz in diesem Zeitraum.

Mithilfe eines Geoinformationssystems (GIS), das aus (historischen) Stadtplänen der Stadt Graz besteht, werden das Wachstum sowie die Veränderungen der Stadt, die anhaltende Verstädterung (Urbanisierung) und die Wahrnehmung dieser Prozesse im Laufe der Zeit analysierbar. Abbildungen des Stadtraums (z.B. Postkarten, frühe Fotografien, Werke aus den Bereichen Grafik und Malerei) und textuelle Stadtbeschreibungen (z.B. aus Reiseführern und Reiseberichten) werden als Quellen der Stadtwahrnehmung und Stadtbeschreibung genutzt, sie verdeutlichen im Vergleich Veränderungsprozesse dieser Zeit: Beispielsweise werden die Ortsangaben auf diesen Quellen miteinander verknüpft, auf der Karte verortet und durchsuchbar. Zusätzlich wird der aktuelle, aber meist verstreute Forschungsstand zur Grazer Stadtgeschichte mit eingebunden. So legt das Projekt „BeUrb“ eine Basis für die Analyse städtischer Entwicklung in einer Zeit, die sich stark über radikalen und raschen Wandel charakterisieren lässt.

Die dynamische Karte ist ein Werkzeug, mit dem Orte und Strukturen identifiziert werden können, welche die Stadtentwicklung in der Vergangenheit maßgeblich beeinflussten und bis heute beeinflussen. Das Projekt gibt demzufolge nicht nur einen Ein- und Überblick in und über historische Entwicklungen sowie Begebenheiten, sondern schafft ein besseres Verständnis für das Graz, wie wir es heute kennen. Neben dem Nutzen und Mehrwert des Vorhabens für Forschung, Lehre und Wissensvermittlung, sind die web-basierten Projektinhalte auch privat sowie touristisch nutzbar. Das Ergebnis eines solchen Vorhabens ist ein Wissenstransfer in die Gesellschaft und schafft Bewusstsein für die Stadt und ihre Geschichte(n).

Projektkonzept und Hinweise zur Beta Version

Becoming Urban wurde mit Hilfe einer zweijährigen Projektförderung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Förderschiene: go!digital next generation) als innovatives und prototypisches Pilotprojekt von Jungforscher*innen entwickelt. Das Projekt ist nicht abgeschlossen, sondern wurde modular und erweiterbar konzipiert. Das Graz Museum entwickelt gemeinsam mit Projektpartnern Becoming Urban anhaltend technologisch und inhaltlich weiter. Die Quellendatenbank wird laufend erweitert und um Zusatzinformationen ergänzt, dadurch entsteht im weiteren Projektverlauf ein immer exakteres Bild einer prozesshaften Urbanwerdung von Graz und wie es im 19. Jahrhundert ausgesehen hat und wahrgenommen wurde.

Becoming Urban ist Beiträgerprojekt zu Time Machine Austria.