Alexius Meinong (1853–1920)

Alexius Meinong begann 1870 das Studium der deutschen Philologie und Geschichte an der Universität Wien, später das der Philosophie bei Franz Brentano. 1874 promovierte er, 1878 habilitierte er sich an der Wiener Universität mit den Hume-Studien I. 1878 Privatdozent an der Universität Wien wurde er 1882 als ao. Univ.-Prof. an der Universität Graz berufen, wo er von 1889 bis zu seinem Tod 1920 Ordinarius war. 1894 gründete er das psychologische Laboratorium, 1898 erreichte er die Einrichtung eines philosophischen Seminars. 1920 kam es zur Gründung der Grazer Philosophischen Gesellschaft mit Meinong als Ehrenvorsitzenden. Da es schon in frühen 1890er Jahren zum Zerwürfnis zwischen Anton Marty und Franz Brentano kam, wird Meinong dem weiteren Kreis der nicht-orthodoxen Brentano-Schüler zugerechnet. Am Ende seiner Selbstdarstellung zeichnet Meinong aber ein versöhnliches Bild seines philosophischen Lehreres Brentano. Bedeutende Schüler Meinongs waren Christian von Ehrenfels, Alois Höfler, Anton Oelzelt-Nevin, und Eduard Martinak. Als Begründer der Grazer Schule der Gegenstandstheorie (Stephan Witasek, Vittorio Benussi. Ernst Mally, Franz Veber, Hans Pichler, Ferdinand Weinhandl) war Meinong selbst schulbildend.