Thomas G. Masaryk (1850–1937)

Obwohl Thomas G. Masaryk aus einfachen Verhältnissen stammte, konnte er dank eines Förderers zunächst das deutsche Gymnasium in Brünn und dann das akademische Gymnasium in Wien besuchen. Von 1872 bis 1876 studierte Masaryk Philosophie in Wien bei Brentano (dessen Vorlesungen über Ethik und Logik er besuchte) und in Leipzig bei Wundt; dort lernte er auch Edmund Husserl kennen. Er promovierte 1876 und habilitierte sich 1878 mit der Schrift Der Selbstmord als soziale Massenerscheinung der modernen Zivilisation. Ab 1879 lehrte Masaryk als Privatdozent an der Universität Wien, 1882 wurde er schließlich als außerordentlicher Universitätsprofessor für Philosophie und Soziologie an die tschechische Universität Prag berufen, wo der 1897 zum Ordinarius aufstieg. Masaryk wendete sich in seinen späteren Jahren immer mehr der Politik zu und wurde nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie der erste Präsident der tschechoslowakischen Republik, der er bis 1935 blieb.Masaryks Verbundenheit mit seinem Lehrer Brentano zeigte sich darin, dass er schon in den zwanziger Jahren dessen von Kraus und Kastil herausgegeben Nachlassschriften finanziell unterstützte. Masaryk war es auch, der 1931 mit einer großzügigen Schenkung die Gründung und den Betrieb des Prager Brentano-Archivs ermöglichte.