Alois Höfler (1853–1922)

Alois Höfler studierte Mathematik, Physik (u.a. bei Boltzmann) und Philosophie (bei Brentano, Meinong und Vogt) in Wien. Er unterrichtete von 1881 bis 1903 Mathematik, Physik und philosophische Propädeutik am Gymnasium der k.k. Theresianischen Akademie in Wien. Daneben setzte er sein Philosophiestudium fort und promovierte 1886 bei Meinong in Graz mit dem Thema „Einige Gesetze der Unverträglichkeit zwischen Urteilen“. 1895 habilitierte er sich für Philosophie und Pädagogik an der philosophischen Fakultät der Universität in Wien 1895 („Psychische Arbeit“, Zeitschrift für Psychologie 8, 1894). Von 1903 bis 1907 war Höfler Universitätsprofessor für Pädagogik in Prag, von 1907 bis 1922 in Wien (seit 1916 Universitätsprofessor für Pädagogik und Philosophie). 1916 ernannte ihn die Akademie der Wissenschaften zum korrepondierenden Mitglied. Höfler stand vor allem Meinong (mit dem er eine ausführliche Korrespondenz führte) und Ehrenfels nahe und zählt wie diese zur weiteren Brentano-Schule. Seine bedeutendsten Leistungen liegen abgesehen von der philosophischen Psychologie auf dem Gebiet der Didaktik und Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften. Als Obmann bzw. Ehrenobmann der philosophischen Gesellschaft der Universität Wien beeinflußte er maßgeblich den toleranten Kurs dieses für die Entwicklung der österreichischen Philosophie bedeutsamen Diskussionsforums. Mit Ehrenfels und Meinong teilte Höfler auch die Begeisterung für die Musik, und war als überzeugter Wagnerianer Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied des Wiener Akademischen Wagner-Vereines.