Mattschacher

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Kommentar

Kofler lehnt diese Figur in einigen Details an Karl Lütgendorf (1914–1981) an, 1971–1977 österreichischer Verteidigungsminister. Lütgendorf war Lobbyist für Waffenexporte, personifiziert also die Kofler hier wichtige Verstrickung von Rüstungsindustrie und Politik. Er war mit Udo Proksch (s. Eintrag ›der Herr Industrieideologe,‹) befreundet – eine Verbindung, die Kofler in die Prosa Traum und Wirklichkeit der Sammlung Amok und Harmonie (1985) hineinnimmt, dort wird auch der Name Mattschacher weiter verwendet. Lütgendorf musste 1977 zurücktreten, weil der Verdacht auf Unterstützung illegaler Waffengeschäfte bestand. Der »mysteriöser Tod« Mattschachers, von dem Kofler weiter unten schreibt, dürfte an den Suizid Lütgendorfs angelehnt sein. Eine auffällige Namensähnlichkeit, die kein Zufall sein dürfte, gibt es zudem mit Hans Malzacher (1896–1974) einen Bezug. Malzacher war am Aufbau der »Hermann-Göring-Werke« in Linz, der späteren Voest, beteiligt (1938–1941 als deren Leiter), er stieg im »Dritten Reich« bis zu einem der vier Stellvertreter von Rüstungsminister Albert Speer auf. In der Zweiten Republik war er u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der Steyr Daimler Puch AG, Österreichs führendem Waffenproduzenten.

Textausschnitte

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 292

[...] Verfügbarkeit für die Zentrale? Stimme (rechts): Ist es richtig, daß Mattschacher vorher bereits in einem anderen Konzern internationale Aktionen [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 324

[...] Aufsichtsrat des Konzerns geholt. – Nach dem mysteriösen Tod von Mattschacher wurde Hilferding von der früheren Landesbank stellvertretender [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 332

[...] use) 4: Sex war für uns etwas ganz Natürliches. D (gleichzeitig): Seit Mattschacher s mysteriösem Tod – (Pause) 3: – in Großbauten wie Warenhäusern, [...]


Zitiervorschlag:
Mattschacher. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.5017, 2022-09.