Schizophrene

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Kommentar

Der Begriff wurde vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857–1939) geprägt. In seinem Lehrbuch der Psychiatrie (1916), das bis 1983 aufgelegt wurde, bezeichnet er als das grundsätzliche Kennzeichen der Krankheit, dass „das Gesunde dem Schizophrenen erhalten“ bleibe, sich nicht auflöse, sondern verstecke. „Das schizophrene Leben ist weiter gekennzeichnet durch Mangel an Einheitlichkeit und Ordnung aller psychischen Vorgänge.“ Im Schizophrenen überwiege „die Tendenz, sich – unbekümmert um die Realität – ein Bild der Welt nach dem eigenen Wesen und den eigenen Wünschen und Ängsten zu schaffen. Es resultieren als primäre Störungen die Zerfahrenheit des Denkens und des Gefühlslebens und die Unmöglichkeit, sich als einheitliche Person zu empfinden (Depersonalisation)“ (Bleuler 1969, 369).

Textausschnitte

Ida H., S. 121

[...] Schließlich die ärztliche Versorgung: zu wenige Ärzte für zu viele Patienten – etwa 2600 Insassen (gehirngeschädigte Kinder und Altersblödsinnige, Paralytiker, Schizophrene, Alkoholiker und Depressive, viele Zwangseingewiesene und wenige Wahnsinnige, die sich selbst stellen) werden von 47 Ärzten betreut, von denen die Hälfte ungefähr nur vormittags Dienst tue, Vertragsärzte [...]

Ida H., S. 262

[...] von einer ihm, dem Kunstmaler, bekannten Schizophrene [...]


Zitiervorschlag:
Schizophrene. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.444, 2019-02.