Gründungsurkunde und Insignien
der Karl-Franzens-Universität Graz

Gründungsurkunde der Karl-Franzens-Universität Graz
Erzherzog Karl II. von Innerösterreich

Graz, datiert auf 1. Jänner 1585

Zur Entstehung
Originaltext ÜbersetzungDeutschEnglischTEI
Transkription: Walter HöflechnerGernot Krapinger
[1] Carolvs dei gratia archidvx avstriae dvx bvrgvndiae Brabantiae, Styriae, Carinthiae, Carniolae, Lucemburgae, Wirttembergae, Superioris et inferioris Sylesiae, Princeps Sueuiae Marchio Sacri Romani Imperii Burgouiae, Morauiae, Superioris et inferioris Lusatiae, comes Habsburgi, Tyrolis, Ferretis, Kyburgi et Goritiae etc. Landgrauius Alsatiae, Dominus Marchiae Sclauonicae Portus Naonis et Salinarum etc: Recognoscimus pro nobis, Heredibus et Successoribus nostris Ducibus Styriae. Quod cum ea sit principum et eorum, qui ad Prouinciarum gubernacula sedent, maxima praecipuaque cura et sollicitudo, ut multitudinem communi sibi quodam foedere subjectam ad mutuam pacem et concordiam seruandam debitamque obedientiam praestandam inducere, e contra uero contrarias in communi uita Sententias, et dissimilitudines Studiorum, ac uoluntatum auertere contendant, illud autem nec absque Dei singulari praesidio, auxilioque fieri, nec absque legum praeceptis ac prudentum consiliis, recte haberi posse intelligant, ideoque cum alii omnes tum uero maxime optimi majores nostri Austriae Archiduces magno et assiduo studio summa cum laude in hoc unum omnem semper curam, diligentiamque adhibuerint Vt qui coelum, atque terras intuetur, et regit DEUS, caste, integre, et sancte coleretur, eique merita gratia justis honoribus, et memori mente ab omnibus persolueretur, Religio auita orthodoxa et catholica, pura, integra, et incorrupta ubique retineretur, uiri docti, optimarumque artium studiis eruditi, aliunde euocati Scholis, Gymnasiis, et Uniuersitatibus, quas publicae utilitatis causa instituissent, ad imbuendum bonis opinionibus, honestisque disciplinis et moribus animas praeficerentur, uerissime sibi persuadentes hanc unam, eamque solam efficacem ad continendum animos hominum rationem esse, Si Dei metu eis iniecto, ipsum, ut debent, uenerarentur; deinde a uiris praeclara eruditione atque doctrina ornatis excitati, debita cum obseruantia, et honore, dignitateque antecedentes reuererentur, leges uero pro communi commodo latas, pie sancteque colerent.[1] Wir, Karl von Gottes Gnaden Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, Brabant, Steiermark, Kärnten, Krain, Luxemburg, Württemberg, Ober- und Niederschlesien, Fürst in Schwaben, Markgraf des Heiligen Römischen Reiches von Burgau, Mähren, von Ober- und Niederlausitz, Graf von Habsburg, Tirol, Pfirt, von Kyburg und Görz etc., Landgraf von Elsass, Herr der Windischen Mark, von Pordenone und Salins etc. bestätigen für uns, unsere Erben und Nachfolger als Herzöge der Steiermark etc.,
dass1,
weil das ja die größte und vornehmliche Sorge und Bekümmerung der Fürsten und derer ist, die am Steuerruder der Länder sitzen, dass sie sich anstrengen, das ihnen gleichsam durch ein gemeinsames Bündnis unterworfene Volk dazu zu bringen, untereinander Frieden und Eintracht zu halten und den geschuldeten Gehorsam zu leisten, andererseits aber die im Gemeinschaftsleben widerstreitenden Meinungen und Widersprüche der Studien2 und Gesinnungen zu beseitigen, jenes aber, wie sie einsehen, nicht ohne den besonderen Schutz und Beistand Gottes geschehen und nicht ohne die Vorschriften der Gesetze und ohne die Ratschläge weiser Männer richtig erreicht werden kann, und deswegen sowohl alle anderen als auch besonders unsere erlauchtesten Vorfahren, die Erzherzöge von Österreich, mit großem und beharrlichem Eifer in höchst lobenswerter Weise ihre ganze Sorge und Umsicht stets einzig und allein darauf gerichtet haben, dass Gott, der Himmel und Erde beschützt und regiert, keusch, rein und fromm verehrt wird und ihm von allen der geschuldete Dank mit gehöriger Ehrerbietung und dankbaren Herzens abgestattet wird, dass an dem altehrwürdigen, rechtgläubigen und katholischen Glauben überall rein, unversehrt und unverfälscht festgehalten wird,
gelehrte Männer,
ausgebildet durch das Studium der besten Künste, die von überall her von den Schulen, Gymnasien und Universitäten, die sie zum allgemeinen Nutzen eingerichtet haben, berufen wurden, (hierher)
aufbrechen sollen,
um die Seelen mit guten Ansichten, ehrenhaften Lehren und Sitten zu erfüllen, aufrichtigst davon überzeugt, dass dies die einzig wirksame Methode sei, die Gedanken der Menschen zu zügeln, wenn sie mit der ihnen eingeflößten Furcht Gottes diesem selbst die geschuldete Ehrerbietung erweisen. Ferner sollen sie, angespornt von Männern mit hervorragender Erziehung und Bildung, diejenigen mit der gebührenden Hochachtung verehren, die an Ehre und Würde hervorragen, und die Gesetze, die zum allgemeinen Nutzen erlassen worden sind, gewissenhaft und fromm befolgen.
[2] NOS igitur Maiores nostros, Inprimis autem pientissimi parentis nostri foel: record: D. Ferdinandi Imperatoris huius nominis primi insigne Exemplum immitari cupientes, proque muneris nobis diuinitus collati ratione, ab ingressu regiminis nostrarum Prouinciarum nihil antiquius habentes, quam ut Fideles subditi nostri, quorum animos horum iniuria temporum et improborum, flagitiosorumque hominum iniquis studiis e pietatis sede deturbatos, non tam bonis moribus imbutos, quam uariis opinionum, haeresumque erroribus, iam tum misere deformatos non sine magno animi dolore conspiciebamus, in pristinum pietatis locum, Religionisque Catholicae splendorem, primo quoque tempore summa cum diligentia restituerentur, tum matura quadam, cum deliberatione, hac de re multorum consilia, quae nobis offerebantur, in cogitationem uocaremus, despiceremusque, quo nam pacto, huic tam graui morbo oportunum aliquod, et commodum remedium tempestiue afferretur, interim uirorum fide dignorum relatu magno animi nostri cum gaudio cognouimus, Uenerandae Societatis Jesu socios, quorum ob insignem eorum pietatem, relegionem, doctrinam, inque DEUM et animarum salutem Zelum, tum fama maxime per Germaniam percrebrescebat, ad hanc rem, bene Deo propitio, conficiendam fore aptissimos.[2] Nun haben wir,
die wir unseren Vorfahren, vor allem aber dem glänzenden Vorbild unseres frömmsten Vaters seligen Angedenkens, des Kaisers D.3 Ferdinand, des ersten dieses Namens, nacheifern wollen und die wir zur Ausübung des uns von Gott übertragenen Amtes von Anbeginn der Herrschaft über unsere Länder nichts für wichtiger hielten, als dass unsere getreuen Untertanen, deren Herzen wir nicht ohne großen seelischen Schmerz durch das Unrecht dieser ruchlosen Zeiten und durch das verkehrte Streben schandbarer Menschen vom Sitz der Frömmigkeit vertrieben und nicht so sehr von guten Sitten erfüllt wie von mannigfaltigen Irrtümern der Lehrmeinungen und Häresien schon damals4 kläglich entstellt sahen, baldmöglichst wieder mit größter Umsicht in den alten Stand der Frömmigkeit und in das helle Licht des katholischen Glaubens zurückgebracht werden, und wir dann die Ratschläge vieler in dieser Sache, die an uns herangetragen wurden, mit einer gewissen reiflichen Überlegung bedenken und unser Augenmerk darauf richten, wie ein für diese so schwere Krankheit geeignetes und angemessenes Heilmittel rechtzeitig herbeigeschafft werde,
inzwischen durch den Bericht vertrauenswürdiger Männer zur großen Freude unseres Herzens erfahren,
dass die Mitglieder der verehrungswürdigen Gesellschaft Jesu, deren Eifer für Gott und das Heil der Seelen und deren Ruhm sich wegen ihrer außerordentlichen Frömmigkeit, ihres Glaubens und ihrer Gelehrsamkeit besonders in ganz Deutschland verbreitete, am geeignetsten wären, diese Sache mit Gottes Gnaden zu bewerkstelligen.
[3] Quare confestim datis ad S. Pontificem, illiusque ordinis Praepositum Generalem litteris, aliquot dicti ordinis socios in hanc messem tam copiosam atque luxuriantem petiuimus, et impetrauimus, qui magnis ob bella tunc uigentia periculis, longisque itineribus ingenti studio et flagranti salutis animarum desiderio aduenientes, illi quidem operas suas inceperunt, cum diuini uerbi praedicatione, Doctrinaeque Christianae traditione, tum litterarum studiis, honestisque disciplinis tradendis, magno cum fructu locare, nos uero de Gymnasio publicaque uniuersitate eis erigenda sedulo cogitare.[3] Daher baten wir sogleich in einem Schreiben an den Heiligen Vater und den Generaloberen dieses Ordens um einige Mitglieder des besagten Ordens für diese so reichliche und üppige Ernte und hatten damit Erfolg; als sie unter großen Gefahren wegen der damals tobenden Kriege und nach langer Reise mit großem Eifer und mit brennender Sehnsucht nach dem Heil der Seelen hier ankamen, begannen sie ihre Tätigkeit mit großem Erfolg einzurichten, sowohl mit der Verkündigung des Gotteswortes und der Weitergabe der Lehre Christi als auch mit dem Studium der Wissenschaften und der Vermittlung ehrbarer Bildung, wir aber begannen mit Eifer die Errichtung eines Gymnasiums und einer öffentlichen Universität für sie zu überlegen.
[4] Quod, etsi uarias ob causas, difficultatesque suum effectum tunc temporis consequi minime potuit interim tamen eis Collegii fundationem sub die Duodecima Nouembris anno Salutis humanae Millesimo quingentesimo septuagesimo tertio sub Archiducali nostro Sigillo, propriaeque manus subscriptione ordinauimus, fecimus, instituimus, et ereximus, eamque continuo perpetuis futuris temporibus inuiolabiliter obseruari mandauimus, Dantes eis in eum effectum commodam habitationem, templum et necessariam sustentationem.[4] Obwohl dies damals aus verschiedenen Gründen und Schwierigkeiten nicht zur Ausführung gelangen konnte, haben wir inzwischen gleichwohl die Stiftung eines Kollegiums für sie am 12. November im Jahre des Heils der Menschen 1573 unter unserem erzherzoglichen Siegel und mit unserer eigenhändigen Unterschrift verfügt, ausgefertigt, eingesetzt und errichtet und den Auftrag erteilt, dass sie5 sofort für alle Zukunft unverletzt bewahrt werde, wobei wir ihnen6 zu diesem Zweck eine angemessene Wohnung, einen Weiheraum und den notwendigen Unterhalt boten.
[5] Quoniam uero nunc difficultatibus omnibus, quibus tunc a pio nostro proposito retardati fuimus superatis,
omni posthabita mora, iam antedictum publicum studium, Gymnasium et Uniuersitatem pro commemoratis Uenerandae Societatis JESU sociis in nostra Ciuitate Graecensi Styriae Metropoli, eum in finem instituere et erigere intendimus, Ut quod alii Principes suorum subditorum saluti, commodisque prospicientes, sibi licere existimant, illud nos quoque, qui plures, easque ampliores diuersarum nationum, et linguarum Prouincias possidemus, multo maiori cum ratione et iure posse omnes intelligant.
[5] Da aber jetzt alle Schwierigkeiten, durch die wir damals von unserem frommen Vorhaben abgehalten wurden, beseitigt sind,
wollen wir jetzt unverzüglich die vorgenannte öffentliche Ausbildung, das Gymnasium und die Universität, für die erwähnten Mitglieder der verehrungswürdigen Gesellschaft Jesu in unserer Stadt Graz, der Hauptstadt der Steiermark, zu diesem Zweck einsetzen und errichten,
damit alle erkennen, dass auch wir, die wir doch mehr und größere Länder verschiedener Völker und Sprachen besitzen, das, was andere Fürsten aus Sorge um das Heil und den Nutzen ihrer Untertanen für sich in Anspruch nehmen zu können glauben, mit noch viel größerer Berechtigung und Legitimation können;
[6] Deinde, ut uiris literatis, ac studiis doctrinisque praeditis abundantes, et subditorum nostrorum in re literaria utilitati paterna nostra sollicitudine prouidentes, facilius publico bono, ubi, et quando opus est, commodare, imprimis autem et prae omnibus auitam et Catholicam religionem a maioribus nostris acceptam. Sartam tectam, inuiolatamque, ubi uiget, conseruare, ubi uero collapsa est, hac maxime uia restaurare possimus.[6] ferner, damit wir uns, die wir über genügend gebildete und mit Wissenschaft und Gelehrsamkeit begabte Männer verfügen und uns mit unserer väterlichen Fürsorge um den Nutzen unserer Untertanen in den Wissenschaften kümmern, leichter dem Gemeinwohl, wo und wann es nötig ist, gefällig erweisen können, besonders aber und vor allem, damit wir den ehrwürdigen katholischen Glauben, den wir von unseren Ahnen übernommen haben, dort, wo er in Blüte steht, in gutem Zustand und unversehrt bewahren, wo er aber verfallen ist, gerade auf diesem Wege7 wiederherstellen können.
[7] Inprimis igitur recognoscentes, et tenore praesentium notum facientes Uniuersis etc. pro nobis Haeredibus et Successoribus nostris, Ducibus Styriae etc. ex certa scientia nostra, animoque bene deliberato, et maturo consilio adhibito supra dictam nostram fundationem sub dato Uidelicet Duodecima die Nouembris Anni Millesimi quingentesimi septuagesimitertii eis a nobis institutam, factam, erectam, et a S. Pontifice in omnibus punctis et clausulis confirmatam, nunc hisce nouae erectionis litteris innouantes de nouo facimus,[7] Vor allem bestätigen wir daher und geben aus unserer sicheren Erkenntnis und nach genauer und reiflicher Überlegung allen etc. für uns, unsere Erben und Nachfolger als Herzöge der Steiermark etc. durch den Wortlaut des vorliegenden Schreibens bekannt,
dass wir unsere oben genannte Stiftung, datierend vom12. November 1573, die für sie8 von uns eingerichtet, gemacht und errichtet und vom Heiligen Vater in allen Punkten und Klauseln bestätigt wurde, nun mit der vorliegenden Urkunde der neuerlichen Errichtung erneuern;
[8] ordinamus, instituimus, approbamus, et cum omnibus et singulis in eis contentis capitibus, clausulis et punctis, eis inserimus, et ac si de uerbo ad uerbum huc inserta esset, hoc nostro praesenti diplomate, confirmamus, nec non illi perpetuum, et inuiolabilis firmitatis robur denuo adiicimus, omnesque et singulos defectus, tam iuris quam facti, si qui forsan quocunque modo interuenissent, in ea supplemus.[8] wir verfügen, verordnen, genehmigen und fügen sie mit allen einzelnen in ihr enthaltenen Kapiteln, Klauseln und Punkten hier ein und bestätigen es mit dieser unserer vorliegenden Urkunde, wie wenn es Wort für Wort ihr eingefügt wäre, und verleihen jener9 von neuem Dauer und die Kraft unverletzlicher Geltung und ersetzen in ihr alle einzelnen rechtlichen und faktischen Mängel, wenn irgendwelche etwa aufgetreten sein sollten.
[9] Deinde saepe dictum hoc nostrum Collegium, a nobis antea, ut dictum est, erectum et fundatum simili modo ex certa scientia animo bene deliberato, maturoque consilio, ac archiducali nostra potestate et autoritate in generale publicum studium, Academiam, Gymnasium, et plane Uniuersitatem secundum priuilegia ipsi societati a summis Pontificibus et Imperatoria Majestate desuper concessa instituentes, erigentes, ordinantes, et fundantes, prout ipsum hisce praesentibus nostris literis nunc in plenum, generale, publicum studium, Academiam, Gymnasium et Uniuersitatem, eo modo, quo dicta Ueneranda Societas secundum suas constitutiones publica Gymnasia et Uniuersitates admittere, habere et retinere solet, instituimus, erigimus, ordinamus et fundamus,[9] Alsdann errichten wir, wir setzen ein, verordnen und gründen dieses unser schon oft genanntes Kollegium, das von uns, wie gesagt, auf ähnliche Weise aus sicherer Erkenntnis und nach genauer und reiflicher Überlegung aus unserer erzherzoglichen Machtvollkommenheit und Autorität schon vorher errichtet und gegründet worden ist, als ein öffentliches Studium generale, als eine Akademie, ein Gymnasium und ausdrücklich als eine Universität gemäß den Privilegien, die eben dieser Gesellschaft (Jesu) von den Päpsten und der kaiserlichen Majestät von oben her zugestanden wurden, so wie wir es selbst nun in dieser unserer vorliegenden Urkunde zu einem vollständigen, öffentlichen Studium generale, zu einer Akademie, zu einem Gymnasium und einer Universität in der Art errichten, einsetzen, anordnen und gründen, wie die besagte verehrungswürdige Gesellschaft (Jesu) gemäß ihren Bestimmungen, öffentliche Gymnasien und Universitäten zuzulassen, zu betreiben und zu erhalten pflegt;
[10] hocque nomine deinceps perpetuis futuris temporibus, ab omnibus appellari, et iisdem omnino priuilegiis, et immunitatibus, quibus aliae quaecumque Uniuersitates a S. summis Romanis Pontificibus et Imperatoribus confirmatae, uti, et potiri solent, gaudere, uolumus, ita ut omnes et singuli studiosi et Scholares, qui apud eos in praefato Archiducali nostro Gymnasio, uel quocumque alio publico Studio, uel approbata Uniuersitate, lectiones audierint, uel sub dicti Gymnasii, aut etiam eius obedientia, directione, aut disciplina studuerint, et digni habilesque rigoroso examine praeuio reperti fuerint, iuxta Priuilegia Uniuersitatum eis per praesentes, a nobis et aliis, cum summis Pontificibus, tum Imperatoribus desuper concessa, ad quoscumque Baccalaureatus, Licentiaturae, Magisterii et Doctoratus, in artibus et S. theologiae gradus, ab eis promoueri gratis, ac pro more Societatis possint, ac debeant,[10] wir wollen,
dass sie10 fürderhin in alle Zukunft von allen mit diesem Namen11 bezeichnet wird und sich ganz derselben Privilegien und Vergünstigungen erfreut, wie sie auch alle anderen von den Päpsten und Kaisern bestätigten Universitäten gewöhnlich genießen und besitzen,
sodass alle Studenten und Schüler, die bei diesen12 in unserem vorgenannten erzherzoglichen Gymnasium oder an irgendeiner anderen öffentlichen Lehranstalt oder einer anerkannten Universität Vorlesungen gehört haben oder unter der Leitung und Unterweisung13 besagten Gymnasiums in Gehorsam studiert haben und nach vorausgehender strenger Prüfung für würdig und geeignet befunden wurden, gemäß den Privilegien der Universitäten, die ihnen durch die vorliegende Urkunde von uns und von anderen, sowohl von Päpsten als auch von Kaisern, von oben her zugestanden wurden,
ohne jede Ausnahme, kostenlos von ihnen zu allen möglichen Graden des Baccalaureats, Lizentiats, Magisteriums und zum Doktorat in Philosophie und der heiligen Theologie nach Brauch der Gesellschaft (Jesu) promoviert werden können und sollen;
[11] Iique tandem sic promoti omnibus et singulis priuilegiis, praerogatiuis, immunitatibus, exemptionibus, libertatibus, antelationibus, fauoribus, gratiis et indultis, quibus alii in Uniuersitatibus studiorum generalium Germaniae, Italiae, Hispaniae, seu Galliae iuxta illarum ordinationes, usus, ritus, consuetudines et mores pro tempore promoti de iure uel consuetudine, aut alias quomodolibet, non solum ad earum instar, sed pariformiter, et aeque principaliter absque ulla differentia in omnibus et per omnia, perinde ac si gradus in Uniuersitatibus nec non Collegiis huiusmodi accepissent, uti, potiri, ac gaudere possint, ualeant ac debeant:[11] schließlich können, dürfen und sollen die auf diese Weise Promovierten alle einzelnen Privilegien, Vorrechte, Immunitäten, Befreiungen, Freiheiten, Vorzüge, Vergünstigungen, Annehmlichkeiten und Erlaubnisse wie die anderen an den Universitäten der Studia generalia Deutschlands, Italiens, Spaniens oder Frankreichs oder sonst wo nach deren Anordnungen, Gebräuchen, Sitten, Gewohnheiten und Regeln nach jeweiligem Recht und Gewohnheit Promovierten, nicht nur vergleichbar diesen14, sondern völlig gleichwertig und ohne jeden Unterschied in allem und für alles, so als ob sie die Grade an Universitäten und Kollegien dieser Art erlangt hätten, genießen, besitzen und sich ihrer erfreuen.
[12] Dantes saepedicto Collegio et Publico Gymnasio in eum effectum pro maiori ipsorum commoditate ultra annuam illam a nobis in illis fundationis literis duorum millium ducentorum Florenorum Rhenensium eis assignatam sustentationem itidem interueniente authoritate, consensu et ratihabitatione Sacrosanctae sedis Apostolicae adhuc bis mille Florenos Rhenenses atque ita, in uniuersum quatuor millia ducentos florenos Rhenenses ad quotidianam sustentationem, perpetuamque dicti Gymnasii plenam fundationem ex Monasterii nostri Mülstad bonis, quottannis et singulis annis seorsum in perpetuum soluendos, ita nimirum, ut ex dictis quatuor millibus ducentis florenis Rhenensibus annui redditus quarta pars, hoc est: mille quinquaginta floreni Rhenenses singulis angariis, seu quartalibus anni incipiendo a quartali Mensis Januarii, anni millesima quingentesimi Octagesimi quinti certo et perpetuo soluantur. non obstante quacunque mutatione, quae circa praedicta bona, uel redditus quibus cumque temporibus uel causis accidere posset: uolentes et decernentes, eiusmodi mutationem quocunque modo aut titulo illa fieret, et quatenus huic nostrae fundationi et ordinationi praejudicaret, surreptitiam, irritam et plane nullius roboris aut ualoris esse debere.[12] Wir geben dem oftmals genannten Kollegium und öffentlichen Gymnasium zu diesem Zweck zu ihrem größeren Vorteil über jenen Jahresbetrag hinaus, der von uns mit 2200 Rheinischen Gulden in jenem Stiftungsbrief ihnen als Unterstützung zugewiesen wurde, ebenso auf Betreiben der Autorität und mit Zustimmung und Genehmigung des heiligen apostolischen Stuhls, noch weitere 2000 Rheinische Gulden, womit insgesamt 4200 Rheinische Gulden für den täglichen Unterhalt und für die dauerhafte und vollständige Gründung des besagten Gymnasiums aus den Gütern unseres Klosters Millstatt jährlich und gesondert Jahr für Jahr zu bezahlen sind, so freilich,
dass von den besagten 4200 Rheinischen Gulden ein Viertel des jährlichen Ertrages, das sind 1050 Rheinische Gulden, zu den einzelnen Fastenwochen oder vierteljährlich, beginnend mit dem Monat Januar des Jahres 1585, verlässlich und für immer bezahlt wird, ohne dass irgendeine wie auch immer geartete Veränderung, die bezüglich der vorher genannten Güter oder Einkünfte irgendwann und aus irgendwelchen Gründen eintreten könnte, dem im Wege stehen darf,
wobei wir bestimmen und beschließen,
dass eine Änderung dieser Art, auf welche Weise und unter welchem Titel diese auch eintreten mag, und soweit sie dieser unserer Stiftung und Anordnung nachteilig sein sollte, aufgehoben, ungültig [und nichtig] und ohne jede Kraft und Geltung sein soll.
[13] Ideo statuimus, ordinamus et mandamus, ut nostri nostrorumque successorum officiarii uel subditi aut alii, quicunque iam administrant, aut quocunque tempore et modo (sine tamen huius nostrae fundationis praeiudicio) bona uel loca dicta Mülstatensia adminstrauerint, uel habuerint, si eam peccuniae summam non eis absque Collegii ipsius damno et molestia hic Gratii in ipsorum collegio in bona et currente moneta communi praetio taxata constitutis a nobis terminis soluerint ac numerauerint, sciant se praeter nostram nostrorumque successorum indignationem, quam incurrent, praedicta bona amissuros, uel officiis suis priuandos, ac aliis insuper poenis pro nostro nostrorumque successorum arbitrio irrogandis subjiciendos esse.[13] Daher beschließen wir, ordnen an und befehlen,
dass unsere und unserer Nachfolger Amtsträger oder Untergebene oder andere, die auch immer gerade in der Verwaltung tätig sind und wann immer und wie immer (freilich ohne Nachteil für diese unsere Stiftung) die Güter und die besagten Ländereien in Millstatt verwalten oder innehaben sollten, wenn sie ihnen15 diese Geldsumme nicht ohne Schaden für das Kollegium selbst und ohne Verdruss in ihrem Kollegium hier in Graz in gutem und gültigen Geld, geschätzt nach dem üblichen Geldwert, zu den von uns festgesetzten Terminen bezahlt und entrichtet haben, wissen sollen, dass sie nebst unserer und unserer Nachfolger Ungnade, der sie anheimfallen, auch die vorgenannten Güter verlieren, ihrer Ämter verlustig gehen und darüber hinaus noch andere Strafen erleiden werden müssen, die nach unserem und unserer Nachfolger Gutdünken über sie zu verhängen sind.
[14] Insuper, ut saepedicti Socii archiducalem nostram benignitatem eo abundantius sentiant, et experiantur, adjicimus atque donamus eis nostrum hortum ipsorum Collegio coniunctum ab ingressu nostro subterraneo horti nostrae aulae uersus templum Sancti Aegidii, una ex parte armamentarium nostrum et Domini Sigismundi Eibeswaltheri, altera uero ex parte Domini Wolfgangi a Stubmberg Domini Offa a Teuffenbach Archidiaconi Styriae, et Jacobi Schrenkhl domos contingentem, et usque ad uiculum ex opposito sese extendentem, cum omnibus iuribus et immunitatibus, ut eo pro sua commoditate et utilitate pleno iure, quo nos, maioresque nostri habuerunt, et possederunt, in perpetuum uti, potiri et gaudere possint ac debeant.[14] Damit überdies die schon oft genannten Mitglieder (der Gesellschaft Jesu) unser erzherzogliches Wohlwollen noch reichlicher spüren und erfahren, schenken wir ihnen dazu noch unseren Garten,
der vom unterirdischen Garteneingang unserer Residenz her in Richtung Kirche des Heiligen Aegidius16 mit ihrem Kollegium in Verbindung steht und der auf der einen Seite an unsere Rüstkammer17 und das Haus des Herrn Sigismund von Eibiswald18, auf der anderen Seite an die Häuser des Herrn Wolfgang von Stubenberg, des Herrn Offo von Teufenbach, des Archidiakons der Steiermark, und an das des Jakob Schrenkhl19 angrenzt und sich bis zu dem Flecken auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt, mit allen Rechten und Freiheiten, damit sie ihn zu ihrem Vorteil und Nutzen mit vollem Recht, mit dem wir und unsere Vorfahren ihn in Besitz hatten, genießen, innehaben und sich an ihm erfreuen können und sollen.
[15] Item ordinamus, mandamus et uolumus, Vt a nostris officialibus pro tempore existentibus, ex Salinis nostris in Aussee pro quotidiana ipsorum necessitate, singulis annis in Festo S. Georgii in ipsorum Collegium hic Graetii Quadraginta cumuli (Fueder uulgo appellant) Salis sine ipsius Collegii incommodo et damno perpetuo porrigantur.[15] Ebenso ordnen wir an, befehlen und wollen,
dass von unseren derzeitigen Beamten aus unseren Salinen in Aussee für ihren täglichen Bedarf jährlich zum Fest des Heiligen Georg an ihr Kollegium hier in Graz 40 Cumuli Salz (im Volksmund Fueder genannt) ohne Kosten und Verlust des Kollegiums selbst für immer geliefert werden sollen.
[16] Et Quoniam in tanto operariorum numero saepe pęnuriam pati coguntur piscium, pro subleuanda in hac quoque parte ipsorum necessitate, et quo leuius hoc incommodum ferant. Volumus, ordinamus et mandamus, ut eam partem Murae fluuii Graecensis, quae incipit, a superiori parte ponticuli uiae publicae supra hortum nostrum Damularum monti arcis nostrae Graecensis adiacentem, una ex parte usque ad pontem Murae dictum deorsum: ex altera uero parte fluuii ab arbore Nucis e regione iam dicti ponticuli posita usque ad angulum domus Kraizmair olim nunc Nouäckh dictam sese extendentem ipsi cum omnibus suis emolumentis commodis et iuribus habere et possidere, eaque quiete uti frui ac potiri pro Collegii sui necessitate absque ullius molestia uel interpellatione in perpetuum possint, nostro Huebmaistero pro tempore existenti serio mandantes, ne uel in minimo patiatur eos in hoc a quoquam ullo modo impediri, molestari, aut uexari.[16] Und weil sie bei einer so großen Zahl von Arbeitern oft gezwungen sind, Mangel an Fischen zu leiden,
wollen wir, ordnen wir an und befehlen, um ihre diesbezügliche Not zu lindern und damit sie umso leichter diese Unbill ertragen,
dass sie diesen Teil des Murflusses bei Graz, der am oberen Teil der kleinen Brücke beginnt und an den öffentlichen Weg ober unserem Damhirschgarten des Bergs unserer Grazer Burg angrenzt, auf der einen Seite flussabwärts bis zur sogenannten Murbrücke, auf der anderen Flussseite aber den Teil, der sich vom Nussbaum, der im Bereich der schon genannten kleinen Brücke steht, bis zum Eck des ehemaligen Kraizmair-Hauses, das nun Noväckh heißt, erstreckt, mit all seinen Einnahmen, Vorteilen und Rechten innehaben und besitzen und ihn unbehelligt für den Bedarf ihres Kollegiums ohne Belästigung oder Einspruch irgendjemandes für immer nutzen, genießen und besitzen können, wobei wir unserem derzeitigen Huebmeister den strengen Auftrag erteilen, dass er nicht im Mindesten dulden soll, dass sie20 von jemandem auf irgendeine Weise behindert, belästigt oder geschädigt werden.
[17] Praeterea et illud statuentes, ut dictum Collegium, omnesque in eo habitantes, et quaecunque personae ad ipsum pertinentes in quibuscunque controuersiis, aut etiam reliquis omnibus litibus, accusationibus, defensionibus, aut quibuscunque actionibus, tam ciuilibus, quam criminalibus, apud nullum forum aut tribunal cuiuscunque Magistratus saecularis, quocunque, tandem nomine id appellari possit, molestari, conueniri, accusari, et in ius uocari possint, aut ipsi comparere, aut respondere teneantur: Sed si tale quippiam unquam, quacunque de causa occurrat, et ipsi sibi consultum fore uel expedire iudicauerint, ex speciali nostra gratia ad nos liberum refugium eis habere liceat:[17] Außerdem verfügen wir,
dass das besagte Kollegium, alle, die in ihm wohnen, sowie alle Personen, die ihm angehören, in allen Streit- und Rechtssachen, Anklagen, Gerichtsverfahren, sei es Zivil- oder Strafprozessen bei keinem Gericht oder Tribunal irgendeiner weltlichen Obrigkeit, wie auch immer es heißen mag, belästigt, belangt, beschuldigt und angeklagt werden können oder angehalten werden sollen, selbst zu erscheinen oder sich zu verantworten, sondern dass es ihnen freisteht, wenn jemals etwas Derartiges aus welchem Grund auch immer eintreten sollte und sie der Meinung sein sollten, es würde für sie nützlich und hilfreich sein, auf unsere besondere Gnade hin ungehindert zu uns Zuflucht zu nehmen:
[18] Uolentes et decernentes, ut omnibus et singulis concessionibus, gratiis, facultatibus immunitatibus, libertatibus, indultis et priuilegiis secundum Canones et Societatis ipsorum institutum, tam a SS. Pontificibus, quam Imperatoribus, et etiam a nobis praeteritis temporibus factis et concessis, aut ab eisdem nobisque deinceps in futurum concedendis et faciendis pro libertate sua Christiana absque ullo impedimento, uti, potiri, et gaudere possint et debeant,[18] Wir wollen und verfügen,
dass sie die Vergünstigungen, Gnadenerweise, Mittel, Immunitäten, Freiheiten, Bewilligungen und Privilegien, in ihrer Gesamtheit und einzeln, gemäß den Canones und der Satzung ihrer eigenen Gesellschaft, die sowohl von den heiligen Päpsten als auch von den Kaisern und auch von uns in den vergangenen Zeiten festgelegt und bewilligt wurden oder auch von ihnen und von uns hernach für die Zukunft festzulegen und zu verfügen sind, für ihre Unabhängigkeit als Christen ohne jedes Hindernis genießen, besitzen und sich daran erfreuen können und sollen.
[19] quae omnia nos quo ad nostras Prouincias omni meliori uia modo ac forma, qua possumus aut debemus, admittentes, eatenus approbamus et confirmamus, quatenus ipsi melius in Domino cognouerint saluti animarum fidelium subditorum nostrorum in nostris Haereditariis Prouinciis expedire.[19] Das alles bewilligen und bekräftigen wir,
indem wir ihnen, soweit wir können und sollen, hinsichtlich unserer Länder gestatten, auf jede erfolgreichere Art und Weise nach ihrer eigenen besseren Erkenntnis im Herrn das Seelenheil unserer treuen Untertanen in unseren Erbländern zu fördern.
[20] Illud pariter sancientes, ut ab omni onere hospitum suscipiendorum cuiuscunque status aut dignitatis illi fuerint, item munitionum, annonae, uel cuiusuis alterius rei impositione, quocunque nomine aut titulo, aut occasione illa appellari, aut unquam accidere posset, sint omnino immunes:[20] Ebenso verfügen wir,
dass sie völlig frei sein sollen von jeglicher Last, Gäste aufzunehmen, egal welchen Standes oder welchen Ranges diese sein mögen, sowie auch von der Last der Schanzarbeit, der Bevorratung oder von Auflagen anderer Art, mit welchem Namen oder Titel diese auch benannt oder bei welcher Gelegenheit sie auch jemals anfallen könnten.
[21] Hac enim in re pro maiori ipsorum quiete eos plane liberos reddimus ac esse uolumus. Imo saepe dictum nostrum Collegium, omnesque in eo habitantes, et ad ipsum spectantes personas in specialem nostram Archiducalem gratiam et protectionem recipientes, uolumus omnino, ut ipsum cum toto suo districtu et personis supradictis ea immunitate et libertate, qua nostra Aula, ubi nostram Archiducalem residentiam habemus, gaudere debeat, ita, ut hanc libertatem uiolantes in easdem plane poenas incidant, in quas incidissent, si tale quippiam in Aula nostra commisissent.[21] In dieser Sache nämlich machen wir sie zu ihrer eigenen größeren Ruhe völlig frei und wollen,
dass sie das auch sind, wobei wir im Besonderen unser oft genanntes Kollegium und alle Personen, die in ihm wohnen und ihm angehören, in unsere besondere erzherzogliche Gunst und Fürsorge aufnehmen;
kurz, wir wollen,
dass sich dieses mit seinem ganzen Territorium und mit den oben genannten Personen derselben Immunität und Freiheit erfreuen soll, wie unser Hof, wo wir unsere erzherzogliche Residenz haben, und zwar so, dass die, die diese Freiheit verletzen, genau denselben Strafen anheimfallen, wie wenn sie etwas Derartiges an unserem Hof begangen hätten.
[22] Denique statuimus ac ordinamus, ut ipsum collegium, omnesque in eo habitantes et quaecunque personae, et subditi ad dictum Collegium pertinentes, una cum rebus mobilibus annuisque censibus omnibus liberi, et ab omni exactione terrena immunes sint (quando quidem et ipsi Christo bene propitio ratione sui instituti, pro hoc nostro Principatu non minus alacriter, quam fructuose laborant) quo commodius et securius deo seruire, officiumque suum peragere queant, non obstantibus in praedictis omnibus aliquibus legibus, constitutionibus, ordinationibus, Pragmaticis, decretis, statutis, uel consuetudinibus et aliis quibuscunque in contrarium quocunque tempore facientibus.[22] Schließlich bestimmen und verfügen wir,
dass eben dieses Kollegium, alle, die in ihm wohnen, und ebenso welche Personen und Untergebene auch immer dem besagten Kollegium angehören, zusammen mit ihrem beweglichen Hab und Gut frei sein sollen von den jährlichen Steuerabgaben und unberührt von jeder irdischen Forderung (zumal sie ja selbst mit Christi heilsamer Gnade im Sinne ihrer Einrichtung für diese unsere Herrschaft ebenso eifrig wie fruchtbringend tätig sind),
damit sie dadurch leichter und unbehelligter Gott dienen und ihren Dienst verrichten können,
wenn bei all dem zuvor Genannten nicht irgendwelche Gesetze, Bestimmungen, Anordnungen, zivilrechtliche Entscheidungen, Statuten oder Gewohnheiten hinderlich sind und anderes, was dem, wann auch immer, zuwiderläuft.
[23] Quibus omnibus et singulis, in quantum praesenti nostrae fundationi, constitutionique obstant seu obstare in futurum possent, ex plenitudine nostrae potestatis derogamus, et derogatum esse uolumus per praesentes, supplentes omnes quoscunque defectus tam iuris, quam facti, siqui in praemissis omnibus et singulis interuenissent, seu dici uel allegari possent, quouis modo de consuetudine uel de iure.[23] Das alles heben wir in seiner Gesamtheit und im Einzelnen, soweit es unserer gegenwärtigen Stiftung und Verfügung im Wege steht oder künftig im Wege stehen könnte, kraft unserer Machtfülle auf und wollen es durch die vorliegende Urkunde aufgehoben sein lassen,
indem wir alle rechtlichen und faktischen Mängel beheben, falls solche in der vorhergehenden Urkunde in ihrer Gesamtheit oder im Einzelnen aufgetreten sind und, wie auch immer, aus Gründen der Gewohnheit oder des Rechtes vorgebracht oder geltend gemacht werden könnten.
[24] Et Propterea requirimus serenissimos et Charissimos Haeredes et successores nostros, et gratiose et paterne comittentes, ut hanc nostram praesentem fundationem fideliter et diligenter manuteneant et obseruent, atque adeo curent, ut ipsa fundatio suum effectum et exequutionem semper habeat, et consequatur, quin imo ubi opus fuerit, augeant, amplificentque. Nulli ergo omnino hominum Collegiorum Communitatum et locorum liceat hanc nostrae fundationis, erectionis, Priuilegiorum, Concessionum, Decreti, Uoluntatis, et exemptionis paginam uiolare, seu infringere, aut ei quouis ausu temerario contraire in iudicio, uel extra.[24] Und deswegen verlangen wir von unseren erlauchtesten und teuersten Erben und Nachfolgern,
dass sie diese unsere gegenwärtige Stiftung, die wir ihnen huldvoll und väterlich anvertrauen, treu und gewissenhaft beschützen und bewahren und so sehr für sie sorgen, dass die Stiftung selbst immer ihre Wirksamkeit und Geltung habe und erhalte, ja mehr noch, dass sie diese, wo es nötig sein sollte, fördern und mehren.
Daher soll es überhaupt niemandem von den Kollegien, Verbänden und Gemeinden gestattet sein, diese Urkunde von unserer Stiftung und Errichtung, von den Privilegien und Vergünstigungen, von unserem Entschluss und Willen und von der Abgabenbefreiung zu verletzen, gegen sie zu verstoßen oder sie gerichtlich oder außergerichtlich mit welcher unbesonnenen Verwegenheit auch immer zu bekämpfen.
[25] In quorum fidem et testimonium tria eiusdem tenoris diplomata fieri et expediri fecimus unum nos ipsi seruamus, reliqua duo Collegio dictae Societatis JESU dedimus et consignauimus. Sigilli nostri appensione et manus nostrae propriae subscriptione communita.
Data in ciuitate nostra Gräzensi Die Prima Januarii Anni millesimi quingentesimi Octuagesimi quinti.

Carolus

Wolfg[angus] Schrannz D[oct]or

Collat[um]

Ad mandatum Domini
Archiducis proprium

P[rimus...] Wanzl
[25] Zur deren21 Sicherheit und Zeugnis haben wir drei Urkunden mit demselben Wortlaut erstellen und expedieren lassen. Eine verwahren wir selbst, die übrigen zwei gaben wir dem Kollegium der besagten Gesellschaft Jesu und beglaubigten sie durch das Anbringen unseres Siegels, bekräftigt durch unsere eigenhändige Unterschrift.
Gegeben in unserer Stadt Graz, am 1. Januar 1585.

Carolus

Wolfg[angus] Schrannz D[oct]or22

Kollationiert

Auf persönlichen Auftrag
des Herrn Erzherzogs

P[rimus] Wanzl23