Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (351-s.n.)

von Hugo Schuchardt

an Julio de Urquijo Ybarra

Graz

26. 07. 1919

language Deutsch

Schlagwörter: Phonogrammarchiv (Wien) Zeitschrift für romanische Philologielanguage Spanischlanguage Französischlanguage Baskischlanguage Lateinlanguage Asturisch Lacombe, Georges Eys, Willem Jan van Vinson, Julien Trebitsch, Rudolf Azkue y Aberasturi, Resurrección María de Baskenland Schuchardt, Hugo (1920)

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Julio de Urquijo Ybarra (351-s.n.). Graz, 26. 07. 1919. Hrsg. von Bernhard Hurch und Maria José Kerejeta (2007). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.3559, abgerufen am 29. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.3559.


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Graz, 26 Juli 1919

Lieber Freund!

Vor einigen Tagen wurde ich durch Ihren Brief (der sich mit einem von mir kreuzte) und heute durch Ihre Schriftensendung sehr erfreut, und zwar hat sie mich, der ich seit einer Woche mich sehr wenig wohl befinde, das heißt sehr matt und niedergeschlagen bin, geradezu wieder belebt. Was meinen Sie? Sch. Vasconum gratia redivivus? Ich hoffe in den nächsten Tagen irgend welche wissenschaftliche Notiz, die sich auf die erhaltenen Schriften bezieht senden zu können; aber wie würden |2|Sie sie verwenden? Spanisch oder französisch könnte ich sie bei meinem jetzigen Kopfdruck, von anderem abgesehen, gar nicht herstellen. — Für heute nur Folgendes.

— Worauf sich die Veröffentlichung "6o Americo Castro, H. Schuchardt (yo le dí datos)" bezieht, ist mir dunkel.

— Lieferungen von Azkues Werk habe ich leider nicht erhalten.

— An Lacombe habe ich, unter seiner alten Adresse geschrieben; hat er etwa die Wohnung gewechselt?1

— Mit Beziehung auf Rev. 672 bemerke ich daß ich von van Eys, als ich ihn besuchte, einen Guero zum Geschenk erhielt, der auch in rotem Maroquin und mit Goldschnitt war, aber rogné!! |3|93mm : 150mm. Stimmt nicht ganz zu dem von Vinson beschriebenen Exemplar, das nicht wie Lacombe schreibt en maroquin rouge war, sondern aus maroquin bleu plein.

— Wem soll ich die Doubletten zusenden?

Trebitsch hat meines Wissens in Bezug auf das Baskische und das Baskenland, von dem für das Phonogrammarchiv in Wien Gelieferten abgesehen, nichts veröffentlicht. Ich werde mich aber noch in dieser Hinsicht erkundigen.

— Die baskische Sendung hat mich bei baskischen Gedanken überrascht. Ich suchte mir klar darüber zu werden, in welcher Beziehung bask. endelgatu zu lat. intelligere, zu astur.endilgar wahrnehmen, kastil.|4|endilgar leiten, stünde. Aber es fehlt mir an befriedigender Auskunft. Azkue verzeichnet das Wort nur aus BN, van Eys auch aus Guipúzcoa, wenigstens endelgija. Hätten Sie die große Güte mir über dieses baskische Wort (endellegu usw. inbegriffen) alles mitzuteilen was Sie im Augenblick wissen. Ich möchte gern binnen ganz kurzem mit andern etymologischen Notizchen auch eine über endilgar und endelgatu (sogar endeglatu finde ich) absenden (für die Z. rom. Ph.).3

Mit bestem Dank für Ihre freundlichen — geschriebenen und gedruckten Worte —

Ihr herzlich ergebener

HSchuchardt

Also demnächst mehr!


1 Der letzte Teil des Satzes ist durchgestrichen.

2 G. Lacombe „La bibliothèque basque de Van Eys“, RIEV 9 (1918): 66-68.

3 H. S. (1920a).

Faksimiles: Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Koldo Mitxelena Kulturunea - Liburutegia (Fondo Urquijo). (Sig. s.n.)