Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Gabiae

CF-GeI-93

MATRONIS

GABIABVS

CELORIVS IVS

T · V · S · L · M

Matronis

Gabiabus

Celorius Ius-

t(---) v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 4: ohne T – Broelmann; tus l. m. – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Gabiae!
Celorius Iust… hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Gabiae!
Celorius Iust… has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenBroelmann 1608, Tabella III Nr.33
ILS 4804
CIL XIII 7937
Elektronische RessourcenEDCS-11100163 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414998 (Trismegistos)
Fundort modern Rövenich
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Umzeichnung
Fragment
Beschreibung Objekt

Aufgrund der Überlieferung ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Der Umzeichnung nach ist der Inschriftentext komplett überliefert.

Technikgemeißelt?
Notabilia Varia

v.2: „Gabiabus“ pro „Gabiis“

Kommentar Götternamen

Gabiae: keltisch ‚die Gebenden‘; vgl. auch die Nebenform Gabinae (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140; de Bernardo Stempel 2005)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Gabiae:
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-87, CF-GeI-93, CF-GeI-94)
- außerhalb der Germania Inferior: -

Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist 5x bezeugt; 1x davon in der Form Gabinae. In CF-GeI-89 werden außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Iunones Gabiae:
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur 1x bezeugt (CF-GeI-86). In CF-GeI-89 werden aber außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Idb…? Gabia:
- Germania Inferior: Das Votivformular „deae Idbans Gabiae“ ist nur in einer schwer lesbaren Inschrift (CF-GeI-92) belegt. Die Bedeutung und die Nominativform von „Idbans“ sind bislang unbekannt. Schwierigkeiten bereitet auch der Dativ Singular „Gabiae“. Letzteres Problem würde hinfällig, wenn Kamp (1866, 195), der im letzten Buchstaben der zweiten Zeile „nach wiederholter Untersuchung“ ein B gelesen hat, recht hat: Die Auflösung „Gabiab(us)“ läge damit auf der Hand (was auch Lehner 1918, Nr.240 vermutet hat) und es bliebe nur noch zu klären, welche Einzelgottheit davor mit „deae Idbans“ auf der Inschrift angesprochen ist, doch wurde auch hier das „deae“ von Kamp als „deab“ gelesen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Celorius Iust…: römisches Namensformular bestehend aus Gentil- und Cognomen, vielleicht auch einheimisches Namensformular bestehend aus Individualnamen mit Patronym im Genetiv
Celorius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen (?) Cognomen Celorus; der Name ist nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2006, GN 308).
Iust…: möglichweise zu ergänzen auf Iustus: lateinisches Cognomen, überall weit verbreitet (Kakoschke 2007, CN 1651)

ZitiervorschlagCF-GeI-93, hdl.handle.net/11471/504.50.93
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, EDCS-11100163, Rechte vorbehalten