Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Idb…? Gabia

CF-GeI-92

DEAE · IDBA
NS · GABIAE
SACRV EX
ỊMP · P ALBANI
5 VS · PRIMV
V Ṣ L M
Deae Idba-
ns Gabiae
sacru(m) ex
imp(erio) P(ublius) Albani-
5 us Primu(s)
v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: deab – Kamp; DEAE / IDBA – Lehner
Z. 2: n. Gabiae – ILS; n[.] Gabiae, vielleicht n[i] (et) Gabiab(us) – Lehner; Kamp hat im letzten Buchstaben der Zeile „nach wiederholter Untersuchung“ ein B gelesen.
Z. 3: sacrum̂ex – Kamp; sacrum ex – Lehner
Z. 4: [i]mp(erio) i(psarum) – Kamp; [i]mp(erio) ip[sius] – ILS; [i]mp – CIL, Lehner, EDH; (i)mp(erio) – Franke, AE
Z. 5: Primu[s v.] – ILS; Primu[s], fin. potest periisse V – CIL; Prim(us) – Franke, AE, EDH
Z. 6: s l [m] – Kamp, Lehner, Franke, AE; [s] l [m] – ILS; S L + – CIL; s(olvit) l(ibens) m(erito) – EDH
Übersetzung Deutsch

Der Göttin Idb...? Gabia geheiligt.
Auf Geheiß hat Publius Albanius Primus (das Gelübde) gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

Sacred to the goddess Idb…? Gabia.
Publius Albanius Primus paid (his vow) in response to an order willingly and deservedly.

Autopsievidimus
Editionen und LesungenKamp 1866, 195
ILS 4746
CIL XIII 7867
Lehner 1918, Nr.240
Franke 1999, Nr.8
AE 2001, 1433
Elektronische RessourcenHD047004 (Version von 2016-01-27) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100092 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209540 (Trismegistos)
Fundort modern ehem. Bonsdorf
Fundstellein dem zwischen lülich und Düren gelegenen jetzt mit Pier vereinigten Dorfe Bonsdorf, alte Kirche (abgebrochen)
Umstände: beim Abbruch der Kirche
Fundjahr1844
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, 4466
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation nachgezogen
bemalt
glatt
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen vollständig erhaltenen Weihealtar, mit wuchtigem Sockel und Aufsatz in sehr einfach gehaltener Grundform ohne weiteres Dekor. Der Altar ist an allen Seiten und Kanten bestoßen. Das nicht gerahmte Inschriftenfeld ist im oberen Bereich mit einem bläulichen Farbton überzogen.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 81,0 cm
Breite: 45,0 cm
Tiefe: 31,0 cm
Ikonografiekein Dekor vorhanden
Zustand Inschriftfeld unklar
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe5,0–5,6 cm
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Er ist bis auf kleine Fehlstellen vollständig erhalten.
Die Buchstaben wurden schon im 19.Jh. „durch einen Schreiner mit schwarzer, die Zwischenräume aber mit blauer Ölfarbe“ (Kamp 1866, 196) ausgemalt, wodurch die Lesung erheblich erschwert wird. Probleme bereiten vor allem die Lesung von Z.1 und 2.

Datierung150–300
Kommentar Götternamen

Gabiae: keltisch; ‚die Gebenden‘; vgl. auch die Nebenform Gabinae (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140; de Bernardo Stempel 2005)

Belegsituation:
Idb…? Gabia (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das Votivformular „deae Idbans Gabiae“ ist nur in der hier besprochenen Inschrift belegt. Die Bedeutung und die Nominativform von „Idbans“ sind bislang unbekannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist 5x bezeugt; 1x davon in der Form Gabinae. In CF-GeI-89 werden außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-87, CF-GeI-93, CF-GeI-94)
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Iunones Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur 1x bezeugt (CF-GeI-86). In CF-GeI-89 werden aber außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Publius Albanius Primus: tria nomina
Albanius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Albanus; Das Gentilnomen tritt vermehrt in der Provinz Germania Inferior auf, vor allem im Raum Köln (Kakoschke 2006, GN 42).
Primus: lateinisches Cognomen; überall äußerst gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2445)

ZitiervorschlagCF-GeI-92, hdl.handle.net/11471/504.50.92
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC
Bild 2: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC