Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Gabiae

CF-GeI-91

GABI
ABVS
IVSTVS
QVÎNTI
5 FIL · V
S · L · M
Gabi-
abus
Iustus
Quinti
5 fil(ius) v(otum)
s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Gabiae!
Iustus, Sohn des Quintus, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Gabiae!
Iustus, the son of Quintus, paid his vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 7856
Elektronische RessourcenEDCS-11100080 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414922 (Trismegistos)
Fundort modern Müddersheim
VerwahrungPrivatbesitz
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Rahmen
Pflanzenornament
Reliefschmuck
Ranke
Blüte
Beschreibung Objekt

Es werden in der Literatur (CIL) keine genauen Angaben zum Aussehen des Steins gemacht. Auf der rechten Seite sollen allerdings Blumen zu sehen sein, vermutlich in Reliefform gehalten.
Laut Ihm (1887, 144) ist die Inschrift auf drei Seiten von Blattornamenten umgeben, man kann daher eine Rahmung des Inschriftenfeldes annehmen.

IkonografieLaut CIL Angabe sollen sich auf der rechten Seitansicht Blumen befinden (flores), allerdings ist ihre Gestaltung unklar. Laut Ihm (1887, 144) soll die Inschrift auf drei Seiten von Blattornamenten umgeben sein.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Inschrift

Der Text wird als vollständig überliefert.
In Z.4 befindet sich eine Ligatur von I und N mit erhöhter linker senkrechter Haste des N.

Notabilia Varia

v.1/2: „Gabiabus“ pro „Gabiis“

Kommentar Götternamen

Gabiae: keltisch; ‚die Gebenden‘; vgl. auch die Nebenform Gabinae (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 140; de Bernardo Stempel 2005)

Belegsituation:
Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist 5x bezeugt; 1x davon in der Form Gabinae. In CF-GeI-89 werden außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-87, CF-GeI-93, CF-GeI-94)
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Iunones Gabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur 1x bezeugt (CF-GeI-86). In CF-GeI-89 werden aber außerdem Iunones sive Gabiae genannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Idb…? Gabia (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Das Votivformular „deae Idbans Gabiae“ ist nur in einer schwer lesbaren Inschrift (CF-GeI-92) belegt. Die Bedeutung und die Nominativform von „Idbans“ sind bislang unbekannt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Iustus, Quinti filius: einheimisches Namensformular mit Vatersangabe im Genetiv
Iustus: lateinisches Cognomen, überall weit verbreitet (Kakoschke 2007, CN 1651)
Quintus: lateinisches Cognomen (bzw. ein Praenomen), überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2530)

ZitiervorschlagCF-GeI-91, hdl.handle.net/11471/504.50.91
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII 7856, CC BY-NC