Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Octocannae

CF-GeI-79

MATRONIS
OCTOCÂN
ABVS Q · VA
R̂IANVS
Matronis
Octocan-
abus Q(uintus) Va-
rianus
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Octocanae!
Quintus Varianus

Übersetzung Englisch

To the Matronae Octocanae!
Quintus Varianus

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 8574
Elektronische RessourcenEDCS-11100668 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415588 (Trismegistos)
Fundort antikGelduba
Fundort modern Krefeld
FundstelleKrefeld-Lank (Gripswald) Orsann bei Lauck, auf dem Gut Gripswald
Umstände: Bei Nachgrabungen am Feld bei Gripswald entdeckt, 3 Bruchtstücke, an F. Stollwerck verschenkt, der sie beschrieb.
Fundjahr1865
VerwahrungSammlung Stollwerck
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Umzeichnung
Abschrift
Aufsatzschmuck
glatt
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um einen in drei Teile zerbrochenen Weihealtar, von dem nur der Sockel bzw. der unterste Teil des Inschriftenfeldes fehlen. Der Aufsatz weißt links und rechts Pulvini auf, ansonsten wird kein Schmuck oder Dekor beschrieben.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 30,0 cm
Breite: 24,0 cm
Tiefe: 9,0 cm
Ikonografiein der Literatur keine Verweise auf Ikonographie oder Dekor
Zustand Inschriftfeld unklar
Inschrift

Der Text ist als unten abgebrochen überliefert. Ob und wieweit er sich nach unten fortsetzte kann nicht gesagt werden.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Z.4 Ligatur von R und I mit verlängerter senkrechter Haste.

Datierung150–250
Notabilia Varia

v.2/3: „Octocanabus“ pro „Octocanis“

Kommentar Götternamen

Octocanae: Variante von Octocannae: keltisch, die Etymologie weist auf Baumgottheiten hin, ‘die Fichtengöttinnen’ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141)

Belegsituation:
Matronae Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Es finden sich 5 gesicherte Belege (CF-GeI-77 bis CF-GeI-81) und ein möglicher (CF-GeI-82).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur in einer einzigen Inschrift (CF-GeI-84) sicher bezeugt. In einer weiteren Inschrift (CF-GeI-82) könnte das belegte „Mat“ allerdings für Matres ebenso wie für Matronae stehen.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In einem einzigen Inschriftenfragment (CF-GeI-83) scheint das theonymische Formular Octocannae zu finden zu sein. Es hat zumindest nicht den Anschein als wäre davor eine Bezeichnung als Matres oder Matronae abgebrochen.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Alle Inschriften für Octocannae stammen aus dem Raum Krefeld. Alle bis auf eine (CF-GeI-84) wurden in Krefeld-Lank (Gripswald) gefunden.

Kommentar allgemein

Quintus Varianus: römisches Namensformular mit Praenomen und Gentilnomen. Der Dedikant führte entweder kein Cognomen führte oder es ist – was wahrscheinlicher sein dürfte - nicht erhalten.
Varianus: italisches Gentilnomen, selten belegt (Kakoschke 2006, GN 1352).

ZitiervorschlagCF-GeI-79, hdl.handle.net/11471/504.50.79
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Stollwerck 1877, Taf.1,16, Rechte vorbehalten