Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Matronae Octocannae

CF-GeI-78

MATRONIS
[---]CANNÂBVS
[---]CTORIN+[---]
Matronis
[Octo]cannabus
[--- Vi]ctorin+[---]
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Octocannae!
… Victorin…?

Übersetzung Englisch

To the Matronae Octocannae!
… Victorin…?

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL
Editionen und LesungenCIL XIII 8575
Elektronische RessourcenEDCS-11100669 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415589 (Trismegistos)
Fundort antikGelduba
Fundort modern Krefeld
FundstelleKrefeld-Lank (Gripswald) Orsann bei Lauck, auf dem Gut Gripswald
Umstände: stammt aus dem Schutt der „Matronenkirche“ in Gripswald, zusammen mit anderen Inschriftenfragmenten (siehe Fiedler 1863)
Fundjahr1863
VerwahrungPrivatbesitz
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Fragment
Abschrift
Beschreibung Objekt

Es handelt sich um ein Fragment, daher keine Aussagen zu Form und Gestaltung möglich.

Zustand Objekt größeres Fragment
Ikonografiekeine Aussage möglich
Zustand Inschriftfeld größeres Fragment
Inschrift

Nach CIL ist das Inschriftenfeld links und unten abgebrochen. Aus inhaltlichen Gründen ist anzunehmen, dass sich der Text nach unten noch weiter fortsetzte.

Datierung150–250
Notabilia Varia

v.2: „Octocannabus“ pro „Octocannis“

Kommentar Götternamen

Octocannae: keltisch, die Etymologie weist auf Baumgottheiten hin, ‘die Fichtengöttinnen’ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141)

Belegsituation:
Matronae Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Es finden sich 5 gesicherte Belege (CF-GeI-77 bis CF-GeI-81) und ein möglicher (CF-GeI-82).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matres Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses theonymische Formular ist nur in einer einzigen Inschrift (CF-GeI-84) sicher bezeugt. In einer weiteren Inschrift (CF-GeI-82) könnte das belegte „Mat“ allerdings für Matres ebenso wie für Matronae stehen.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Octocannae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: In einem einzigen Inschriftenfragment (CF-GeI-83) scheint das theonymische Formular Octocannae zu finden zu sein. Es hat zumindest nicht den Anschein als wäre davor eine Bezeichnung als Matres oder Matronae abgebrochen.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Alle Inschriften für Octocannae stammen aus dem Raum Krefeld. Alle bis auf eine (CF-GeI-84) wurden in Krefeld-Lank (Gripswald) gefunden.

Kommentar allgemein

[---]ctorin[---]: Es liegt sehr nahe, darunter den Rest des Dedikantennamens zu verstehen und ihn auf Victorinus/a oder Victorinius/a zu ergänzen; Victorinus/a ist überall äußerst gängig und kommt auch in der Germania Inferior sehr häufig vor (Kakoschke 2008, CN 3323); Victorinius/a ist in der Germenia Inferior nicht belegt, aber in der Germania Superior 2x in seiner weiblichen Form (Kakoschke 2008, CN 3322).

ZitiervorschlagCF-GeI-78, hdl.handle.net/11471/504.50.78
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII 8575, CC BY-NC