Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Mercurius Arvernus

CF-GeI-70

MERCVRIO
ARVERNO
M · IVLIVS
AVDAX
5 PRO · SE · ET
SVIS · L · M
Mercurio
Arverno
M(arcus) Iulius
Audax
5 pro se et
suis l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 6: suis v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito) – Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für Mercurius Arvernus!
Marcus Iulius Audax für sich und die Seinen gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To Mercurius Arvernus!
Marcus Iulius Audax for himself and for his family willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenILS 4590
CIL XIII 8579
Lehner 1918, 184
Espérandieu IX 6584
Elektronische RessourcenEDCS-11100673 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/702319 (Trismegistos)
Fundort modern Krefeld
FundstelleKrefeld-Lank (Gripswald) Orsann bei Lauck, auf dem Gut Gripswald
Umstände: in einer halbkreisförmigen Umfassungsmauer
Fundjahr1863
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, U 19
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Frucht
Apfel
Birne
Pflaume
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Der vollständig erhaltene Altar besteht aus einem links unten abgebrochenem Sockel, einem Altarkörper ohne Rahmung des Inschriftenfeldes und einem durch ein profiliertes vorragendes Gesims abgesetzten Aufsatz. Am Aufsatz sind Früchte erkennbar.

An den Schmalseiten soll sich je ein Baum befinden (Lehner 1918, 89f.). Auf dem Aufsatz sollen zwei Äpfel, eine Birne und eine Pflaume liegen (so bei Fiedler 1863, 22).

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 64,0 cm
Breite: 37,0 cm
Tiefe: 18,0 cm
IkonografieDer Aufsatz beginnt nach einem profilierten umlaufenden Gesims, auf dem eine Platte liegt. Hierauf folgt die eigentliche Bekrönung mit reliefierten Pulvini, die mit einem pflanzenartigen Dekor versehen sind. In der Mitte der Pulvini befindet sich ein kleines Giebeldreieck, das mit einer dreiblättrigen Ranke ausgefüllt ist (ähnelt einem Lilienblatt, Fleur de Lis). Auf der Bekrönung finden sich runde Objekte, die als Früchte identifiziert werden können. Laut Lehner (1918, 89f.) und Fiedler (1863, 22) soll es sich um zwei Äpfel, eine Birne und eine Nuss oder Pflaume handeln.Die Pulvini sind an der Seite ebenfalls mit blütenartigen Blattverzierungen geschmückt. Die linke Schmalseite zeigt einen Baum, aus dessem geraden Stamm mittig nach rechts ein Ast herauswächst. Links und rechts befinden sich je drei große spitz zulaufende Blätter mit einer Einkerbung, den Abschluss bildet ein Blatt gerade nach oben ragend. Wie die Umzeichnung nach Fiedler (1863) zeigt, sind Beeren zwischen den Blättern erkennbar, daher dürfte es sich um einen Lorbeerbaum handeln.Die Darstellung der rechten Seite wird wohl der linken Seite ähneln.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum von ca. einer Zeilenhöhe). Er ist vollständig erhalten.

Datierung100–199
Kommentar Götternamen

Arvernus: attributiver Zugehörigkeitsbeiname zum keltisch benannten Stamm der Arverni (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 139)

Belegsituation:
Mercurius Arvernus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 5x belegt (CF-GeI-66 bis CF-GeI-70)
- Außerhalb der Germania Inferior: keine Belege bekannt; Allerdings gibt es in der Germania Superior eine Weihung an Mercurius Arvernorix (CIL XIII 6603).
Arvernus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: nur in der lateinischen Variante Advernus und nur 1x (CF-GeI-26) bezeugt
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Genius Arvernus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Außerhalb der Germania Inferior: in Aquitania (CIL XIII 1462) bezeugt

Kommentar allgemein

Marcus Iulius Audax: tria nomina
Iulius: italisches kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 621)
Audax: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 386)

ZitiervorschlagCF-GeI-70, hdl.handle.net/11471/504.50.70
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: CIL XIII Projekt, CC BY-NC