Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Mercurius Arvernus

CF-GeI-69

ṂERCVR[---]

[.]RVERṆ[---]

[---]ACRṾ[---]

[---]VLIVS IV[---]

  5 [---]X IMP Ị[---]

Mercur[io]

[A]rvern[o]

[s]acru[m]

[I]ulius Iu[---]

  5 [e]x imp(erio) i[ps(ius)]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 4: Iul(ius) Iustu(s) – Kakoschke
Z. 5: impe(rio) – Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2012
Übersetzung Deutsch

Dem Mercurius Arvernus geheiligt!
Iulius Iu… auf dessen Befehl.

Übersetzung Englisch

Sacred to Mercurius Arvernus!
Iulius Iu… by his order.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Photo und Galsterer/Galsterer 1975
Editionen und LesungenCIL XIII 8235
Schoppa, Nr.47
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.120
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.173
KIK 2012, Nr.187
Kakoschke 2017 Annotationes VII, Nr.VIII
Elektronische RessourcenEDCS-01200073 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415279 (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
Fundstelleim Caecilienhospital (heute: Josef-Haubrich-Hof zwischen Cäcilienstraße und Leonhard-Tietz-Straße)
Fundumständeim Caecilienhospital eingemauert, unter dem Bauschutt wiedergefunden
Fundjahr1845
VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum
Inventarnummer371
InschriftträgerWeihestein
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Reliefschmuck
Baum
Beschreibung Objekt

Das Fragment wurde sekundär als Architekturstück umgearbeitet und ist stark verwittert (Galsterer/Galsterer 2010, 160 f.). Die ursprüngliche Form ist demnach kaum erkennbar.
Das Fragment ist rundherum stark bestoßen. Das Inschriftenfeld war vermutlich nicht gerahmt. Die ursprüngliche Bekrönung kann in ihrem Ansatz ebenfalls nur vermutet werden, keine eindeutige Trennung sichtbar.
Die Standfläche des Steins wurde rekonstruiert.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 31,5 cm
Breite: 22,0 cm
Tiefe: 13,0 cm
Ikonografie

Auf der linken Schmalseite befindet sich eine Baumdarstellung in Relief (Galsterer/Galsterer 2010, 160 f.).

Inschrift

Der Inschriftentext ist von der ersten Zeile weg erhalten. Am linken und rechten Rand ist er nicht vollständig. Unten ist der Stein abgebrochen. Ob er sich nach dem Abbruch ursprünglich noch fortgesetzt hat, bleibt unbekannt. Die Buchstaben sind teilweise stark korrodiert.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe2,0–2,4 cm
Kommentar Götternamen

Arvernus: attributiver Zugehörigkeitsbeiname zum keltisch benannten Stamm der Arverni (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 139)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Mercurius Arvernus:
- Germania Inferior: insgesamt 5x belegt (CF-GeI-66 bis CF-GeI-70)
- außerhalb der Germania Inferior: keine Belege bekannt. Allerdings gibt es in der Germania Superior eine Weihung an Mercurius Arvernorix (CIL XIII 6603).

Arvernus:
- Germania Inferior: nur in der lateinischen Variante Advernus und nur 1x (CF-GeI-26) bezeugt
- außerhalb der Germania Inferior: -

Genius Arvernus:
- Germania Inferior: -
- außerhalb der Germania Inferior: in Aquitania (CIL XIII 1462) bezeugt

Kommentar allgemein

Iulius: italisches kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 621); dem Namen folgte höchstwahrscheinlich ein Cognomen Iu[---]. Vorgeschlagen wurde jedoch auch den Dedikantennamen zu lesen als Iul(ius) Iustu(s) (Kakoschke 2017 Annotationes VII, Nr.VIII)

ZitiervorschlagCF-GeI-69, hdl.handle.net/11471/504.50.69
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, EDCS-01200073 (RGM Köln), Rechte vorbehalten