Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


« zurück zur KategorieTEI

Mercurius Arvernos

CF-GeI-67

M̂ERĈVRIO
ARVERNO
SEXT · SEM̂P̂RO
N̂IVS · SVPER
5 L · M
Mercurio
Arverno
Sext(us) Sempro-
nius Super
5 l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für Mercurius Arvernos!
Sextus Sempronius Super gerne nach erwiesener Wohltat.

Übersetzung Englisch

To Mercurius Arvernos!
Sextus Sempronius Super willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 8580
Lehner 1918, Nr.185
Elektronische RessourcenEDCS-11100674 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleGellep, auf dem Gut Gripswald
Umstände: gefunden in einer halbkreisförmigen Umfassungsmauer
Fundjahr1863
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, U 20
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Pflanzendekor
Obst
Rosette
glatt
Beschreibung Objekt

Der vollständig erhaltene Weihealtar besitzt einen rechts unten abgebrochenen profilierten Sockel, auf dem sich der Altarkörper erhebt. Durch ein glattes, leicht vorragendes und profiliertes Gesims ist die Bekrönung vom Altarkörper getrennt. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt.

Die Bekrönung liegt auf einer schmalen Platte und besteht aus einem mittig angebrachten kleinen Giebel, zu dessen Seiten sich Pulvini befinden. Hinter der Giebelspitze ist ein rundes Objekt erkennbar, nach Lehner (1918, 90) soll es sich dabei um einen Apfel handeln. Dieser ist in der Umzeichnung von Fiedler klar zu erkennen.

Die Seitenflächen sind laut Literatur unverziert.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 62,0 cm
Breite: 35,0 cm
Tiefe: 17,0 cm
IkonografieDie Altarbekrönung zeigt mit reliefverzierte Pulvini, die mit einem Pflanzenmotiv (nach Lehner 1918, 90 und Fiedler 1863, 5-7) versehen sind. In der Mitte befindet sich der kleine Giebel, dessen Tympanon von einer Blüte oder Rosette ausgefüllt wird.Auf dem Altar liegend dürfte ein Apfel dargestellt sein, erkennbar ist nur ein rundes Objekt. Die Umzeichnung des Steins bei Fiedler bestätigt die Angabe. Nach Fiedler (1863, 5-7) sind die Seitansichten unverziert.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Er ist vollständig erhalten.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Z.1 ein V mit verkürzter rechter Haste; Z.3 eine Ligatur von M, P und R.

Datierung100–199
Kommentar Götternamen

keltisches Element:
Arvernos: attributiver Zugehörigkeitsbeiname zum keltisch benannten Stamm der Arverni (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 139)

Belegsituation:
Mercurius Arvernos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 5x belegt (CF-GeI-66 bis CF-GeI-70).
- Außerhalb der Germania Inferior: sind keine Belege bekannt; allerdings gibt es in der Germania Superior eine Weihung an Mercurius Arvernorix (CIL XIII 6603).
Arvernos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Dieses eingliedrige theonymische Formular ist nur in der lateinischen Variante Advernos und nur 1x (CF-GeI-26) bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Genius Arvernos (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Außerhalb der Germania Inferior: in Aquitania (CIL XIII 1462) bezeugt.

Kommentar allgemein

Sextus Sempronius Super: tria nomina
Sempronius: italisches Gentilnomen, gängiger Name (Kakoschke 2006, GN 1141)
Super: lateinisches Cognomen, tritt verstärkt in der Germania Inferior auf (Kakoschke 2008, CN 2970)

ZitiervorschlagCF-GeI-67, hdl.handle.net/11471/504.50.67
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-11100674 (RGM Köln), Rechte vorbehalten