Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Matronae Vesuniahenae

CF-GeI-62

MATRONIS
VESVN̂IAIENIS
M ANTON̂IVS
PACATVS · L · M
Matronis
Vesuniaienis
M(arcus) Antonius
Pacatus l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: im CIL falsch widergegeben; Vesunia˧enis – Lehner; Vesuniahenis – Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Vesuniaienae!
Marcus Antonius Pacatus gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Vesuniaienae!
Marcus Antonius Pacatus willingly and deservedly.

Autopsievidimus
Editionen und LesungenCIL XIII 7851
Espérandieu IX 6562
Lehner 1918, Nr.510
Elektronische RessourcenEDCS-11100075 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414917 (Trismegistos)
Fundort modern Vettweiß
Fundstelleauf der Heide beim Dorf Vettweiß zwischen Düren und Zülpich
Umstände: in einem Grab
Fundjahr1851
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, A 85
InschriftträgerWeihealtar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Rosette
Opferschale
Frucht
Reliefschmuck
Opferszene
Obstkorb
Eimer
Tier
Vogel
Pfau
Girlande
Band
Füllhorn mit Blattkelch
Pinienzapfen
Apfel
Birne
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist nahezu vollständig erhalten. Sockel sowie Gesims des Aufsatzes wurden abgeschlagen. Am Aufsatz sind jedoch noch die Pulvini links und rechts zu erkennen, sowie eine leichte Erhöhung in der Mitte, eventuell ein kleiner Giebel.
Als Bekrönung ist laut Lehner ein Teller (Patera?) mit einem unkenntlichen Gegenstand (als Schinken oder Birne gedeutet) auf dem Aufsatz eingearbeitet. Die Umrisse der Patera sind nur leicht wiedergegeben. Bei dem darauf befindlichen Gegenstand dürfte es sich um eine große rundherum abgeschlagene Birne handeln. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt.

Die linke Seitansicht zeigt in der unteren Hälfte einen Obstkorb mit aufgestellten Henkel. Darüber sitzt ein pfauenähnlicher Vogel auf einer Fruchtgirlande. Die rechte Seite zeigt ein Füllhorn, aus dem Früchte ragen.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 97,0 cm
Breite: 55,0 cm
Tiefe: 23,0 cm
IkonografieDie linke Seite zeigt einen Korb, der der Gefäßform der Hermooerer Eier entspricht (Siepen 2011, 110 f.). Der Henkel ist aufgestellt, mehrere Reihen Äpfel ragen über den Rand nach oben. Darüber spannt sich eine Fruchtgirlande, die ebenfalls aus Äpfeln besteht und mit Bändern umwickelt ist. Auf ihr sitzt ein Vogel in Seitansicht, den Kopf nach rechts gewandt, während sein etwas längerer Schweif links unten zu Boden zeigt. Von der Gestalt her ähnelt er einem Pfau. Die rechte Seite zeigt ein Füllhorn, aus dessen Mündung in der Mitte ein Pinienzapfen ragt, links und rechts Äpfel und Birnen. Auf halber Höhe weist das Füllhorn einen blattartigen Kelch auf. Beide Relieffelder dürften leicht eingetieft gewesen sein, d.h. es entsteht ein flacher Rahmen rundherum.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe4,6–5,4 cm
Inschrift

Der Text füllt nur etwa die obere Hälfte des Inschriftenfeldes aus. Er ist vollständig erhalten. Z.1 ist nicht zentriert.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z. 2 findet sich eine Ligatur von N und I mit verlängerter rechter senkrechter Haste des N (H: 6,0 cm); in Z.3 eine Ligatur von N und I mit verlängerter rechter senkrechter Haste des N (H: 5,5 cm).

Datierung150–230
Kommentar Götternamen

Vesuniaienae: Variante von Vesuniahenae: keltisch, bisher als aus dem Grundwort vesu- ‘wert(voll), gut’ (Delamarre 2003, 318) mit germanisierter Weiterbildung abgeleitet gedeutet (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 146)

Belegsituation:
Matronae Vesuniahenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: das theonymische Formular ist 4x (CF-GeI-59 und CF-GeI-61 bis 63) zweifelsfrei belegt; für eine weitere Inschrift wurde eine entsprechende Lesung vorgeschlagen (CF-GeI-64).
- Außerhalb der Germania Inferior: - Vesuniahenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: 1x belegt (CF-GeI-60), doch ist auch hier im dazugehörigen Relief die sog. Matronendreiheit dargestellt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Marcus Antonius Pacatus: tria nomina
Antonius: lateinisches Gentilnomen, äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 94)
Pacatus: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 2257)

ZitiervorschlagCF-GeI-62, hdl.handle.net/11471/504.50.62
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC
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Bild 5: FercanGermaniaInferior, CC BY-NC