Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Matronae Gesachenae

CF-GeI-55

MATRONIS
GESA˧̂EN̂IS LA
TINIA FVSCA
V · S · L · M
Matronis
Gesachenis La-
tinia Fusca
v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: Gesaĥen̂is – Galsterer/Galsterer 1975; Gesahenis – Alföldy, Galsterer/Galsterer 2010; KIK 2012)
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Gesachenae!
Latinia Fusca hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Gesachenae!
Latinia Fusca paid her vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenCIL XIII 8496
Alföldy 1967, 2–3 Nr.5
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.101
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.145
KIK 2012, Nr.168
Elektronische RessourcenEDCS-01200336 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415512 (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
FundstelleDeutz, römisches Kastell
Umstände: vermutlich aus Deutz hierher verschleppt
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
Archäologische Klassifikation Abschrift
Beschreibung Objekt

Laut Galsterer/Galsterer (1975, Nr.101 und 2010, Nr.145) handelt es sich vermutlich um einen Weihealtar. Eine nähere Beschreibung ist jedoch nicht möglich.

Zustand Objekt unklar
Ikonografiekeine Beschreibung möglich
Zustand Inschriftfeld vollständig
Inschrift

Der Inschriftentext in der Umzeichnung ist aus inhaltlichen Gründen offensichtlich vollständig widergegeben.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.2 findet sich ein Zeichen für einen velaren Reibelaut, der in einer Ligatur mit dem nachfolgenden E steht; Z.2 wird auch eine Ligatur von N und I durch eine Verlängerung der rechten senkrechten Haste zum Ausdruck gebracht.

Datierung201–250
Kommentar Götternamen

Gesachenae: keltischer Zugehörigkeitsbeiname ‚die zum Stamme der keltisch benannten Gesates (die mit dem Speer Bewaffneten) Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143).
So auch Gesationum: keltischer genetivischer Zugehörigkeitsbeiname: ‚die zum Stamm der keltisch benannten Gesates („die mit dem Speer Bewaffneten“) Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143; anders Alföldy (1967, in BJB 167, 438), der eine germanische Sippe vermutet.

Belegsituation:
Matronae Gesachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: 2x belegt (CF-GeI-52 und CF-GeI-55).
- Außerhalb der Germania Inferior: - Gesachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-16, CF-GeI-53 und CF-GeI-54), wobei sich jedoch in CF-GeI-53 das in der Inschrift weiter vorne genannte Matronae möglicherweise auch auf die Gesachenae bezieht.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Gesationum (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: nur in CF-GeI-56 bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Latinia Fusca: weibliches römisches Namensformular. Wegen der Seltenheit des Gentilnamens in Niedergermanien und der Tatsache, dass sich Fuscus im Ubiergebiet nur bei Soldaten findet, kann vermutet werden, dass die Frau zugewandert war oder aus der Familie eines Soldaten stammte (Spickermann 1994, 343)
Latinia: weibliche Form von Latinius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Latinus (Kakoschke 2006, GN 652)
Fusca: weibliche Form von Fuscus: lateinisches Cognomen, überall gängiger Name (Kakoschke 2007, CN 1359)

ZitiervorschlagCF-GeI-55, hdl.handle.net/11471/504.50.55
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-01200336 (RGM Köln), Rechte vorbehalten