Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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Gesachenae?

CF-GeI-54

HER[---]
GESA[---]
R[---]
Her[culi et(?)]
Gesa[---]
R[---]
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für Hercules und die Gesa…!
R…

Übersetzung Englisch

To Hercules and the Gesa…!
R…

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 8491
Lehner 1918, Nr. 140
Alföldy 1967, 2 Nr.4
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.38
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.45
KIK 2012, Nr.54
Elektronische RessourcenEDCS-01200331 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415507 (Trismegistos)
Fundort antikCCAA
Fundort modern Köln
FundstelleDeutz, römisches Kastell
Umstände: gefunden bei der Sprengung der westlichen Tortürme
Fundjahr1879
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, CLXII
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Reliefschmuck
Baum
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist nur in der oberen linken Ecke erhalten geblieben. Größe und genaue Form sind nicht mehr nachvollziehbar. Das Inschriftenfeld dürfte nicht gerahmt gewesen sein. An der rechten und unteren Kante wurde mit Beton eine moderne Stabiliserung und Standfläche geschaffen.
Der Aufsatz ist durch ein profiliertes vorspringendes Gesims abgetrennt. Die Bekrönung bestand aus Pulvini, von denen nur mehr der linke erhalten geblieben ist, und einem mittig gelagerten kleinen Giebeldreieck. Die Elemente sind mit pflanzlichem Dekor verziert.

Laut Literatur befindet sich auf der vorhandenen Schmalseite eine Baumdarstellung (Galsterer/Galsterer 2010, 66f.)

Zustand Objekt kleineres Fragment
MaßeHöhe: 31,0 cm
Breite: 28,0 cm
Tiefe: 17,0 cm
IkonografieAuf der linken Seite ist laut Literatur eine Baumdarstellung zu finden.
Zustand Inschriftfeld kleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,0–4,8 cm
Inschrift

Erhalten ist die linke obere Ecke des Textes. In Z.2 und 3 sind die Buchstaben kleiner und stark korrodiert. In Z.3 finden sich nur mehr die Reste eines R.

Datierung101–250
Kommentar Götternamen

Gesa…: vermutlich Rest von Gesachenae: keltischer Zugehörigkeitsbeiname ‚die zum Stamme der keltisch benannten Gesates (die mit dem Speer Bewaffneten) Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143)
So auch Gesationum: keltischer genetivischer Zugehörigkeitsbeiname: ‚die zum Stamm der keltisch benannten Gesates („die mit dem Speer Bewaffneten“) Gehörigen‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143; anders Alföldy (1967, in BJB 167, 438), der eine germanische Sippe vermutet.

Belegsituation:
Gesachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 3x belegt (CF-GeI-16, CF-GeI-53 und CF-GeI-54), wobei sich jedoch in CF-GeI-53 das in der Inschrift weiter vorne genannte Matronae möglicherweise auch auf die Gesachenae bezieht. Die Ergänzung zu Gesachenae in der hier behandelten Inschrift ist sehr unsicher; „Gesa“ könnte auch ein auf Hercules bezogener Beiname oder der Anfang des Namens des Stifters sein.
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Gesachenae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: 2x belegt (CF-GeI-52 und CF-GeI-55).
- Außerhalb der Germania Inferior: -
Matronae Gesationum (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: nur in CF-GeI-56 bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

***

Hercules:
Am Anfang der Inschrift des Altars, wo üblicherweise der Name des geehrten Gottes steht, ist eine Ergänzung auf Hercules wahrscheinlich.

ZitiervorschlagCF-GeI-54, hdl.handle.net/11471/504.50.54
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC