Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


« zurück zur KategorieTEI

Matronae Andrustehae

CF-GeI-49

M̂AT̂RON̂IS
AN̂DRVS
T̂EI˧̂IABVS
BELLA · V
5 S · L · M
Matronis
Andrus-
teichiabus
Bella v(otum)
5 s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCCAA
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Andrusteichiae!
Bella hat das Gelübde nach erwiesener Wohltat gerne erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Andrusteichiae!
Bella paid her vow willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenCIL XIII 7995
Lehner 1918, Nr.259
Elektronische RessourcenEDCS-11100219 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
FundstelleBad Godesberg
Umstände: Der Stein dürfte bereits in den 1830er Jahren bei der Fundamentlegung eines Neubaus in Godesberg freigelegt worden sein (Freudenberg 1871, 81-83).
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum, A 385
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Pflanzendekor
Opferschale
Beschreibung Objekt

Der rechteckige Altar ist vollständig erhalten. Der Sockel setzt sich mit einer Stufe vom schmäleren Altarkörper mit nicht gerahmten Inschriftenfeld ab. Der Aufsatz ist ebenfalls durch ein vorragendes, glattes Gesims abgesetzt. Die Altarbekrönung besteht aus zwei Pulvini, deren Rundung klar erkennbar ist. In der Mitte befinden sich die Reste eines kleinen Giebels.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 27,0 cm
Breite: 15,0 cm
Tiefe: 6,0 cm
IkonografieNähere Einzelheiten zum Dekor sind aufgrund der verwaschen wirkenden Steinoberfläche der Bekrönung nicht erkennbar.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht völlig aus (unter dem Text bleibt ein kleiner Freiraum). Er ist vollständig erhalten. Die letzte Zeile ist auffallend größer als die übrigen.
Ligaturen, s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: Z.1 eine Ligatur von T und R mit erhöhtem T (H: … cm) sowie von N und I mit erhöhter rechter senkrechter Haste; Z.3 eine Ligatur des Zeichens für den velaren Reibelaut und I durch erhöhte senkrechte Haste.

Datierung150–250
Notabilia Varia

v.2/3: „Andrustei(c)hiabus“ pro „Andrustei(c)hiis“

Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Andrusteichiae: Variante einer wiederhergestellten Form Andrustehae (dazu vgl. de Bernardo Stempel 2017, 190 Anm.3), die möglicherweise eine Variante von Cantrustehae eines germanisierten Zugehörigkeitsbeinamens zu den Condrusi, einem keltisch benannten Stamm (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 143)

Belegsituation:
Matronae Andrustehae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: 4x (CF-GeI-46 bis CF-GeI-49) bezeugt.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Siehe auch den Götternamen Matronae Cantrustehae.

Kommentar allgemein

Bella: weibliche Form von Bellus: keltisches oder lateinisches Cognomen, es tritt vor allem im Großraum Gallien auf (Kakoschke 2007, CN 496)

ZitiervorschlagCF-GeI-49, hdl.handle.net/11471/504.50.49
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: CIL XIII Projekt, CC BY-NC