Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-454

DEAE NEHA[---]

[---]

IM[---]

[---]M

Deae Neha[---]

[---]

IM[---]

[---] m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Neha…!
… verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the goddess Neha…!
… deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart
Editionen und LesungenCIL XIII 8801
Espérandieu IX 6660
Byvanck 1935, Nr.239
Hondius-Crone 1955, Nr.3 Stuart 2013, Nr.20
Elektronische RessourcenEDCS-11100891 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415796 (Trismegistos)
Fundort modern Domburg
Fundjahr1647
VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum, collection KZGW
InventarnummerG3206
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Tier
Zierleiste
Fragment
Umzeichnung
Abschrift
Götterbild
Obstschale
Hund
Schiffsschnabel
Architektur
Pilaster
Akanthus
Ranke
Halbsäule
Muschelnische
Muschelschloss
gebrochener Giebel
Tempelarchitektur
Reliefschmuck
Register
Rahmen
Gefäß
Vase
Frucht
Apfel
menschliche Figur
männliche Figur
Gottheit
Neptun
Fisch
Delphin
Dreizack
Hercules
Keule
Löwenfell
Beschreibung Objekt

Der Aedicula-Altar wurde bei dem Brand im Jahr 1848 schwer beschädigt; erhalten geblieben sind noch 13 Fragmente, die zusammen die Vorderseite sowie linke und rechte Schmalseite bilden.
Die Nische ist mit glatten Pilastern und glatten Halbsäulen architektonisch gerahmt und an der Decke mit Muscheldekor versehen. Die Muschel hat einen schirmähnlichen gezackten Rand, das Muschelschloss ist schön ausgebildet. Der Aufsatzschmuck mit dem gebrochenen Giebel weist insofern eine Besonderheit auf, dass es sich nicht um Pulvini handelt, sondern diese durch liegende Tiere ersetzt wurden, von denen jedoch nur jeweils die Beine erhalten sind – es kann nicht mehr genau gesagt werden, um welche Tiere es sich handelt (vermutlich Ziege, Hirsch, oder Stier).
Die Nische ist durch ein umlaufendes profiliertes Gesims nach unten hin abgegrenzt. Wie dieses Gesims sind auch Pilaster samt Kapitelle rundumlaufend dargestellt, was den Eindruck einer Tempelarchitektur verstärkt. Die Pilaster an den Schmalseiten sind mit akanthusartigen Ranken versehen.
Auf der Oberseite des Altars sind nach Cannegieter (bei Stuart 2013, 19 f.) zwei Löcher zu sehen, die eventuell dazu gedient haben könnten, hier ein weiteres Bildnis aufzustellen. Möglicherweise hatte man hier auch eine Art metallener Opferschale eingelassen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 107,7 cm
Breite: 64,8 cm
Tiefe: - cm
Angegeben sind die ursprünglichen Gesamtausmaße nach Cannegieter (ms 953, Universität Leiden).
Ikonografie

Nehalennia ist stehend dargestellt. Sie hat ihr rechtes Bein auf einen Schiffsbug gestellt. Auf dem so erhöhten abgestützten Knie ruht ein kleiner Obstkorb, den sie mit der rechten Hand hält. Mit der linken Hand scheint sie eine der Früchte zu greifen. Sie trägt eine kleine Haube und eine Pelerine, die ihr bis knapp über die Armbeuge geht. Um ihren Hals ist eine Halskette zu erkennen. Ihr Gewandärmel der linken Hand ist leicht zurückgeschlagen, der herabfallende Saum ihres Gewandes ist von links nach rechts über ihr Knie gelegt. Links neben ihr sitzt ein von ihr abgewandter Hund, der seinen Kopf halb zu ihr herumgedreht hatte. Es scheint auf der anderen Seite keinen Obstkorb gegeben zu haben.
Auf der linken Seite ist im unteren Relief eine zweihenkelige Vase mit abgesetztem Fuß und geripptem Bauch sowie gespaltenem Rand zu sehen, die voller Äpfel ist. Darüber steht in leichtem Kontrapost mit rechtem Stand- und linkem Spielbein ein nach rechts blickender Neptunus. In seiner erhobenen linken Hand hält er den zepterähnlichen Dreizack umschlossen. In der rechten Hand hält er einen Delphin. Über die linke Schulter fällt ein Stück Mantelzipfel.
Auf der rechten Seite scheint das untere Register etwas verwittert zu sein; das Motiv dürfte dem linken sehr ähnlichsehen. Im oberen Register steht ein nackter Hercules in leichtem Kontrapost mit linkem Stand- und rechtem Spielbein nach links gedreht. Seine Keule steht links neben ihm am Boden, er umfasst ihren Griff mit seiner linken herabhängenden Hand. Über der rechten Schulter dürfte er das Löwenfell getragen haben.

Inschrift

Vom Inschriftentext sind nur Fragmente abschriftlich überliefert.

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Neha…: Rest von Nehalennia oder einer Variante: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-454, hdl.handle.net/11471/504.50.454
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.27, Rechte vorbehalten
Bild 2: links, Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.27, Rechte vorbehalten
Bild 3: rechts, Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.27, Rechte vorbehalten