Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-452

[---]ALENN[---]
[Neh]alenn[iae ---]
CivitasCivitas Frisiavonum
Übersetzung Deutsch

Für Nehalennia!

Übersetzung Englisch

To Nehalennia!

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart
Editionen und LesungenCIL XIII 8799
Byvanck 1935, Nr.242
Hondius-Crone 1955, Nr.12
Stuart 2013, Nr.5
Elektronische RessourcenEDCS-11100889 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415794 (Trismegistos)
Fundort modern Domburg
Fundjahr1647
Verwahrungverschollen
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Sandstein
Archäologische Klassifikation Umzeichnung
Abschrift
Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Lineardekor
Mäander
Götterbild
Thron
Obstkorb
Tier
Hund
Architektur
Pilaster
Pflanzenornament
Muschelnische
Muschelschloss
gebrochener Giebel
Reliefschmuck
Rahmen
menschliche Figur
männliche Figur
Gottheit
Neptun
Fisch
Delphin
Dreizack
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ging in dem Feuer von 1848 verloren, daher muss für eine Beschreibung auf die vorhandenen Zeichnungen zurückgegriffen werden.

Nehalennia ist in einer besonders reich ausgestalteten Nische auf einem Thron dargestellt. Die Pilaster, die die Nische rahmen, sind mit Pflanzenranken geschmückt. Die Decke der Halbkuppel ist mit einer Muschel mit gelapptem Rand versehen, im gebrochenen Giebel ist das Muschelschloss erkennbar. Auch der Aufsatz dürfte mit Reliefdekor versehen sein. An den Seiten weisen die Pulvini geschupptes Blattdekor auf, darunter ist das Gesims mit einem meandrierenden Zickzack-Muster versehen (Hondius-Crone 1955, 50).

Auf der rechten Schmalseite befand sich ein stehender Neptun, auf der linken Schmalseite ist noch der Oberteil einer vermutlich männlichen Figur erhalten geblieben.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 122,0 cm
Breite: 61,0 cm
Tiefe: 28,0 cm
IkonografieNehalennia sitzt auf einem sehr kunstvoll gestalteten Thron, dessen Ausgestaltung der Rückenlehne triumphbogenartig bzw. baldachinförmig gearbeitet ist. Zu seinen Seiten sind Weinreben dargestellt (Stuart 2013, 53 f.). Sie trägt eine Pelerine, die von einer runden Fibel gehalten wird und vermutlich eine kleine Haube. Links von ihr soll ein Hund dargestellt gewesen sein, der sie ansah; rechts stand ein Obstkorb dicht neben ihren Beinen (Hondius-Crone 1955, 50). Unklar ist, was sie auf dem Schoß getragen hat (Stuart 2013, 53 f.). Auf der rechten Schmalseite ist ein in leichtem Kontrapost stehender nach rechts blickender Neptun dargestellt. In seiner erhobenen rechten Hand hält er den nach oben zeigenden Dreizack, der zepterartig bis zum Boden reicht. Über die rechte Schulter fällt ein Mantelzipfel, der Rest des Mantels war hinter dem Stab des Dreizacks zu erkennen. In der leicht angewinkelt ausgestreckten linken Hand trug er einen Delphin.Auf der linken Seite ist nur der Oberteil einer männlichen nackten Figur vorhanden, ohne jegliche Attribute (man interpretiert hier allerdings eine Darstellung des Hercules hinein, der des Öfteren in Kombination mit Neptun auf den Seitansichten der Nehalennia-Altäre vertreten ist, siehe u.a. Stuart 2013, 53 f.).
Zustand Inschriftfeld kleineres Fragment
Technikgemeißelt
Inschrift

Vom Inschriftentext ist nur ein kleines Fragment der ersten Zeile abschriftlich überliefert.

Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Belegsituation:
Nehalennia (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: der Göttername ist, bis auf wenige Ausnahmen, als dea Nehalennia überaus häufig belegt. Für die hier vorgelegte Inschrift kann nicht gesagt werden, ob in dem verlorenen Teil „deae“ – eventuell in Abkürzung – zu lesen war. So gut wie alle Zeugnisse stammen aus Domburg oder Colijnsplaat.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

ZitiervorschlagCF-GeI-452, hdl.handle.net/11471/504.50.452
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-11100889, Rechte vorbehalten
Bild 2: Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.51, Rechte vorbehalten
Bild 3: Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.51, Rechte vorbehalten
Bild 4: Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.51, Rechte vorbehalten