Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-443

NEHÂLENN̂I

ÂE · INGENV

INIVS · IANV

AR̂IVS · EX

  5 PRECEPTO

ARAM · POSVIT ·

PRO · SÂLVTE

FILI · SVI

Nehalenni-

ae Ingenu-

inius Ianu-

arius ex

  5 pr(a)ecepto

aram posuit

pro salute

fili(i) sui

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 1: ohne Ligaturen – Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone
Z. 2: ohne Ligatur – Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone
Z. 4: ohne Ligatur – Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone
Z. 7: ohne Ligatur – Espérandieu, Byvanck, Hondius-Crone
Z. 8: [f]ili – CIL, Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für Nehalennia!
Ingenuinius Ianuarius hat den Altar auf Anordnung für das Wohl seines Sohnes aufgestellt.

Übersetzung Englisch

To Nehalennia!
Ingenuinius Ianuarius set up this altar for the wellbeing of his son according to an order.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart
Editionen und LesungenCIL XIII 8789
Esrérandieu IX 6657
Byvanck 1935, Nr.262
Hondius-Crone 1955, Nr.26
Stuart 2013, Nr.26
Elektronische RessourcenEDCS-11100879 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415785 (Trismegistos)
Fundort modern Domburg
Fundstelleaußerhalb von Domburg auf einem Plateau in den Dünen
Fundumständemöglicherweise bereits im 17.Jh. entdeckt worden und beim Transport wieder verloren gegangen (Byvanck 1935, 164)
Fundjahr1870
VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum, collection KZGW
InventarnummerG3233
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Frucht
Apfel
Birne
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist vollständig erhalten. Der Sockel ist einfach profiliert, Altarkörper und Aufsatz sind durch ein vorspringendes und auf allen Seiten umlaufendes Gesims voneinander getrennt. Der Aufsatz besteht aus einem mittigen Giebelrest und den noch vorhandenen Andeutungen der Pulvini zu beiden Seiten. Oben liegen zwei Früchte, vorne ein Apfel, hinten eine Birne.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 30,5 cm
Breite: 15,2 cm
Tiefe: 10,1 cm
Ikonografie

Der Aufsatz lässt Reste von Blattdekor erkennen.
Die Bäume auf den Schmalseiten fallen durch ihre besonders verzweigten Baumwipfel auf. Laut Hondius-Crone (1955, 74) handelt es sich um Lorbeer.
Der Baumstamm ist gerade, an einer Seite wächst ein Aststumpf auf. Darüber setzt die verzweigte Krone an.

Inschrift

Der Text ist vollständig erhalten. Die letzte Zeile steht am Sockel des Altars.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.1 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des N, in Z.4 eine Ligatur von R und I mit erhöhter senkrechter Haste des R.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe1,9 cm
Notabilia Varia

v.4: „precepto” pro „praecepto”
v.7: „fili” pro „filii”

Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen. In der hier vorgelegten Inschrift fehlt „dea“.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Ingenuinius Ianuarius: römisches Namensformular ohne Praenomen
Ingenuinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Ingenuus/Ingenuinus (Kakoschke 2006, GN 604)
Ianuarius: überall gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2006, CN 1560)

ZitiervorschlagCF-GeI-443, hdl.handle.net/11471/504.50.443
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Hondius-Crone 1955, p.75, Rechte vorbehalten
Bild 2: rechts, Hondius-Crone 1955, p.75, Rechte vorbehalten