Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-439

DEAE

NEHALAENNIAE

L · FESTIVS

PRIMVS V S · L · M

Deae

Nehalaenniae

L(ucius) Festius

Primus v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: Nehalenniae – Byvanck
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalaennia!
Lucius Festius Primus hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalaennia!
Lucius Festius Primus has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart
Editionen und LesungenCIL XIII 8785
Espérandieu IX 6646
Byvanck 1935, Nr.247
Hondius-Crone 1955, Nr.18
Stuart 2013, Nr.16
Elektronische RessourcenEDCS-11100875 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415781 (Trismegistos)
Fundort modern Domburg
Fundumständegefunden 1647 oder 1651 (Byvanck 1935, 157 f.)
VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum, collection KZGW
InventarnummerG3207
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Umzeichnung
Brandspuren
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Frucht
Apfel
Götterbild
Thron
Architektur
Pilaster
gebrochener Giebel
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Beschreibung Objekt

Der Aedicula-Altar ist nur mehr in Bruchstücken vorhanden, die im Jahr 1955 zusammengesetzt werden konnten und v.a. das Bildnis der Göttin einigermaßen wiedergeben können. Das Objekt ist seit dem 1848 geschehenen Kirchenbrand zerstört.
Für eine genaue Beschreibung muss man auch hier auf eine Umzeichnung zurückgreifen.
Die Göttin ist in einer von Pilastern architektonisch gerahmten Nische dargestellt. Nische wurde von keiner Muschel geziert, das Reliefdekor am Aufsatzschmuck ist ebenfalls nicht deutlich gezeichnet worden und demnach nicht zu beschreiben.
Auf dem Altar befanden sich fünf Früchte, bei denen es sich um Äpfel gehandelt hat.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 96,5 cm
Breite: 53,5 cm
Tiefe: 21,0 cm
Ikonografie

Nehalennia ist auf einem Thron sitzend dargestellt. Es ist weiters unklar, was sie auf ihrem Schoß gehalten hat. Anhand der erhaltenen Fragmente kann man aufgrund der verwaschenen Stelle an ihren Schultern für eine Pelerine argumentieren, die etwa bis zur Mitte ihrer Oberarme reichte. Des Weiteren lässt ihre Kopfgestaltung vermuten, dass ihre Haare vielleicht knapp kinnlang getragen wurden. Um die Schultern trägt sie eine Pelerine.
Auf den Schmalseiten sind Bäume in Relief dargestellt, die Stuart (2013, 70 f.) nach Vredius beschreibt. Als Besonderheit werden ihre breiten Blätter erwähnt.

Inschrift

Von der abschriftlich vollständig überlieferten Inschrift sind heute nur mehr kleine Fragmente erhalten. Auf dem Photo der heute noch erhaltenen Überreste scheint das AE in „Nehalaenniae“ deutlich erkennbar zu sein.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,8 cm
Kommentar Götternamen

Nehalaennia: Variante von Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Lucius Festius Primus: tria nomina
Festius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Festus
Primus: überall äußerst gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 2445)

ZitiervorschlagCF-GeI-439, hdl.handle.net/11471/504.50.439
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front (Zeichnung), Cannegieter, ms 953 Universität Leiden, aus: Hondius-Crone 1955, p.65, Rechte vorbehalten
Bild 2: Front, Hondius-Crone 1955, p.65, Rechte vorbehalten