Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-433

DEAE
NEHALENNIAE
AMMACIVS
HVCDIONIS L M
Deae
Nehalenniae
Ammacius
Hucdionis l(ibens) m(erito)
CivitasCivitas Frisiavonum
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalennia!
Ammacius, der Sohn des Hucdio, gerne und verdientermaßen

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalennia!
Ammacius, the son of Hucdio, willingly and deservedly

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart
Editionen und LesungenCIL XIII 8779
Espérandieu IX 6640
Byvanck 1935, Nr.259
Hondius-Crone 1955, Nr.7
Stuart 2013, Nr.2
Elektronische RessourcenEDCS-11100869 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/415776 (Trismegistos)
Fundort modern Domburg
FundstelleUmstände: vermutlich aus dem Meer geborgen – die älteste Zeichnung datiert in das Jahr 1735 (Stuart 2013, 49 f.)
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden, Pb 10
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Frucht
Apfel
Birne
Kirsche
Pflaume
Götterbild
Obstschale
Thron
Tier
Hund
Obstkorb
Architektur
Pilaster
Kapitell
korinthisches Kapitell
Muschelnische
Muschelschloss
gebrochener Giebel
Reliefschmuck
Rahmen
Pflanzenornament
Ranke
Akanthus
Rosette
bemalt
Beschreibung Objekt

Der Aedicula-Altar ist annähernd vollständig erhalten. Die linke untere Sockelecke ist abgebrochen.
Das Götterbild ist in der architektonisch gerahmten Nische sitzend dargestellt, links davon ein Hund, rechts davon ein Obstkorb. Die Nische wird von zwei glatten Pilastern gerahmt, die auf ihren geschmückten Kapitellen (vermutlich korinthisch) das Gebälk und den offenen Giebel tragen, in dessen Mitte das Muschelschloss sehr deutlich ausgebildet ist. Die Nischendecke wird von der Muschel geziert, deren Rippen in kleinen Knäufen enden.
Auf der mensa, so Hondius-Crone (1955, 38 f.) werden Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen erwähnt, die heute nicht mehr erkennbar sind. An den Ecken der mensa befinden sich Voluten, die seitlich zu kleinen rosettenverzierten Giebeldreiecken ausgebildet sind.
Das Nischenbild ist durch ein vorspringendes Gesims vom Altarkörper abgesetzt, der nach unten hin vom leicht vorspringenden einfachen Sockel begrenzt wird. Auf den Schmalseiten sind unterschiedliche akanthusartige Pflanzenranken in Relief dargestellt. An den Seiten sollen sich außerdem noch Reste von hellroter, gelber, weißer und grauer Farbe befunden haben (Stuart 2013, 49 f.)

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 76,0 cm
Breite: 50,0 cm
Tiefe: 19,0 cm
IkonografieNehalennia sitzt auf einem Thron, der teilweise noch an der Rückenlehne nachvollziehbar ist. Das Antlitz der Göttin ist beschädigt; generell ist dieser Teil des Steins von Verwitterung in Mitleidenschaft gezogen worden. Nehalennia trägt einen langen Mantel, der an der Brust von einer Schnalle oder Fibel gehalten wird. Auf dem Schoß hat sie vermutlich eine Schale mit Obst. Links von ihr sitzt der abgewandte Hund, der ihr seinen erhobenen Kopf zudreht. Rechts von ihr am Boden steht der Obstkorb, der mit großen Äpfeln gefüllt ist. Auf der linken Schmalseite ist im einfach gerahmten Relieffeld eine Akanthusranke zu sehen. Die Blätter wachsen besonders buschig aus und hängen mit ihren gefransten Enden ein wenig überlappend nach unten.Anders verhält es sich mit der Ranke an der rechten Schmalseite, die sich zwar auch in einem einfach gerahmten Relieffeld befindet, jedoch von ihren Blättern her gerader und aufstrebender in die Höhe wächst.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der Text ist vollständig erhalten.

Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Belegsituation:
Nehalennia (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: der Göttername ist, bis auf wenige Ausnahmen, als dea Nehalennia überaus häufig belegt. So gut wie alle Zeugnisse stammen aus Domburg oder Colijnsplaat.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Ammacius: vermutlich germanisches Cognomen, tritt nur in Niedergermanien auf (Kakoschke 2007, CN 166)
Hucdio: germanisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1543)

ZitiervorschlagCF-GeI-433, hdl.handle.net/11471/504.50.433
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


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