Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


« zur KategoriensucheTEI

Nehalennia

CF-GeI-417

DEAE

NEHALEN[---]

Q · P̣HOẸBI[---]

HI[.]ẠRVS · D · M · Ḅ

  5 P̣[---] ṂERCIBV[.]

BẸ[---]Ọ[---]

VẠ[---] V · S [---]

Deae

Nehalen[---]

Q(uintus) Phoebi[us]

Hi[l]arus d(ecurio) m(unicipii) B(atavorum)

  5 p[ro] mercibu[s]

be[ne c]o[nser-]

va[ndis] v(otum) s(olvit) [l(ibens) m(erito)]

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: Nehalen[niae] – Stuart/Bogaers, AE 2001, EDH
Z. 6: be[ne co]n[ser] – EDH
Z. 7: oder auch va[tis] – AE 2001
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalen…!
Quintus Phoebius Hilarus, decurio des municipium Batavorum, hat das Gelübde für die Wohlbehaltenheit seiner Wahren gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalen…!
Quintus Phoebius Hilarus, decurio of municipium Batavorum, has fulfilled a vow for the protection of his goods willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers
Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, B63
AE 2001, 1499
Elektronische RessourcenHD010744 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09400542 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208864 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
Fundumständeaus dem Meer geborgen
Fundjahr1971
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden (RMO); Middelburg, Koninklijk Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen (GA); Leihgabe an Nijmegen, Museum Het Valkhof (Stand Stuart/Bogaers 2001, B 63)
InventarnummerRMO i 1971/11.76; i 1974/9.106, 132, 171, 176; GA 1994-16, 1994-42
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Frucht
Birne
Apfel
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Lorbeer
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar hat sich zum Teil in sieben Fragmenten erhalten, von denen sechs aneinanderpassen, was erst 1998 entdeckt wurde (Stuart/Bogaers 2001, 142).
Dem Stein fehlen die linke obere Ecke der Bekrönung, sowie größere Teile des Sockels und des unteren Altarkörpers. Die Fragmente sind entlang ihrer Bruchkanten bestoßen, die Oberflächen sind stellenweise verwittert.
Der Aufsatz mit Giebel und erhaltenem rechtem Pulvinus ist durch ein einfaches, leicht bestoßenes Gesims vom Altarkörper getrennt. Auf der satteldachförmigen Oberseite liegt links eine Birne, rechts ein Apfel.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 56,0 cm
Breite: 36,0 cm
Tiefe: 10,5 cm
Ikonografie

Die mittige Giebelspitze ist rosettenverziert, am Pulvinus ist Blattdekor erkennbar.
Die linke bruchstückhaft erhaltene Schmalseite zeigt ein Baummotiv. Der Stamm ist gerade, ganz unten sind links und rechts kleine Aststümpfe zu erkennen. Die Blätter sind spitz zulaufend und gebogen. Sie scheinen sich zu Dreierpaaren aneinander nach oben zu reihen. In den Blattzwischenräumen sind stellenweise runde kleine Früchte zu erkennen, daher liegt eine Interpretation als Lorbeerbaum nahe. Möglicherweise handelt es sich hierbei um ein bemüht angeglichenes Motiv, das anhand der andersartig gestalteten Blätter eine andere (ungeübte) Steinmetzhand vermuten lässt.

Inschrift

Vom Text sind mehrere anschließende Fragmente und ein separates Stück (nicht am Bild) erhalten, die die Ausmaße des Inschriftenfeldes erkennen lassen. Die Ergänzung der Fehlstellen nach Stuart/Bogaers stützt sich auf einen weiteren möglicherweise vom selben Dedikanten aufgestellten Altar (CF-GeI-396). Die Buchstaben der ersten Zeile sind deutlich größer als die der folgenden.

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalen…: Rest von Nehalennia oder einer Variante: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Quintus Phoebius Hilarus: tria nomina
Phoebius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom griechischen Cognomen Phoebus (Kakoschke 2006, GN 951)
Hilarus: lateinisches Cognomen; typischer Sklavenname, doch handelt es sich beim Träger dieses Namens wohl nicht um einen ehemaligen Sklaven (Kakoschke 2007, CN 1524)

municipium Batavorum: Nijmegen

ZitiervorschlagCF-GeI-417, hdl.handle.net/11471/504.50.417
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.97, B63 (1 Fgt. fehlt in Abb.), Rechte vorbehalten
Bild 2: links, Stuart/Bogaers 2001, Taf.97, B63, Rechte vorbehalten
Bild 3: oben, Stuart/Bogaers 2001, Taf.116, B63, Rechte vorbehalten