Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Suleviae et matres / domesticae suae

CF-GeI-40

SVLEVI
S L · M P
Sulevi-
s l(ibens) m(erito) p(osuit)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Sulevis – CIL. Dass sich am Ende der Zeile wirklich Spuren eines kleinen s finden, ist nicht auszuschließen.
Übersetzung Deutsch

… hat dies
für die Suleviae
nach erwiesener Wohltat gerne aufgestellt.

Übersetzung Englisch

… set this up
for the Suleviae
willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Photo
Editionen und LesungenCIL XIII 8247
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.139
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.199
KIK 2012, Nr.206
Elektronische RessourcenEDCS-01200085 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort antikCCAA
FundstelleKöln, „hinter der Gereonskirche an dem neben Nr.5 auf der Christophstrasse liegendem Eckhause“
Fundjahr1868
VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum, 319
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Beschreibung Objekt

Der Unterteil des Altars weist rechts eine starke Abschlagung am sehr breiten und profilierten Sockel auf. Das obere Ende fehlt. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 18,0 cm
Breite: 18,5 cm
Tiefe: 17,0 cm
IkonografieKeine Aussage möglich.
Zustand Inschriftfeld größeres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,4–3,6 cm
Inschrift

Vom Text sind nur die beiden letzten Zeilen (in vollständiger Breite) erhalten. Oberhalb ist der Stein abgebrochen und lässt keine Aussage zu, wieviel verloren gegangen ist. Z.2 weist innerhalb der Zeile deutlich unterschiedliche Buchstabengrößen auf.

Datierung150–250
Notabilia Varia

v.1/2: „Sulevis“ pro „Suleviis“

Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Suleviae: keltisch; etymologische Bedeutung ‚die gut Lenkenden‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141); so schon Fleuriot (1997, 162–63)

Belegsituation: Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 5x bezeugt (CF-GeI-0036 bis CF-GeI-0040). In CF-GeI-0039 werden sie als Suleviae domesticae suae bezeichnet. Auffällig ist, dass in dieser Inschrift – anders als in den meisten Fällen – der Name der geehrten Gottheit offenbar hinter dem Namen des Dedikanten eingemeißelt worden war (vgl. CF-GeI-37).
- Außerhalb der Germania Inferior: der Göttername Suleviae ist noch in verschiedenen anderen Provinzen nachgewiesen.
Matres Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: bislang keine Belege. Die Tatsache, dass das theonymische Formular Matres Suleviae in Rom und in Britannien häufig bezeugt ist, gibt jedoch zu der Vermutung Anlass, dass die theonymischen Formulare Suleviae et Matres (CF-GeI-0037) wie auch – falls echt – Matres et Suleviae (CF-GeI-0036) nicht zwei unterschiedliche pluralische Gottheiten ansprechen, sondern dass das zweite, koordinierte Element appositionell als Gottheitsdeterminativ (oder attributiv als Beiname) zu verstehen ist. Für derartige koordinierende Beinamenformulare mit „et“ fehlt es nicht an Parallelen.
- Außerhalb der Germania Inferior: in Rom und in Britannien häufig bezeugt.

ZitiervorschlagCF-GeI-40, hdl.handle.net/11471/504.50.40
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-01200085 (RGM Köln), Rechte vorbehalten