Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-397

NEHALENNIAE

BOSICONIVS

QVARTVS

ACTOR · NAVIS

  5 FLORI · SEVERI

V · S · L · M

Nehalenniae

Bosiconius

Quartus

actor navis

  5 Flori Severi

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Übersetzung Deutsch

Für Nehalennia!
Bosiconius Quartus, der Schiffsverwalter des Florius Severus, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Nehalennia!
Bosiconius Quartus, the ship manager of Florius Severus, has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers
Editionen und LesungenStuart/Bogaers, 2001, B38
AE 2001, 1489
Schmidts 2011, Nr.57
Elektronische RessourcenHD047370 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400619 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209588 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
Fundumständeaus dem Meer geborgen
Fundjahr1971
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden
Inventarnummeri 1971/11.61
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Rosette
Blattdekor
glatt
Beschreibung Objekt

Dem Weihealtar fehlt ein Teil der linken unteren Ecke. Einige Kanten sind leicht bestoßen. Giebel sowie Polster sind mit Blatt- bzw. Rosettendekor versehen. Auf der flachen Oberfläche, die von Pulvini und Giebelspitzen gerahmt werden, liegen keine Früchte.
Die Schmalseiten sind glatt.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 61,5 cm
Breite: 36,5 cm
Tiefe: 15,0 cm
Ikonografie

kein Dekor erhalten

Inschrift

Der vollständig erhaltenen Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus; unten bleibt ein Freiraum von der Höhe ca. einer Zeile.

Technikgemeißelt
Notabilia Varia

v.5: „Flori“ pro „Florii“

Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen. Die hier vorgelegte Inschrift ist eines der wenigen Beispiele, wo dea fehlt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Bosiconius Quartus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Bosiconius: vermutlich einheimisches Pseudogentilnomen (Kakoschke 2006, GN 221); germanisch abgeleitet von Bosico (Raepsaet-Charlier 2003, 297)
Quartus: überall gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 2519)

Florius Severus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Florius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Florus (Kakoschke 2007, GN 501)
Severus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 2838)

actor navis: „Verwalter eines Schiffes, der nicht aktiv zu See fahren muss“ (Schmidts 2011, Nr.57; so auch Raepsaet-Charlier 2003, 297); unter der Berufsbezeichnung wurde aber auch ein Kapitän verstanden (Stuart/Bogaers 2001, B38; Rothenhöfer 2005, 199).

ZitiervorschlagCF-GeI-397, hdl.handle.net/11471/504.50.397
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.85, B38, Rechte vorbehalten