Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

Fontes epigraphici religionum Celticarum antiquarum


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Suleviae et matres / domesticae suae

CF-GeI-39

SVLE[.]IS · DO
MEST[.]CIS · SV
IS · FAB[.] · IANV̂A
RIVS · [---] BELLA
5 TOR [---] IVLLVS
L M
Sule[v]is Do-
mest[i]cis su-
is Fab[i] Ianua-
rius [et] Bella-
5 tor [et] Iullus
l(ibentes) m(erito)
CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Unterstrichene Teile heute nicht mehr erhalten
Z. 2: Unterstrichene Teile heute nicht mehr erhalten
Z. 3: Unterstrichene Teile heute nicht mehr erhalten; ohne Ligatur – ILS, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2017, EDH
Z. 4: Ob wirklich ausreichend Platz für die Ergänzung eines [et] zur Verfügung steht erscheint zumindest als fraglich.
Z. 5: eher Iullus als Tullus – EDH; ob wirklich ausreichend Platz für die Ergänzung eines [et] zur Verfügung steht erscheint zumindest als fraglich.
Z. 6: L [L] M – CIL; l(ibentes) [l(laeti)] m(erito) – GalstGalst 1975, Galsterer/Galsterer 2010, KIK 2017
Übersetzung Deutsch

Für ihre familienverbundenen Suleviae!
Die Fabier Ianuarius und Bellator und Iullus gerne nach erwiesener Wohltat.

Übersetzung Englisch

To their family bound Suleviae!
The Fabians Ianuarius and Bellator and Iullus willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL und Photo (unterer Teil)
Editionen und LesungenCIL XIII 12056
ILS 9321
Galsterer/Galsterer 1975, Nr.140
Galsterer/Galsterer 2010, Nr.200
KIK 2017, Nr.207
Elektronische RessourcenHD023600 (Version von 2006-03-29) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-12800078 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort antikCCAA
FundstelleKöln, an der Aachenerstrasse vor dem Hahnentor, zwischen altem Opernhaus und Bahnüberführung
Umstände: Ausgrabung in der Aachener Straße in Köln
Fundjahr1905
VerwahrungKöln, Römisch-Germanisches Museum, 74.409
InschriftträgerWeihestein
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
tabula ansata
Rahmen
Beschreibung Objekt

Das erhaltene Fragment ist aus drei Stücken zusammengefügt. Das linke Bruchstück weist Verdunkelungen auf.

Es sind Spuren einer Rahmung am rechten und linken Rand erhalten. Möglicherweise handelt es sich um eine tabula ansata. Es ist keine weitere Beschreibung zu Form und Gestaltung möglich, da zu wenig erhalten.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 22,5 cm
Breite: 45,0 cm
Tiefe: 12,0 cm
Die Maße sind die des heute noch erhalten Fragments.
IkonografieKeine Aussage möglich.
Zustand Inschriftfeld größeres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe3,5 cm
Inschrift

CIL und ILS haben oberhalb der erhaltenen Inschrift noch zweieinhalb Zeilen mehr gelesen. Damit scheint der Anfang der Inschrift erfasst worden zu sein. Heute ist das aus drei zusammengeklebten Teilen bestehende Inschriftenfeld nur mehr ab Z.3, jedoch in voller Breite erhalten. Dass die letzte erhaltene Zeile das Ende des Inschriftentextes darstellt, ist aus inhaltlichen Gründen anzunehmen. Im Bereich der mittleren Bruchstelle sind keine gesicherten Aussagen zum Text möglich.
Ligatur, s. Majuskeltext.

Datierung151–200
Kommentar Götternamen

Keltisches Element:
Suleviae: keltisch; etymologische Bedeutung ‚die gut Lenkenden‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141); so schon Fleuriot (1997, 162–63)

Belegsituation:
Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: insgesamt 5x bezeugt (CF-GeI-0036 bis CF-GeI-0040). In dieser Inschrift werden sie als Suleviae domesticae suae bezeichnet.
- Außerhalb der Germania Inferior: der Göttername Suleviae ist noch in verschiedenen anderen Provinzen nachgewiesen.
Matres Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: bislang keine Belege. Die Tatsache, dass das theonymische Formular Matres Suleviae in Rom und in Britannien häufig bezeugt ist, gibt jedoch zu der Vermutung Anlass, dass die theonymischen Formulare Suleviae et Matres (CF-GeI-0037) wie auch – falls echt – Matres et Suleviae (CF-GeI-0036) nicht zwei unterschiedliche pluralische Gottheiten ansprechen, sondern dass das zweite, koordinierte Element appositionell als Gottheitsdeterminativ (oder attributiv als Beiname) zu verstehen ist. Für derartige koordinierende Beinamenformulare mit „et“ fehlt es nicht an Parallelen.
- Außerhalb der Germania Inferior: in Rom und in Britannien häufig bezeugt.

Kommentar allgemein

Fabius: äußerst gängiges italisches Gentile – Kakoschke (2006) GN 463. Die drei in der Inschrift genannten Fabier führen die Cognomina Ianuarius, Bellator und Iullus. Praenomina werden keine genannt
Ianuarius: Kakoschke (2007, CN 1560): überall gängiges lateinisches Cognomen
Bellator: Cognomen, lateinisch oder keltisch; die Verteilung weist jedoch auf keltischen Hintergrund hin (Kakoschke 2007, CN 485); Iullus: Cognomen, keltisch (Kakoschke 2007, CN 1638)

ZitiervorschlagCF-GeI-39, hdl.handle.net/11471/504.50.39
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: EDCS-12800078 (RGM Köln), Rechte vorbehalten