Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior

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flumen Rhenus

CF-GeI-389

[---] GENIO LOCI

[---]VMINI · RHE

[---] · T · FLAVIVS

[---]LO · BF SALVI

  5 [---]IANI · COS

[---] S · L · M

[et?] Genio loci

[fl]umini Rhe-

[no] T(itus) Flavius

[---]lo b(ene)f(iciarius) Salvi(i)

  5 [Iul]iani co(n)s(ularis)

[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Vor dieser Zeile wird eine erste – heute verlorene – Zeile mit I(ovi) O(ptimo) M(aximo) angenommen – AE, CIL, Schallmayer/Eibl et al., Friedrich; I(ovi) O(ptimo) M(aximo) et – Lehner; v.1: [et] – AE, CIL, Schallmayer/Eibl et al.; ohne et am Anfang – Lehner; loc[i] – AE, Lehner
Z. 2: [et fl]umini – AE; Rhe[n] – Lehner
Z. 3: o T(itus) – Lehner
Z. 4: [Sti?]lo – CIL, Lehner
Übersetzung Deutsch

(und?) für den Genius loci und den Fluss(gott) Rhenus!
Titus Flavius …lo, der beneficiarius consularis Salvius Iulianus hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

(and?) to the Genius loci and the river(good) Rhenus!
Titus Flavius …lo, the beneficiarius consularis Salvius Iulianus has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsievidimus (CIL XIII Projekt)
Editionen und LesungenAE 1905, 61
CIL XIII, 7791
Lehner 1918, Nr.192
Schallmayer/Eibl et al. 1990, Nr.87
Friedrich 2010, 234
Elektronische RessourcenHD030204 (Version von 2008-10-27) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100016 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209387 (Trismegistos)
Fundort antikRigomagus
Fundort modern Remagen
Fundumständebeim Bau der Kirche
Fundjahr1904
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
Inventarnummer16305
InschriftträgerWeihestein
Material Trachyt
Archäologische Klassifikation Fragment
glatt
Beschreibung Objekt

Der Weihestein ist rechts unten abgebrochen und mit einem modernen Betonsockel als Standfläche versehen worden. Der Weihestein wurde an allen drei Seiten für seine Sekundärverwendung glatt abgearbeitet. Aufsatzschmuck o.Ä. fehlen (Friedrich 2010, 234).

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 51,0 cm
Breite: 32,0 cm
Tiefe: 18,0 cm
Ikonografie

keine Beschreibung möglich

Inschrift

Das stark korrodierte Inschriftenfeld ist links und oben nachträglich abgearbeitet und unten abgebrochen, die rechte Kannte ist jedoch erhalten. Die Buchstaben der letzten Zeile sind höher als die der vorigen.
Besondere Zeichen: In Z.1 ist ein kleines I in das C eingeschrieben. In Z.4 findet sich das Kürzel bzw. Sonderzeichen für beneficiarius, am Ende von Z.5 ein verkleinertes I.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe4,0–4,5 cm
Notabilia Varia

v.4: „Salvi“ pro „Salvii“

Kommentar Götternamen

Rhenus: keltischer Name des Flusses Rhein, aus dem indogermanischen *Rei-no-s ‚der Fließende‘ (de Bernardo Stempel in Galsterer/Schäfer/de Bernardo Stempel 2017, 494; vgl. Delamarre 2007, 153)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

flumen Rhenus:
- Germania Inferior: 1 x in der hier vorgelegten Inschrift bezeugt
- außerhalb der Germania Inferior: In Raetien ist flumen Rhenus 1 x inschriftlich belegt (CIL XIII 5255).

Rhenus:
- Germania Inferior: Der Göttername ist 3 x mit diesem theonymischen Formular bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Rhenus Pater:
- Germania Inferior: -
- außerhalb der Germania Inferior: In der Germania Superior ist Rhenus Pater (AE 1969/70, 434) inschriftlich belegt.

Kommentar allgemein

Titus Flavius …lo: tria nomina
Flavius: italisches Gentilnomen der Kaiser Vespasian, Titus und Domitian, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 497)

Salvius Iulianus consular: L. Octavius Cornelius Salvius Iulianus Aemilianus war irgendwann zwischen 151 und 160 Statthalter in der Germania Inferior (Eck 1985, 171f. und 176).

DatierungM.2.Jh.
ZitiervorschlagCF-GeI-389, hdl.handle.net/11471/504.50.389
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0

Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC