Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Rhenus

CF-GeI-388

I · O · M · ET

GEN̂IO · LO

CI · ET RHE

NO CL · MAR

  5 CELL̂INVS BI

COS · V · S · L · M

IMP COMMODO

VI · COS

I(ovi) O(ptimo) M(aximo) et

Genio lo-

ci et Rhe-

no Cl(audius) Mar-

  5 cellinus b(ene)<f>(iciarius)

co(n)s(ularis) v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

Imp(eratore) Commodo

VI co(n)s(ule)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: ohne et – ILS
Z. 2: et Genio – ILS, ohne Ligatur – ILS, Friedrich
Z. 3: fehlender Zeilenwechsel nach Rhe – ILS
Z. 5: ohne Ligatur – ILS, Friedrich; b(ene)f(iciarius) – Schallmayer/Eibl et al.
Z. 7: kein Zeilenwechsel nach Commodo – Friedrich
Übersetzung Deutsch

Für Iupiter Optimus Maximus und den Genius loci und Rhenus! Claudius Marcellinus, der beneficiarius consularis, hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt als der Imperator Commodus zum sechsten Mal Konsul war.

Übersetzung Englisch

To Iupiter Optimus Maximus and the Genius loci and Rhenus! Claudius Marcellinus, the beneficiarius consularis, has fulfilled a vow willingly and deservedly when the imperator Commodus was consul for the sixth time.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)
Editionen und LesungenILS 3913
CIL XIII, 7790
Schallmayer/Eibl et al. 1990, Nr.88
Friedrich 2010, 265
Noelke 2016, 622
Elektronische RessourcenEDCS-11100015 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414863 (Trismegistos)
Fundort antikRigomagus
Fundort modern Remagen Umgebung
Fundjahr1904
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihestein
Material Trachyt
Archäologische Klassifikation Umzeichnung
Abschrift
Fragment
Beschreibung Objekt

Nach der Zeichnung wäre von einem Weihealtar auszugehen, allerdings könnte es ebenso gut eine Sockelbasis für eine Statue gewesen sein. Die Inschrift ist 1904 in der Umgebung von Remagen am Rhein gefunden worden, was nach Friedrich (2010, 265) eine falsche Information darstellt, da sie viel eher bereits seit dem 17. Jh. bekannt ist und bereits im 18. Jh. wieder verloren ging.

Aufgrund der fehlenden Information können keine weiteren Angaben gemacht werden.

Ikonografie

kein Dekor bekannt

Inschrift

Nach inhaltlichen Kriterien scheint die Inschrift vollständig überliefert zu sein.
Ligaturen: s. Majuskeltext – besondere Zeichen: In Z.2 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des N, in Z.5 eine Ligatur von L und I mit erhöhter vertikaler Haste sowie ein anscheinend verschriebenes (oder nur in der Abschrift falsch erfasstes) Kürzel für beneficiarius.

Kommentar Götternamen

Rhenus: keltischer Name des Flusses Rhein, aus dem indogermanischen *Rei-no-s ‚der Fließende‘ (de Bernardo Stempel in Galsterer/Schäfer/de Bernardo Stempel 2017, 494; vgl. Delamarre 2007, 153)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Rhenus:
- Germania Inferior: Der Göttername ist 3 x mit diesem theonymischen Formular bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

flumen Rhenus:
- Germania Inferior: Der Göttername wird 1 x als flumen Rhenus (CF-GeI-389) angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: In Raetien ist flumen Rhenus (CIL XIII 5255) inschriftlich belegt.

Rhenus Pater:
- Germania Inferior: -
- außerhalb der Germania Inferior: In der Germania Superior ist Rhenus Pater (AE 1969/70, 434) inschriftlich belegt.

Kommentar allgemein

Claudius Marcellinus: römisches Namensformular ohne Praenomen
Claudius: italisches Gentilnomen der Kaiser Claudius und Nero, überall äußerst gängig (Kakoschke 2006, GN 327)
Marcellinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Marcellus bzw. des Praenomens und auch Cognomens Marcus; überall gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 1898)

Imperatore Commodo VI consule: Das sechste Konsulat des Kaisers Commodus ist in das Jahr 190 zu datieren.

ZitiervorschlagCF-GeI-388, hdl.handle.net/11471/504.50.388
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front (Zeichnung), Broelmann 1608, Karte, Rechte vorbehalten