Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-378

DEAE

NEHALEN

NIAE L

ẠMMINIVS

  5 ṢATṾRNINVS

[.] S · L · M

Deae

Nehalen-

niae L(ucius)

Amminius

  5 Saturninus

[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalennia!
Lucius Amminius Saturninus hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the goddess Nehalennia!
Lucius Amminius Saturninus has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers 2001
Editionen und LesungenStuart/Bogaers 1971, Nr.23
AE 1973, 376
Stuart/Bogaers 2001, B21
Elektronische RessourcenHD011231 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-09401501 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/208927 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
Fundumständeaus dem Meer geborgen
Fundjahr1970
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden
Inventarnummeri 1970/12.23
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Blattdekor
Rosette
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist bis auf leichte Beschädigungen und Ausbrüche, v.a. links und rechts unten, vollständig erhalten. Sockel und Gesims sind beide einfach gehalten, wirken jedoch besonders wuchtig.
Die linke Schmalseite ist komplett verwittert, ebenso ist der Aufsatz von Verwitterung betroffen. Der Aufsatz weist noch Reste von Rosetten- und Blattdekor auf, während die Polster seitlich und oben wohl unverziert waren. Oben hinter der Giebelspitze ist keine Frucht vorhanden (Stuart/Bogaers 2001, 116).

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 28,5 cm
Breite: 18,5 cm
Tiefe: 7,5 cm
Ikonografie

Die linke Schmalseite ist stark verwittert. Auf der rechten ist ein einfach eingeritzter Laubbaum erhalten. Der Stamm ist kurz, dünn und gerade. Die Krone besteht aus insgesamt sieben runden und spitz zulaufenden Blättern. Weitere Details sind nicht erkennbar.

Inschrift

Der Text ist so gut wie vollständig erhalten. Er füllt das Inschriftenfeld zur Gänze aus.

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Lucius Amminius Saturninus: tria nomina
Amminius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen bzw. lateinischen Cognomen Amm(ian)us (Kakoschke 2006, GN 68)
Saturninus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Saturnus; überall äußerst gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 2720)

ZitiervorschlagCF-GeI-378, hdl.handle.net/11471/504.50.378
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.72, B21, Rechte vorbehalten
Bild 2: rechts, Stuart/Bogaers 2001, Taf.72, B21, Rechte vorbehalten