Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-369

DEAE
N̂EHALÊNN̂IAE
EXSIBILLVS
ALBINI PRO Ṣ[.]
5 ET SVIS
V · S · L · M
Deae
Nehalenniae
Exsibillus
Albini pro s[e]
5 et suis
v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligaturen – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehalennia!
Exsibillus, der Soh des Albinus, hat für sich und die Seinen sein Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Nehalennia!
Exsibillus, the son of Albinus, paid his vow willingly and deservedly for himself and his family.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers
Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, B12
AE 2001, 1473
Elektronische RessourcenHD047356 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400600 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209574 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
FundstelleUmstände: aus dem Meer geborgen
VerwahrungMiddelburg, Zeeuws Museum – Sammlung Valster, GAV 1994-5
InschriftträgerWeihealtar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Reliefdekor
Rosette
Blattdekor
Frucht
Apfel
Reliefschmuck
Baum
Laubbaum
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist vollständig erhalten. Die Kanten sind leiht bestoßen, der Sockel am unteren Ende etwas abgeschlagen. Die Oberfläche ist durch Verwitterung beschädigt.
Der Aufsatz wird von einem Giebelchen mit Rosettendekor und zwei Pulvini, die vermutlich mit Blattdekor versehen waren, geziert. In der Mitte oben liegt ein Apfel.
Auf beiden Schmalseiten sind Bäume in Reliefdarstellung abgebildet.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 48,5 cm
Breite: 27,0 cm
Tiefe: 11,0 cm
IkonografieAuf der linken Schmalseite ist ein Laubbaum in Relief dargestellt. Die untere linke Kante ist ausgebrochen, rechts ist die Oberfläche durch leichten Ausbruch beschädigt. Der Stamm es Baumes ist dünn und gerade. Die Baumkrone besteht aus sieben Blättern, die alle oval und spitz zulaufend sind.Die Darstellung der rechten Schmalseite ähnelt der linken.
Zustand Inschriftfeld vollständig
Technikgemeißelt
Inschrift

Der vollständig erhaltenen Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus, unten bleibt ein Freiraum von der Höhe ca. einer Zeile.
Ligaturen: s. Majuskeltext. – Besondere Zeichen: In Z.2 findet sich eine Ligatur von N und I mit erhöhter rechter vertikaler Haste des N.

Datierung150–250
Kommentar Götternamen

Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Belegsituation:
Nehalennia (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: der Göttername ist, bis auf wenige Ausnahmen, als dea Nehalennia überaus häufig belegt. So gut wie alle Zeugnisse stammen aus Domburg oder Colijnsplaat.
- Außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Exsibillus Albini: peregrines Namensformular, mit Angabe des Namens des Vaters im Genetiv
Albinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Albus (Kakoschke 2007, CN 114); „est un nom latin recouvrant sans doute un nom gaulois sur «albo», blanc“ (Raepsaet-Charlier 2003, 296)
Exsibillus: keltisches Cognomen (Kakoschke 2007, CN 1246)

ZitiervorschlagCF-GeI-369, hdl.handle.net/11471/504.50.369
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Stuart/Bogaers 2001, Taf.64, B12, Rechte vorbehalten
Bild 2: Stuart/Bogaers 2001, Taf.64, B12, Rechte vorbehalten