Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior


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Nehalennia

CF-GeI-354

[.] N̂EHALA[---]

[.]EX IVL VIṬẠḶ[---]

[.]RO SE ẸT [---]

ṢOANDAN[---]

  5 L M

[D(eae)] Nehala[---]

[S]ex(tus) Iul(ius) Vital[is]

[p]ro se et [---]

SOANDAN[---]

  5 l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Frisiavonum
Apparatus criticusZ. 1: [D(eae)] N̂ehala[eniae?] – Stuart/Bogaers; [D(eae)] N̂ehala[enniae] – AE, Raepsaet-Charlier; [D(eae)] Nehala[enniae], ohne Ligatur – EDH
Z. 3: et M[---] – AE, EDH; et M[aiu?] mit fehlendem Zeichen für Zeilenumbruch – Raepsaet-Charlier
Z. 4: so Andan[gi] (filio) – AE, Raepsaet-Charlier; so Andan[gi] – EDH
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Nehala…! Sextus Iulius Vitalis für sich und … gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

Für die Göttin Nehala…! Sextus Iulius Vitalis for himself and … willingly and deservedly.

Autopsienon vidimus
Lesung gründet auf: Stuart/Bogaers
Editionen und LesungenStuart/Bogaers 2001, A59
AE 2001, 1467
Raepsaet-Charlier 2003, 295
Elektronische RessourcenHD047351 (Version von 2017-06-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-23400590 (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209569 (Trismegistos)
Fundort antikGanuenta
Fundort modern Oosterschelde bei Colijnsplaat
Fundumständeaus dem Meer geborgen
VerwahrungLeiden, Rijksmuseum van Oudheden
Inventarnummeri 1974/9.158A,B
InschriftträgerAedicula-Altar
Material Kalkstein
Archäologische Klassifikation Fragment
Metallklammer
Architektur
Pilaster
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Das aus zwei Bruchstücken zusammengesetzte Fragment eines Aedicula-Altares ist durch Verwitterung schwer beschädigt. Oben feststellbar sind Reste einer eisernen Krempe (Stuart/Bogaers 2001, 94), die auf eine Reparatur schließen lassen. Über der Inschrift ist der Ansatz der Nische noch zu erahnen.
Auf der linken Schmalseite hat sich noch der Rest eines leicht hervortretenden Pilasters erhalten. Er steht auf einer profilierten Basis.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 35,5 cm
Breite: 27,5 cm
Tiefe: 9,5 cm
Ikonografie

Reliefschmuck und –dekor sind zwar aufgrund der Pilasterverzierung der linken Schmalseite anzunehmen, haben sich jedoch nicht erhalten.

Inschrift

Das stark korrodierte Inschriftenfeld ist rechts abgebrochen.
Ligatur: s. Majuskeltext

Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Nehala…: Rest einer Variante von Nehalennia: keltisch; ‚diejenige im Salzwasser bzw. in der See‘ (de Bernardo Stempel in Spickermann 2005, 141; de Bernardo Stempel 2004)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Nehalennia:
- Germania Inferior: Belege sind überaus häufig. Zwei Inschriften stammen aus Köln alle anderen aus Domburg und Colijnsplaat. Die Göttin wird dabei, bis auf wenige Ausnahmen, stets als dea Nehalennia angesprochen.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Sextus Iulius Vitalis: tria nomina
Iulius: italisches Gentilnomen, in den germanischen Provinzen überaus häufig bezeugt (Kakoschke 2006, GN 621)
Vitalis: lateinisches Cognomen, äußerst gängiger Name (Kakoschke 2008, CN 3375)

ZitiervorschlagCF-GeI-354, hdl.handle.net/11471/504.50.354
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0


Bild 1: Front, Stuart/Bogaers 2001, Taf.48, A59, Rechte vorbehalten